Torjäger Weißbach peilt 30 Tore an

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René Weißbach hat seit seinem Wechsel von den SF Hüingsen zum TuS Langenholthausen zu Jahresbeginn bereits über 30 Tore erzielt und damit wesentlichen Anteil am Aufschwung der Grün-Weißen.

Langenholthausen - Es gab einmal den Versuch, René Weißbach auf der rechten Offensiv-Seite zu parken. Zu seinen Zeiten beim BSV Menden war das, als der Angreifer des TuS Langenholthausen ein Jahr lang sein Glück in der Landesliga versuchte. „Das hat nicht funktioniert, weil ich defensiv nicht so die Bombe bin“, räumt der aktuelle Top-Torjäger der Fußball-Bezirksliga 4 ein.

Denn Weißbachs Heimat ist der gegnerische Strafraum. Nicht die Flügelposition, wo er gezwungen ist, die weiten Wege zurück in die eigene Hälfte regelmäßig mitzugehen. Und da wo er am gefährlichsten ist, in der „Box“ eben, da hat der 27-Jährige sein Potenzial am Düsterloh voll entfaltet, seitdem er Anfang des Jahres vom Mendener A-Ligisten SF Hüingsen nach Langenholthausen wechselte.

Damals schwebten die Grün-Weißen noch in Abstiegsgefahr. Weißbach hatte mit 21 Treffern in 14 Spielen entscheidenden Anteil daran, dass der Klassenerhalt glückte. Der Lohn: Als einziger heimischer Fußballer wurde er für eine HSK-Auswahl nominiert, die in der Vorbereitung ein Freundschaftsspiel gegen Bundesligist Schalke 04 bestritt.

In der laufenden Saison hat der Goalgetter nichts an Treffsicherheit eingebüßt, im Gegenteil. Elf Tore stehen nach acht Partien zu Buche – damit führt er die Schützenliste der Bezirksliga 4 an. Überrascht ist Weißbach von dieser Quote nicht. „Ich habe das so von mir erwartet“, betont er. „Meiner Meinung nach hätte ich sogar noch ein paar mehr machen müssen, bei den Bällen, die mir aufgelegt wurden.“ Er hat sich nach eigener Aussage vorgenommen, diesmal die 30-Treffer-Marke zu knacken, idealerweise sogar den Schnitt von 1,5 Toren pro Begegnung aus der vergangenen Rückrunde aufrecht zu erhalten.

Die enorme Qualität des Stürmers, der in Menden-Lendringsen zuhause ist, hat naturgemäß auch das Interesse anderer Vereine geweckt.

Im Sommer meldete sich unter anderem Landesligist SV Hüsten 09 bei Weißbach. Der war nicht abgeneigt, entschied sich jedoch für einen Verbleib in Langenholthausen. Ausschlaggebend für diesen Entschluss sei nicht zuletzt die Verpflichtung des neuen Spielertrainers Michael Erzen gewesen. „Mein Ziel war immer, auch mal mit Leuten zusammenzuspielen, die höherklassige Erfahrung mitbringen“, unterstreicht Weißbach.

Die Wertschätzung beruht bei Erzen auf Gegenseitigkeit. „Spiele werden nun einmal durch Tore entschieden. Und durch seine Schnelligkeit ist René fast einzigartig in der Bezirksliga“, so der TuS-Coach. Eine zu starke Abhängigkeit des Teams von seinem Torjäger fürchtet der frühere Hammer, selbst ein Offensiv-Allrounder, nicht. „Wir haben auch noch andere, die Tore erzielen.“ Allerdings brächte ein Ausfall Weißbachs personelle Umstellungen mit sich. „Und ich weiß nicht, ob wir dann noch so viele Chancen herausspielen würden“, grübelt Erzen.

Weißbach sieht übrigens noch Defizite in seinem eigenen Spiel. Neben dem schwachen Defensivverhalten liegt ihm dabei das Stichwort „Eigensinnigkeit“ schwer im Magen. „Ich nehme oft vor dem Tor den Kopf nicht hoch“, räumt Weißbach ein. Wenn er seine Trefferquote beibehält, werden die Teamkollegen ihm diesen Makel nachsehen. - Von Christian Müller

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