Fußball

Dreier fest im Blick

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Auf Jungstürmer Raphael Schwarzer (rechts) muss RWL gegen Kalthoff verzichten, weil sich der Bergstädter eine Gelb-Rote Karte einhandelte.

Kreisgebiet - Die Zielsetzung ist gleich, die Basis höchst unterschiedlich: In der Bezirksliga 6 peilen sowohl Rot-Weiß Lüdenscheid als auch der TuS Grünenbaum am Sonntag "Dreier" an. Die Kreisstädter, um Anschluss an Tabellenführer SpVg Hagen 11 zu wahren, die Kreisch-Kicker, um endlich den ersten Saisonsieg zu landen, der sich auch in der Tabelle niederschlägt.  

RW Lüdenscheid - SSV Kalthof  (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen):  Keine Frage: Für Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid ist ein „Dreier“ beinahe Pflicht. „Wir wollen oben dran bleiben, haben noch nicht verloren und spielen zu Hause“, zählt Trainer Martin Rost drei Punkte auf, die sein Team zum Favoriten stempeln.

Bewusst verzichtet der Chefcoach bei dieser Aufzählung auf die bisherige Saisonbilanz des Gastes: Sechs Spiele, sechs Niederlagen, 5:20-Tore – damit steht der SSV im absoluten Tabellenkeller.

Doch Martin Rost traut dem Braten nicht: „Die Mannschaft hat in der Vorsaison im oberen Drittel gestanden, eine gute Rückrunde gespielt und sich fast nicht verändert. Auch Trainer Axourgos kann sich die Talfahrt kaum erklären, spricht immer wieder von den guten Phasen, die die Kalthofer im Spiel haben.“ Warnung ist dem Coach auch die Tatsache, dass der SSV am Vorsonntag die Niederlage bei Türkiyemspor Hagen (1:3) erst durch zwei Tore in der Nachspielzeit kassierte, es nur knapp nicht zur Punkteteilung für das Team um Vorjahrestorjäger Hegemann reichte.

Für Rost ist jedenfalls klar: „Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen.“ Und dies seinen Spielern klar zu machen, darin sieht er auch eine Hauptaufgabe: „Da besteht schon die Gefahr, dass nicht alle zu hundert Prozent fokussiert sind“, sagt er und legt nach, „aber das ist unbedingte Voraussetzung.“

Nachdem es zuletzt offensiv alles andere als optimal lief, vor allem die Flügel nicht den Erwartungen des Coaches entsprachen, hat Rost mit seinen Mannen viel am Offensivspiel gearbeitet. Stichworte: Tempowechsel, Spiel bis an die Grundlinie etc. „Wir werden uns da einiges einfallen lassen, um wieder torgefährlicher zu werden, zuletzt hat es Semir Tuz und Rafael Schwarzer an Unterstützung und ‘Futter’ gefehlt“, meint Rost, der wegen des „Gelb-Rot“ auf Schwarzer freilich verzichten muss.

Völlig zufrieden war der Coach auf dem Naturrasen in Schwelm aber mit der Defensivarbeit. „Das hat gut geklappt, wir hatten Respekt vor Gegner und Untergrund, aber wir haben zum dritten Mal zu Null gespielt, die Viererkette steht“, freut sich der Coach über bisher erst zwei Gegentore in fünf Partien. Besagte Viererkette muss er freilich umbauen, weil sich Kerim Yilmaz für zwei Spiele in den Urlaub verabschiedet hat. Außerdem fehlen Keeper Jonas Brackmann berufsbedingt und der verletzte Lukas Finke. Dafür stehen Florian Neuke (trotz eingeschränkten Trainingsprogramms) und Robin Breitenbach wieder zur Verfügung, während Mark Sattler wegen seiner Grippe wohl noch kein Thema für die Startformation sein dürfte.

RWL:  Reischel, Luksch – Maatalla, Linneboden, Besirlioglu, Ertelt, Akdag, Sattler (?), Scheerer, Mai, Breitenbach, Schönrath, Dissing, Schwenck, Neuke, Jindou, Tuz

TuS Grünenbaum - SC Hennen (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasen Kreisch):  „Beim letzten Abstieg hätten wir so ein Spiel verloren!“ Tom Herberg, Co-Trainer des TuS Grünenbaum, war am Donnerstagabend nach dem 2:2 beim FSV Gevelsberg rundum zufrieden. Ein Punkt bei einem Gegner, der im Siegfalle auf Rang zwei geklettert wäre – das war aller Ehren wert für den Neuling. Nun soll gegen Landesliga-Absteiger Hennen aber nachhaltig der Bock umgestoßen werden.

„Wir wollen den ersten Saisonsieg einfahren, der dann auch zählt“, sagt Herberg mit einem Augenzwinkern in Richtung des nachträglich wertlosen 22:0-Sieges gegen Fortuna Hagen. Wertlos, weil die Hagener einen Tag später zurückzogen. Nun also Hennen. Absteiger, Tabellensiebter. Sechs Spiele, drei Siege, allerdings alle Siege daheim. Auswärts hat der SC nur ein Pünktchen geholt. Zuletzt beim 2:1 gegen Deilinghofen spielte der SC ohne drei Leistungsträger (Militano, Ferreira, Mokhtari). Differenzen mit der Vereinsführung seien der Grund gewesen, hieß es. Die sind ausgeräumt. Der TuS muss mit einem kompletten Gast rechnen.

Beim TuS ändert sich im Kader wohl nichts. Felix Höngen hat sich in Gevelsberg warm gemacht, doch das Vertrauen in den eigenen Oberschenkel, es war noch nicht da. Eventuell könnte es bei Momo Chamkha erstmals für einen Kurzeinsatz reichen. „Die Rückkehr von Richard Kochta hat uns richtig gut getan“, sagt Tom Herberg, der am Sonntag eventuell erneut mit Viktor Hense und Dennis Starke Chefcoach Uwe Hartmann vertreten muss. Hartmann allerdings wird versuchen, rechtzeitig zum Spiel zurück zu sein.

„Wichtig ist, dass wir die gleiche Einstellung zeigen wie in Gevelsberg“, sagt Herberg, „es gibt keinen Gegner in der Liga, gegen den wir im Vorbeigehen gewinnen. Aber wir werden auch gegen Hennen unsere Chancen bekommen – und dann müssen wir sie noch effizienter nutzen.“

TuS:  Beste – Hamel, Renneckendorf, Gillmann, König, Klahr, Eicker, Marek, Kloy, Hense, Kochta, Wand, Yilmaz, Schnieder, Dogan, Chamkha (?)

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