Lenne-Volme-Turngau

Mitgliederschwund wird deutlich

2. virtueller Stammtisch des Lenne-Volme-Turngaus.
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Neun der 14 Teilnehmer am zweiten virtuellen Stammtisch des Lenne-Volme-Turngaus, bei dem am Dienstagabend vor allem die Mitgliederentwicklung ein Thema war.

Zu Beginn des 2. virtuellen Stammtisches des Lenne-Volme-Turngaus (LVG), der mit 14 Teilnehmern gut frequentiert war, legte der Gau-Vorsitzende Thorsten Gödde am Dienstagabend besorgniserregende Zahlen vor, die er aus einer Vorstandssitzung des Westfälischen Turnerbundes (WTB) eine Woche zuvor mitgebracht hatte.

Kreisgebiet - Die Mitgliederentwicklung im LVG, die sich 2020 mit 17 670 Mitgliedern im Vergleich zum Vorjahr (2019: 17 475) noch so positiv dargestellt hatte, erfuhr durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, sprich: das größtenteils fehlende sportliche Angebot in den Vereinen, einen Abwärtstrend. Zum Jahreswechsel waren nur noch 16 421 Mitglieder registriert – ein Schwund von 1249 Sportlern. Mehr als sieben Prozent der Aktiven haben sich in der Zeit, in der wenig bis kein Sport stattfinden konnte, aus dem Kreis der Beitragszahler verabschiedet.

„Das ist ein deutlicher Rückgang, der viele Vereine betrifft“, sagte Thorsten Gödde, der die deutlichsten Lücken „bei den ganz Jungen und den Alten“ ausmachte, also „genau bei denen, die uns brauchen. Und ich fürchte, dass die Zahlen nicht besser werden im nächsten Jahr.“ Da mag es auch wenig trösten, dass „andere Sportverbände noch größere Austrittswellen haben“, so der Vorsitzende.

Auf Westfalenebene fehlen gegenüber 2020 den Turnvereinen 21 600 Mitglieder, 12 500 davon befinden sich im Alter bis 14 Jahren. „Der Nachwuchs bricht uns weg“, befürchtet Gödde. Sonja Eppmann, Geschäftsführerin des TV Jahn Plettenberg, sieht den Grund für den Schwund weniger bei den Austritten, die es „in jedem Jahr“ gebe, sondern vielmehr bei den fehlenden Eintritten von Kindern: „Im Herbst haben wir in unseren Gruppen noch die Anträge auf Mitgliedschaft verteilt, doch dann kam der Cut“, blieben die alljährlichen Neuanmeldungen in Eltern-Kind-Gruppen aus.

Ein Leben ohne Verpflichtungen ist doch was Feines.

Jan Jarnuczak (TV Grünenthal) zur Erkenntnis mancher Übungsleiter in Corona-Zeiten

Jan Jarnuczak, Vorsitzender des TV Grünenthal, machte beim 50-minütigen Stammtisch aber noch ein anderes Problem deutlich: „Wir haben einen Schwund bei Trainern und Übungsleitern, die sich schon im Rentenalter befinden.“ Diese hätten in der Coronazeit erkannt: „Ein Leben ohne Verpflichtungen ist doch was Feines“. Das Ergebnis: „Wir brauchen einen ganzen Schwung neuer Übungsleiter.“

Diese seien vermutlich schwer zu finden, glaubt Thorsten Gödde und pflichtete der Aussage Jarnuczaks aus eigener Erfahrung bei: „Auch ich habe die neu gewonnene Freizeit“, bedingt durch die fehlenden Termine und Wettkämpfe im Gau, „für meinen eigenen Sport genutzt.“ Der Triathlet ist im Winter so intensiv wie nie „auf der Rolle Rad gefahren“. Die bange Frage, die nicht nur Jarnuczak und Gödde beschäftigt, lautet im Bezug auf Mitglieder und Übungsleiter: „Ob die wieder zurückkommen?“

Jochen Feldhaus, Vorsitzender des TuS Grünewald, wäre „froh, wenn wir Übungsleiter und Mitglieder halten könnten. Wir machen in den Gruppen so viel wie möglich, um den Zusammenhalt zu pflegen. Im Kinderbereich aber stehen wir vor einem kompletten Neuaufbau, da melden sich viele ab“.

Anders sei die Situation bei den Älteren: Diese seien aufgrund der Gefahren durch das Virus auch im Hinblick auf einen möglichen Wiederbeginn des Sports in der Halle „vorsichtiger. Es wird schwierig, die Leute wieder zu motivieren.“ Vom Austritt aus dem Verein sehen die langjährigen Mitglieder aber zumeist ab: „Sie bleiben zumindest dabei, auch wenn sie in der Luft hängen. Wir müssen sehen, dass wir die Schäfchen beisammen halten“, ist für Feldhaus das Gebot der Stunde.

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