Triathlon

Plattfuß und falsche Entscheidung

Chris Meyer (rechts) war auf dem Rad die Zugmaschine für Ellermann.

Herscheid – Das war keine Premiere nach Maß für das Tri-Team Selimed Herscheid in der NRW-Liga, denn zum Auftakt in Buschhütten sprang am Sonntag nur Platz 15 unter 18 Mannschaften im Teamsprint heraus (je 200 m Schwimmen, 26 km Rad, 5,3 km Laufen).

Und das hatte seine Gründe: Denn der Wettkampf war für die Ebbegemeindler im Siegerland gerade mal zwölf Minuten alt, da trat, kurz nach dem Wechsel von der Schwimm- auf die Radstrecke das ein, was man keinem Triathleten wünscht. Bei Robin Faust stellte sich ein schleichender Plattfuß ein, der sich auf der ersten Runde von drei Runden sehr schnell in einen kompletten Plattfuß verschlimmerte. Eigentlich hatte sich das Team im Vorfeld des Rennens für solch einen Vorfall vorgenommen, den schlechtesten Läufer der Mannschaft, in diesem Fall Chris Meyer, „abzuwerfen“ und sein Rad für den Triathleten mit dem Radschaden zu verwenden. Doch als dann der Fall zur Realität wurde, geschah genau dies nicht. „Ich war mit Robin permanent im Kontakt und er teilte mir mit, dass es irgendwie ginge. Im Nachhinein war es die falsche Entscheidung“, so Team-Kapitän Jens Ellermann.

Nach dem Staffelschwimmen ging das Herscheider Triathlonteam als Zwölfter auf die Radstrecke. „Das Schwimmen war schon enorm schnell. Aber wir haben richtig aufgestellt und durch Aljoscha Busenius und Chris Meyer hintenraus noch gut den Anschluss an die vorderern Ränge gefunden“, so Ellermann zur ersten der drei Disziplinen. Die vier Herscheider Ausdauersportler waren in Schlagdistanz zu zwei bis drei Teams vor ihnen und trotz des schleichenden Plattfußes ging es gut vorwärts. Doch gerade in den Kurven und Wendezonen der drei Runden konnte Faust überhaupt nicht fahren und das Team verlor Zeit, anstatt sich an die Konkurrenz heranzufahren.

Reifenschaden raubt die Kraft

„Wir mussten wegen des Reifenschadens Robin bei uns im Windschatten fahren lassen, damit er Kräfte sparen konnte. Somit war es aber an Chris, Aljoscha und mir, längere Zeit im Wind zu fahren, was alle mehr Kraft kostete. Zudem musste Robin wegen des Plattfußes rund 60 bis 70 Watt mehr in die Pedale bringen als wir drei“, hatte Ellermann Mitleid. „Wir wollten Chris als Zugmaschine im Radfahren nicht verlieren. Aber im Nachhinein wäre es besser gewesen, damit Robin auf einem fahrtüchtigen Rad weniger Zeit und weniger Kraft verloren hätte“, bedauerte Ellermann.

Bis zur Wechselzone zur Laufstrecke verloren die vier Triathleten einen weiteren Platz. Wie erwartet und geplant stieg Meyer direkt in der zweiten Wechselzone aus. Faust hatte aber auf der Radstrecke so viele Kräfte gelassen, dass er von Busenius und Ellermann lange Zeit beim Laufen „angeschoben“ werden musste. Ellermann sah sich unter den drei verbliebenen Teammitgliedern als schlechtesten Läufer, doch die Situation ergab nun ein anderes Bild, denn anstatt angeschoben werden zu müssen, schob er nun Faust an. Und so verlor der Aufsteiger weitere Plätze und landete letztendlich nach 1:13:31 Stunden auf Platz 15 – ärgerlich für Ellermann, denn ein Platzierung um Rang zehn wäre unter normalen Bedingungen möglich gewesen. Dennoch stellte Ellermann den Teammitgliedern ein sehr gutes Leistungszeugnis aus und sah auch in seiner Vorstellung „einen der besten Triathlontage, die ich hatte“, stellte aber auch fest: „In dieser Liga ist kein Platz für Fehler“.

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