Dank „Safety First“ wird Noah De Padova Siebter

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„Stein des Anstoßes“ links im Bild: Der beim Slalom nicht erforderliche Heckaufprallschutz als „Kart-Verlängerer und -verbreiterer“, hier mit Plettenbergs Simon Lang am Volant.

Plettenberg/Nohra - Plettenberg abhaken und den Blick wieder nach vorn auf die ADAC-Bundesendläufe in Thüringen richten: Denn der verbandsübergreifend ausgetragene NRW-Cup im Kartslalom in Böddinghausen stand für die heimischen Nachwuchspiloten unter keinem günstigen Stern, so dass sie hinter den Erwartungen zurückblieben.

Grund: Die eigentlich begrüßenswerte und sinnvolle Regel, dass im Sinne der Chancengleichheit alle Teilnehmer mit vom Gastgeber gestellten identischen Karts ausgestattet werden. Diesmal allerdings entpuppte sich die Regel für das Lüdenscheider Trio aus den De Padova-Brüdern (Kierspe RC) und Jan Anders (AC Hagen 1905) als Bumerang. Denn die Motorsportfreunde Plettenberg setzten beim gemeinsamen Landesfinallauf von ADAC, AVD und DMV Karts mit Heckaufprallschutz ein, der ansonsten nur Verwendung bei Rundstreckenrennen findet und das Fahrverhalten der Karts durch Verlängerung und Verbreiterung erheblich beeinflusst.

Gerade die ADAC-Qualifikanten, aber auch andere Nachwuchspiloten hatten mit dem ungewohnten „Ballast“, der trotz fahrerischer Qualitäten der Nachwuchspiloten manche Strafsekunden verursachte, mehr Probleme als mit dem sehr schnellen und flüssigen Parcours auf dem Schulgelände des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in der Vier-Täler-Stadt. Und die Probleme beeinträchtigten auch den Auftritt von Davide De Padova und Jan Anders in der Klasse 3 sowie von Noah De Padova in Klasse 4.

Gar nicht klar kam der für Kierspe startetende De Padova-Bruder Davide: Auch nach dem Trainingslauf hatte er die ungewohnten Kartmaße nicht im Griff, absolvierte keinen seiner beiden Wertungsläufe fehlerfrei und landete schließlich mit sechs Strafsekunden nur auf Platz 31.

Ebenfalls in der K3 am Start war Jan Anders vom Hagener AC 1905, und auch er war mit seinem Auftritt in keinster Weise zufrieden. Dabei hatte der frisch gebackene ADAC-Westfalenmeister noch einen sehr guten ersten Wertungsdurchgang erwischt. Der talentierte Bergstädter kam fehlerfrei durch den Pylonen-Parcours und legte die zweitschnellste Zeit hin, die ihm alle Chancen auf einen „großen Coup“ ließ.

Doch im zweiten Durchgang erwischte es auch Jan Anders: Obwohl er nach dem Start sauber durch die erste Ecke fuhr, sorgte auch bei ihm der Heckaufprallschutz, dafür, dass er dennoch eine Pylone verschob, zu der sich später noch ein zweiter Fehler gesellte. Mit vier Strafsekunden war kein guter Platz mehr drin – am Ende blieb nur Rang 22.

In der K4 hatte Noah De Padova in seiner Trainingsrunde bei seinem ersten Auftritt mit dem hinteren Aufprallschutz nach sieben Jahren Kartslalom beinahe alle Pylonen „abgeräumt“ und entschloss sich aufgrund dieser Erfahrung und der vom Bruder aus der Klasse 3 zu einer „vorsichtigen“ Marschroute: Das „Safety First“ mit weiten Ausholwegen in den Kurven kostete natürlich Zeit, trug ihn letztlich aber fehlerfrei durch beide Wertungsläufe, so dass sich Noah trotz des veränderten Fahrstils immerhin noch über Rang sieben und damit die beste Platzierung des heimischen Trios freuen konnte. Die Qualifikation der besten Fünf für die Deutschen Meisterschaften verpasste der Bergstädter nur um 39/100 Sekunden.

Eine Pause gibt’s für ihn, den Drittplatzierten der ADAC-Westfalenmeisterschaft in der Klasse 4, und Jan Anders allerdings nicht: Beide sind schon am Wochenende wieder im Einsatz, wenn der ADAC im thüringischen Nohra in der Nähe der Goethestadt Weimar zu seinen Bundesendläufen im Kartslalom bittet. Und da sind mit den vom Hagener Spezialisten Beule Karts vorbereiteten Sportgeräten mit ihren 6,5 PS Honda-Motoren wieder ausschließlich Karts ohne Heckaufprallschutz im Einsatz, die Anders und De Padova gewohnt sind.

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