Kontaktlose Trainingswoche

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Torschusstraining mit Abstand zum nächsten Teamkameraden - eine Impression vom D-Jugend-Training beim RSV Listertal.

Kreisgebiet – Wer kontaktlosen Freizeit- oder Breitensport ausübt, darf das seit der vergangenen Woche unter freiem Himmel wieder tun. Noch in der Warteschleife befinden sich die Hallensportler, doch auch hier ist ein vorläufiges Ende in Sicht.

So hat beispielsweise die Stadt Lüdenscheid die Vereine dazu aufgefordert, Trainingspläne vorzulegen, aus denen hervorgeht, wie auch in Kontaktsportarten eine an die Corona-Auflagen gebundene Übungseinheit aussehen würde.

Das entsprechende Trainingskonzept der Baskets Lüdenscheid orientiert sich am Stufenplan des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), der eine schrittweise Rückkehr zum „normalen“ Betrieb vorsieht. Ist-Zustand ist momentan noch die Stufe 1, die unter Einhaltung der bekannten Distanz- und Hygieneregelungen Athletik- oder Balltraining sowie Laufeinheiten draußen umfasst. „Möglichst im Einzeltraining“, wie es heißt – Übungsleiteranweisungen können bzw. sollen per Mail oder Video erfolgen.

Dass die Sportler darauf hoffen, bald in die nächste Phase eintreten zu können, liegt auf der Hand. Stufe 2 des DBB-Plans betrifft Wurf-, Technik-, Ball- und Individualtraining ohne Körperkontakt in der Halle. Ablaufen soll das Ganze so: Pro Spielfeldhälfte, sprich: pro Korb, sind unter Berücksichtigung von mindestens zwei Metern Abstand zueinander zwei Spieler zugelassen. Obendrein muss der Trainer einen Mundschutz tragen.

Die Umsetzung dieser Vorgaben erfordert natürlich einen höheren organisatorischen Aufwand. Die zahlenmäßige Beschränkung der Aktiven macht eine Aufsplittung sonst größerer Trainingsgruppen erforderlich. Bei den Baskets läuft das im Grundsatz auf 45-minütige Übungseinheiten hinaus. Bei der zeitlichen Einteilung gilt es überdies zu berücksichtigen, dass die Sportler einzeln die Halle betreten sollen und dass es auch nicht zu Warteschlangen kommt. Dementsprechend sind Eltern dazu angehalten, ihre Kinder nicht am Halleneingang, sondern am Parkplatz abzuholen.

Als weitere in Corona-Zeiten obligatorische Kleinigkeiten sind exemplarisch zu nennen: Duschen und Umziehen erfolgt ausschließlich zu Hause, und während des Trainings benutzt jeder Spieler seinen eigenen Ball, der vor und nach jeder Einheit desinfiziert werden muss.

Unterm Strich bleibt für Frank Zacharias, den 1. Vorsitzenden der Baskets Lüdenscheid, die Erkenntnis: „Den Betrieb jetzt so schnell wieder hochzufahren, ist schwieriger, als ihn abrupt abzubrechen.“ Natürlich freuen sich Zacharias und seine Mitstreiter auf die Aussicht, bald den nächsten Schritt in Richtung Normalität machen zu können, „ein wenig sehen wir es aber auch noch mit gemischten Gefühlen...“

Mit solchen Gedanken sind die Baskets-Funktionäre nicht alleine. „Es ist schon eine hohe Verantwortung“, sagt Ingo Hartmann, der 1. Vorsitzende des RSV Listertal. Dessen Kicker sind seit dieser Woche bereits einen Schritt weiter als die Hallensportler: Eine kontaktlose Sportart ist der Fußball natürlich nicht, doch unter Auflagen rollt im Meinerzhagener Ortsteil die Kugel wieder.

Das Ganze geschieht auf freiwilliger Basis: Der Vorstand des fußballerisch im Kreis Olpe beheimateten RSV hat es sowohl Trainern und Aktiven bzw. deren Eltern freigestellt, wieder zu trainieren. Die Resonanz war groß: Wenn auch nicht in voller Stärke, waren im Herbert-Jassmann-Stadion mit Ausnahme von F- und G-Jugendlichen alle Altersklassen erstmals wieder im Einsatz.

Zweikämpfe waren logischerweise tabu, im Fokus standen Technik- und Schusstraining. Dabei orientieren sich die Listertaler an den Vorgaben und Empfehlungen des DFB, die dieser in einer mehrseitigen Broschüre für seine Vereine zusammengefasst hat. Grundsätze sind natürlich auch hier die Standards in puncto Abstand und Hygiene – zum Beispiel das Vermeiden von gemeinsamem Jubel und „körperlicher Begrüßungsrituale“, wie es in der DFB-Broschüre formuliert wird.

Am Sportplatz weisen Schilder ausdrücklich auf die Einhaltung der Regeln hin, zudem hat der RSV Desinfektionsmittel-Stationen installiert. Selbstverständlich auch: Das Betreten der Anlage ist nur Aktiven und Übungsleitern gestattet, Umkleide- und Duschräume stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Außerdem wird – ähnlich wie in der Gastronomie – bei jedem Training eine Anwesenheitsliste geführt, damit im hoffentlich nicht eintretenden Fall der Fälle mögliche Infektionsketten nachvollzogen werden können.

Beim RSV Listertal fiel das Fazit der ersten kontaktfreien Trainingswoche positiv aus. Das war der Tenor auf der freitäglichen Vorstandssitzung, die – wie in Corona-Zeiten mittlerweile obligatorisch – via Skype durchgeführt wurde.

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