Ausgangslage vor dem Derby so klar wie nie

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Als klarer Außenseiter geht Vincenzo Scimeca (rechts) mit dem RSV Meinerzhagen ins Derby gegen den Kiersper SC um Till Becker (links) und Philipp Stumpf.

Meinerzhagen - Seit dem Sommer 2012 spielen der RSV Meinerzhagen und der Kiersper SC wieder gemeinsam in der Fußball-Bezirksliga. In die seitdem ausgetragenen vier Derbys ging der KSC stets als Favorit, doch derart eindeutig, wie sie vor dem am Sonntag anstehenden fünften Aufeinandertreffen zumindest auf dem Papier ist, war die Ausgangslage bislang nie.

Von Thomas Busch

Während die Kiersper als einzige Mannschaft der Liga noch ungeschlagen sind und als Tabellenführer an die Oststraße kommen, gibt die jüngste Bilanz der gastgebenden Meinerzhagener Anlass zu Besorgnis. 0:9, 0:4, 2:6 – das sind die Ergebnisse der letzten drei Punktspiele des RSV, der schon vor der Saison als heißer Abstiegskandidat galt und sich nach gutem Start nun auf rasanter Talfahrt befindet. „Im Moment ist für uns jeder Gegner ein schwerer, aber mit Kierspe kommt ausgerechnet jetzt auch noch die beste Mannschaft der Liga“, lautet dann auch die ehrliche Einschätzung von RSV-Trainer Bayram Celik.

Gerade diese vordergründig so klaren Kräfteverhältnisse aber könnten für den Kiersper SC zur Gefahr werden, wie dessen Coach Sven Krahmer zu bedenken gibt: „Der RSV hat am Sonntag nichts zu verlieren – und genau das ist seine Waffe.“ Die Meinerzhagener wären schließlich nicht der erste Außenseiter, der sich in einem Derby wie dem nun anstehenden zu einer außergewöhnlichen Leistung aufschwingt, weshalb Krahmer seinen Schützlingen noch einmal nachdrücklich ins Gedächtnis ruft: „Jedes Spiel beginnt bei Null, das Spiel am Sonntag ist ein Derby, und als Tabellenführer müssen wir sowieso darauf eingestellt sein, dass jeder gegen uns ein paar Prozente mehr herauskitzelt.“

Dass Krahmers Pendant Bayram Celik auf gerade diesen Effekt hofft, versteht sich natürlich von selbst. „Wir wollen ein gutes Spiel machen und müssen vor allem von Anfang an versuchen, die Räume eng zu machen“, gibt er seiner Mannschaft mit auf den Weg. Auf deren so anfällige Defensive – nach acht Spielen stehen 32 Gegentreffer zu Buche – dürfte gegen Kierspes 27-Tore-Sturm Schwerstarbeit zukommen. Celik weiß um die zentrale Schwäche des RSV, „aber die bekommen wir einfach nicht in den Griff, obwohl wir im Training intensiv an unseren Abwehrproblemen arbeiten“.

Was die personelle Situation der Lokalrivalen angeht, so steht hüben wie drüben jeweils ein definitiver Ausfall zu Buche, wenn man Kierspes Langzeitverletzte Kalman und Batgün ausklammert: Auf Meinerzhagener Seite muss Giovanni Inchingoli verletzt passen, bei den Gästen fehlt Jan Thomas (Urlaub). Darüber hinaus ist noch nicht klar, ob der RSV Ibo Eraslan aufbieten und ob KSC-Abwehrchef Baris Moumin (Rückenprobleme) mitwirken kann. Anstoß im Stadion an der Oststraße ist am Sonntag um 15 Uhr.

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