Bautz-Festival und das Nattenberg-Stadion

Nach Kritik am Bautz-Festival: Westermann weist die Vorwürfe zurück

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Auf dem Kunstrasen am Nattenberg hatten die Organisatoren – so André Westermann – ganz bewusst keine Musikbühne platziert, aus Sorge um mögliche Schäden auf der Plastikwiese.

Lüdenscheid – Nach der massiven Kritik, die der Vorstandssprecher von Rot-Weiß Lüdenscheid, Michael Dregger, Anfang der Woche im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins am Bautz-Festival und den Nacharbeiten im Nattenberg-Stadion geäußert hat, nahm am Freitagmittag André Westermann, Geschäftsführer der Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH, Stellung zu den Vorwürfen, die er so nicht stehen lassen will.

Westermann betonte im Gespräch, dass man sehrwohl die Sportstätte erhalte, sodass ein Sportbetrieb möglich sei. „Ein praktisches Beispiel: Die Ablaufrinne an der Tartanbahn war an drei Stellen kaputt“, sagt Westermann, „diese Rinne war generell marode. Statt der 40 Meter, die kaputt gegangen sind, haben wir direkt 140 Meter instandgesetzt. Wir investieren doch in die Infrastruktur. Die Tartanbahn hatte nach dem Festival einige Löcher. Das ist nie zum Thema geworden, weil wir diese Mängel direkt in Stand gesetzt haben – hier sind direkt Ersatzstücke reingeklebt worden.“ 

Naturrasen: Auch beim Naturrasen sieht Westermann die Dinge anders als Dregger („Im November wurde Gras gesät, um die Flächen wieder aufzuforsten.“). „Wir haben am ersten Tag nach dem Festival mit dem Gärtner die Dinge angeschaut und geschaut: Was machen wir? Der Naturrasen ist aufgefüllt worden, nicht nur eingesät – mit dem Ziel, dass er im Frühjahr wieder bespielbar ist.“ 

Das Naturrasen-Thema – Michael Dregger hatte geklagt, dass der Stadt ein U15-Nationalmannschaftsspiel entgangen sei – sieht Westermann von Dregger auf ein Level gehoben, dass so einfach nicht stimme. „Ich wünsche Michael Dregger und seinem Verein allen Erfolg, aber momentan stimmt das doch so einfach nicht“, sagt Westermann, „wann hat hier denn das letzte große Spiel stattgefunden? Permanentes Spielen auf dem Naturrasen ist vor dem Festival doch nie ein Thema gewesen. Es gibt seit Jahren keine Dauernutzung.“ Richtig, so Westermann, sei es, dass eine Abdeckung des Rasens nie ein Thema gewesen sei. „Für uns ist die Ausgangssituation die aus diesem Jahr – mehrere Zehntausend-Euro für eine Rasenabdeckung sind da nie in Erwägung gezogen worden.“ 

Kunstrasen: Die Angst Dreggers, dass der Kunstrasen Schaden nehmen könne, dass damit die Trainings- und Spielsituation von RWL in Gefahr geraten könne, sieht Westermann durchaus auch, sagt aber: „Natürlich kennen wir das Risiko für den Kunstrasen und machen uns darum auch Sorgen. Aber deshalb haben wir ja ganz bewusst gesehen, dass hier bestmöglich nichts passiert. Deshalb hat es hier keine Bühne gegeben, sondern nur eine Hüpfburg.“ 

"Wir sind kein Amt, sondern eine GmbH"

Die Aussage zur 90-prozentigen Auslastung der Lüdenscheider Sportplätze, auf denen für RWL kein Platz sei, stellte Westermann in Frage und ergänzt zudem: „Michael Dregger ist nicht derjenige, der in Lüdenscheid über die Vergabe von Plätzen und Platzbelegungen entscheidet.“ 

Fehlende Rücklagen: Die Aussage Dreggers, dass die Rücklagen, von denen im Vorfeld die Rede gewesen sei, nicht da seien, nennt Westermann „nachweislich falsch“. „Es sind Gelder vorgesehen für die bis dato nicht abzusehenden Schäden“, sagt der LSM-Geschäftsführer und nimmt zur Dregger-Aussage –„Es wird berichtet, die Politik und Verwaltung hätten alle Zahlen vorliegen. Aus der Politik hört man das Gegenteil.“ – Stellung: „Falsch ist: Wir sind kein Amt, sondern eine GmbH. Somit haben wir einen Aufsichtsrat, in dem auch die Kommunalpolitiker sitzen. Dort liegen alle Zahlen vor. Aber die werden natürlich nicht öffentlich diskutiert. Und deshalb kennt sie vielleicht auch nicht jeder Kommunalpolitiker.“ 

Terminplanung: „Die Möglichkeiten, die wir haben, sind zeitlich sehr eingegrenzt“, sagt Westermann, „wir haben 2020 erst das Public-Viewing zur Fußball-EM, später dann die Italienische Nacht in der Stadt und das Stadtfest. So bleiben im Grunde nur zwei Wochenenden – die letzten beiden im August. So haben wir mit Agenturen Kontakt aufgenommen und diese beiden Wochenenden vorgeschlagen. Es geht letztlich auch um die Verfügbarkeit der Künstler – wir müssen doch in Lüdenscheid froh sein, wenn attraktive Künstler zusagen. Und natürlich ist davon auch der Termin abhängig.“ 

"Stadt war über den Termin informiert"

In seiner Rede am Montag hatte Michael Dregger festgestellt: „Wir bekamen die Aussage, dass zu dem Zeitpunkt noch kein Gespräch hierüber stattgefunden habe. Dies wurde sogar schriftlich versichert. Es ist nur schlecht, wenn aus dem Umfeld der Veranstalter einzelne schon vor den Gesprächen diesen Termin im Freundeskreis ausplaudern oder mit Agenturen Kontakt aufnehmen.“ Zudem hatte Dregger angefügt: „Die Gespräche über die Termine wurden ohne Anwesenheit der Stadt Lüdenscheid geführt.“ Westermann hierzu: „Der Termin stand zu dem besagten Zeitpunkt nachweislich noch nicht fest. Es ist ein kleiner Zirkel von fünf Leuten, die über die Rückmeldungen der Künstler Bescheid wissen. Ich weiß nicht, ob da jemand etwas gesagt hat zu irgendwem. Falsch ist aber auf jeden Fall, dass die Stadt über den Termin nicht informiert gewesen ist.“ 

"Ich will bestimmt keinen Krach"

Bilanzierend stellt der LSM-Geschäftsführer André Westermann fest: „Ich will bestimmt keinen Krach, aber die Fakten müssen fair bleiben. Ich lasse mich von den Vereinen auch nicht erpressen. Das war bisher nicht so, und das wird auch in Zukunft nicht so sein. Bei allem Respekt vor den Themen, die die Vereine haben.“

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