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Baskets starten in den Punktspielbetrieb

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Von: Marc Kusche

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Für die Baskets Lüdenscheid, hier während einer Auszeit im Testspiel gegen den SV Haspe II, beginnt die Saison am Sonntag beim TV Freudenberg.
Für die Baskets Lüdenscheid, hier während einer Auszeit im Testspiel gegen den SV Haspe II, beginnt die Saison am Sonntag beim TV Freudenberg. © Baskets Lüdenscheid

Lang, lang ist es her, dass die Oberliga-Basketballer der Baskets Lüdenscheid ein Meisterschaftsspiel bestritten haben. Es war in der Rückrunde der Spielzeit 2019/20, am 7. März 2020 zementierten die Bergstädter mit einem 90:80-Erfolg bei den LippeBaskets Werne II ihren dritten Tabellenplatz. Danach kam Corona, die Saison wurde erst unterbrochen, dann abgebrochen, die Spielzeit 20/21 fiel dann gar gänzlich ins Wasser.

Lüdenscheid - Und jetzt: Rund sieben Wochen später als sonst üblich beginnt am Wochenende auf NRW-Ebene der Spielbetrieb im Seniorenbereich unterhalb der 1. Regionalliga, auch deshalb, um den Korbjägern nach der langen Pause genügend Zeit zu geben, um sich vernünftig vorzubereiten. Anders daher kommt bei den Männern einmalig in dieser Spielzeit auch der Pokalwettbewerb: Zugelassen sind nur Teams der 1. und 2. Regionalliga.

Der Kader

Quantitativ halten sich die Veränderungen bei den Baskets in Grenzen, denn in Person von Dimitar Boshevski, Dinno Colo, Semir Albinovic, Tim Tripel, Calvin Arvanitakis, Christoph Lüsebrink, Mohamed Ahmad, Lennart Krasniqi, Kosta Danatsidis und Wael Bahri kann Cheftrainer Amir Hujic als Dauerbrenner auf der Bank auf zehn Akteure des bisherigen Kaders bauen. Neu dazu kommen als einziger externer Neuzugang Heiko Bachmann (23 Jahre), der die Jugend bei Bayer Uerdingen durchlaufen hatte und nach langer Verletzungspause (Kreuzbandriss) nunmehr einen Neustart in Angriff nimmt, sowie Boris Balanchivadze aus dem eigenen Nachwuchs.

Nicht mehr dabei sind hingegen zwei Akteure, die ein großes sportliches Vakuum hinterlassen dürften: Center Kevin Bekendorf hatte sich in einem Vorbereitungsspiel auf die dann letztlich ausgefallene Saison 20/21 einen Kreuzbandriss zugezogen; wann und ob überhaupt er zurückkommen wird, steht in den Sternen. Dazu kommt mit Niko Koudas ein weiterer bisheriger Leistungsträger und Publikumsliebling, dessen Schichtdienst in Iserlohn einen regelmäßigen Trainingsbetrieb schlichtweg nicht mehr zulässt.

Die Vorbereitung

Mit der Öffnung der Hallen hatten die Baskets den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Nach der langen Pause zunächst noch sehr vorsichtig, dazu kamen Laufeinheiten und regelmäßiges Training in der Fitness Factory. Mit dem Ende der Sommerferien begann dann die spezifische Saisonvorbereitung, seitdem wird wöchentlich dreimal fleißig gearbeitet. Zwar hätte sich Hujic vier, fünf Testspiele gewünscht, letztlich aber kamen gegen die Ligarivalen Haspe II und BBA Hagen II sowie beim Landesligisten TuS Drolshagen (zwei Siege, ein Remis) lediglich drei zustande. „Das war aber auch noch okay, da haben wir schon weitaus schlechtere Vorbereitungen gehabt“, so der Chefcoach.

Vor dem Hintergrund, dass mit Bekendorf und Koudas zwei bisherige Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung stehen, die jeweils konstant für eine zweistellige Punkteausbeute gut waren, soll sich die Spielausrichtung dahingehend ändern, dass das Fastbreakspiel intensiviert wird, um möglichst oft zu „einfachen Punkten“ zu kommen.

Der Ausblick

Mit einem Saisonziel hält sich Amir Hujic diesmal zurück. „Wir freuen uns erst einmal darüber, dass wir endlich, endlich wieder Basketball um Punkte spielen dürfen. Von daher geht es vorerst nicht um irgendwelche sportlichen Ambitionen, sondern darum, dass wir in der Gruppe Spaß haben. Wer weiß denn schon, wie lange überhaupt gespielt werden kann?“, traut der Bosnier dem Braten noch nicht so recht. Von daher hat er sich auch noch in keiner Weise mit der Konkurrenz beschäftigt, rechnet ob der mehr als 19-monatigen Pause aber mit so einigen personellen „Wundertüten“. Einzig der BC Langendreer, der mit dem Bochumer Nachbarn AstroStars eine Kooperation im Herrenbereich eingegangen ist, hat klar ein Ziel formuliert: Danach soll so schnell wie möglich eine Mannschaft für die 2. Regionalliga entwickelt werden.

Der Trainer ist der „Star“ der Freudenberger Mannschaft

Los geht die Saison für die Baskets am Sonntag gleich mit einem Südwestfalenderby beim TV Freudenberg (16 Uhr, Sporthalle Büschergrund). Als Zweiter der Landesliga 6 in der Abbruchsaison 19/20 war der TVF aufstiegsberechtigt, bestreitet nunmehr sein erstes Oberligaspiel der Vereinshistorie. Dabei ist die Mannschaft komplett zusammengeblieben, einziger Neuzugang ist Maik Preus (Witten Baskets), der für mehr Physis sorgen soll. „Star“ der Mannschaft aber ist der Trainer: Heikel Ben Maftah. Der Siegerländer mit tunesischen Wurzen trainiert seit Jahr und Tag diverse Teams bei den Freudenbergern, fungiert zudem seit Jahren als Teambetreuer der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Und in dieser Funktion war er auch bei den Olympischen Spielen in Tokio vor Ort. „Heikel und ich kennen uns schon seit Jahren. Fachlich und menschlich ist er ein Toptyp, lebt ähnlich intensiv für den Basketball wie ich. Von daher gönne ich ihm den Aufstieg ganz besonders“, lobt Hujic seinen Trainerkollegen in den höchsten Tönen.

Am Sonntag aber sind die beiden sportliche Konkurrenten, „und natürlich haben wir den Anspruch, bei einem Aufsteiger zu gewinnen“, so Hujic. Verzichten muss er auf Colo (Urlaub) und Danatsidis (krank), sodass ein Zehner-Kader zur Verfügung steht.

Auftakt auch für Reserve

In der Bezirksliga trifft die zweite Mannschaft der Baskets um 13 Uhr in Freudenberg auf die Reserve des TV.

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