Anschluss zu den Profis für Haris Hujic

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Trainiert seit Ende März mit dem BBL-Team: Haris Hujic.

Schalksmühle - Ferien dienen Schülern eigentlich zur Entspannung. Oder zur Möglichkeit, sich fit zu machen für anstehende Abiturprüfungen. Nicht so bei Haris Hujic. Der Schalksmühler bereitet sich dieser Tage zwar in der Tat auf die Abschlussprüfungen vor, neben dem normalen NBBL-Training steht für Hujic seit wenigen Tagen aber ein neuer, ganz besonderer Punkt auf dem Tagesprogramm.

Von Wesley Baankreis

Seit Beginn der Osterferien trainiert er im Bundesligateam von Phoenix Hagen. Fünf Mal pro Woche bestreitet der Aufbauspieler seit Ende März die Vormittagseinheit mit dem BBL-Kader von Trainer Ingo Freyer in Hagen neben dem regulären NBBL-Training und den individuellen Einheiten. Eine Flut von neuen Eindrücken sind die Folge. „Auf dem Feld ist es eine große Umstellung. Der körperliche Unterschied macht sich extrem bemerkbar, da mir als Jüngstem eigentlich alle überlegen sind“, berichtet Hujic.

Die taktische Ausrichtung mit dem schnellen, sehr auf die Guardpositionen fokussierten Stil kommt dem Schalksmühler zweifelsohne entgegen. „Das Spielsystem unterscheidet sich klar von dem, was wir in der NBBL spielen. Aber das kommt meinen Stärken entgegen.“ Zudem trifft Hujic neben seinen NBBL-Teamkameraden Jonas Grof und Marcel Keßen mit Niklas Geske, Moritz Krume und Fabian Bleck auf viele bekannte Gesichter früherer NBBL- und JBBL-Mannschaften. Die ersten Tipps sammelte der 17-jährige aber durch die Routiniers im Kader. Besonders David Bell hat das Schalksmühler Talent mit seiner Erfahrung direkt beeindruckt. Neben dem Herantasten an das Bundesliganiveau erhofft sich der Aufbauspieler auch kurzfristig einen Vorteil für den weiteren Verlauf der NBBL-Play-Offs.

Dass Haris Hujic ins Training des BBL-Teams aufgenommen wurde, war indes nicht völlig überraschend. Noch bevor der Schalksmühler im Januar zum MVP des NBBL-All-Star-Games gewählt wurde, gab es bei Phoenix bereits im Dezember vergangenen Jahres die Überlegung, Hujic und Jasinski ins Training einzubinden. „Bei uns sollen die besten Nachwuchsspieler jedes Jahr nach dem Ende der Regionalligen ins Training eingebunden werden. Haris und Julian haben sich durch ihre Leistungen in ihren Seniorenteams und der NBBL empfohlen. Gerne wollen wir beide auch in der neuen Saison mit einer Doppellizenz im BBL-Kader haben. Gerade bei Haris gibt es – nicht zuletzt durch seinen MVP-Titel beim All-Star-Game – aber auch andere Vereine, die auf ihn aufmerksam geworden sind“, sagt Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann, der in den kommenden Jahren möglichst alle deutschen Plätze im BBL-Kader mit Eigengewächsen besetzen will.

Wechsel an US-Hochschule steht außer Frage

Ob sich Haris Hujic in der kommenden Spielzeit für die Doppellizenz bei Phoenix entscheidet, wird sich erst im Frühsommer entscheiden. Aktuell haben die anstehenden Prüfungen und die NBBL Play-Offs vorrangige Priorität. Sicher ist aktuell aber, dass er nicht, wie etwa der gleichaltrige Moritz Wagner, der im Sommer in die NCAA zu den Michigan Wolverines geht, an eine US-Hochschule wechselt. „Mein Stil ist europäisch und passt weniger zu den Systemen der US-Colleges“, so Hujic mit Blick auf den generell schweren Stand für europäische Aufbauspieler im Collegesportsystem.

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