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Basketball im WBV: Letzte Hoffnung auf Saisonstart am 3. Mai

Basketballer beim wurf
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Gibt es noch eine Saison 20/21 für Niko Koudas und die Baskets Lüdenscheid? Der neue Plan des Verbandes ist nun, die Spielzeit am 3. Mai zu beginnen.

Der WBV und seine Vereine haben am Freitag das beschlossen, was eigentlich klar war: Einen Saisonstart im März wird es corona-bedingt nicht geben. Nun hofft der Verband, dass es Anfang Mai losgehen kann.

Lüdenscheid – Auch die Basketballer hangeln sich dieser Tage von einem möglichen Starttermin zum nächsten: Am Freitagabend fand die bereits siebte digitale Konferenz mit Vertretern des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) und der Vereine seit Beginn der Corona-Pandemie statt. Das Ergebnis: Der Saison-Starttermin Anfang März ist nicht mehr zu halten. Neuer Wunschtermin ist nun der 3. Mai.

Kein einziges Spiel haben die Baskets Lüdenscheid bisher in der Saison 20/21 absolviert. Der Baskets-Vorsitzende Frank Zacharias, der am Freitag gemeinsam mit deutlich mehr als 100 Vereinsvertretern den Ausführungen von Lothar Drewniok, WBV-Vizepräsident Spielbetrieb und Sportorganisation, und Nadeesh Kattur, WBV-Vizepräsident Jugend und Nachwuchsleistungssport, am Bildschirm lauschte, berichtet von einem nicht zu euphorischen Stimmungsbild unter den Zuhörern.

„Manche haben für einen direkten Abbruch der Saison plädiert, um Planungssicherheit zu haben“, sagt Zacharias, „bei vielen anderen Vereinsvertretern war die Skepsis groß, dass es noch etwas wird.“

Basketball im WBV: Letzte Hoffnung auf Saisonstart am 3. Mai

Klar ist: Eine Rückkehr in die Sporthalle spätestens Anfang April ist notwendige Voraussetzung, um noch genügend Vorlauf bis Anfang Mai zu haben. „Nach einer so langen Pause wäre das Verletzungsrisiko sonst viel zu hoch“, sagt Zacharias, der sich am Freitagabend auch in kleinerer Runde mit anderen Vereinsvertretern austauschen durfte. Der WBV hatte im Rahmen der Konferenz als Neuerung über einen Zufalls-Generator kleine Untergruppen-Konferenzen ermöglicht, in denen ein aktiver Austausch stattfinden sollte. Unter anderem mit Vertretern aus Iserlohn und Brühl hatte der Lüdenscheider gesprochen. „Das war eine gute Sache“, sagt Zacharias, „jeder Verein hat je nach Größe und Spielklasse ja andere Dinge, auf die er schaut. Nicht jeder hat dieselben Voraussetzungen, Online-Training anzubieten. Da kommt es auch immer auf den Trainer an.“

Eines eint die Klubs indes: Sie können nach wie vor nicht in die Sporthalle. Sollte es immerhin bis Anfang April gelingen, dann dürften zwischen Mai und Ende Juni verkürzte Spielrunden (halbierte Staffeln, Vorrunde, danach Endrunde) warten. Ein Konzept, das gar nicht so sehr im Detail vorgestellt wurde – dafür ist alles dieser Tage noch zu fragil. „Klar ist, dass der Verband gerade für die Jugend noch etwas anbieten will“, sagt Zacharias und findet das auch sehr gut. Den Nachwuchs in der Krise zu halten, ist eine der größten und wichtigsten Herausforderungen für die Vereine.

Wenn es so ein Angebot geben sollte, werden wir auch alles dafür tun, aufzusteigen. Wir haben Jungs, die das Zeug dazu und auch richtig Lust auf die 2. Regionalliga haben!

Frank Zacharias (Baskets-Vorsitzender)

Dass in den Runden ab Mai auch Vereine die Möglichkeit haben sollen, ohne Sanktionen nicht mehr anzutreten, legt den Schluss nahe, dass diese Runden dann – mit Ausnahme der 1. und 2. Regionalliga, in denen die Saisonetats größer sind und es auch deshalb verbindlicher zugehen soll – niemand mehr absteigen sollte. Klar ist auch bereits, dass in den Jugend-Spielrunden die Ergebnisse definitiv keine Rolle spielen sollen bei der Punktvergabe für die Klasseneinteilung der Folgesaison. Die Saison der Jugend wird für diese Wertung komplett neutralisiert.

Baskets-Vorsitzender Frank Zacharias nahm für seinen Verein an der WBV-Konferenz teil.

Was zu klären bleibt für die erhoffte Minisaison, das ist die Frage, ob es bei den Senioren ab der Oberliga abwärts noch um Aufstiege gehen könnte. Die Baskets Lüdenscheid haben in der Oberliga ein Team mit Ambitionen. Für sie wäre es ein sehr interessanter Aspekt, wenn es im Mai losgehen sollte.

„Wenn es so ein Angebot geben sollte, werden wir auch alles dafür tun, aufzusteigen“, sagt Frank Zacharias, „wir haben Jungs, die das Zeug dazu und auch richtig Lust auf die 2. Regionalliga haben.“ Zacharias hält inne, dann ergänzt er: „Dazu müssten wir aber erst einmal zurück in die Halle. Das sehe ich noch nicht, und deshalb fällt es mir persönlich im Moment auch schwer, den Start im Mai als realistische Möglichkeit zu betrachten.“

Noch kein Mitgliederschwund, aber kaum neue Mitglieder

Ein Thema, das die Vereine neben einem möglichen Spielbetrieb in den Monaten Mai und Juni aktuell auch beschäftigt, ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen. „Der Mitgliederschwund ist aber längst nicht so stark wie befürchtet“, sagt der Baskets-Vorsitzende Frank Zacharias und kann die allgemeinen Rückmeldungen auch für seinen Verein bestätigen. Noch halten die Mitglieder den Basketball-Klubs die Treue, wobei die allgemeine Befürchtung am Freitag jene war, dass nun eine Austrittswelle zum Ende des Geschäftsjahres (Saison) folgen könnte.

Klagen gab es seitens der Vereine, dass man durch den langen Lockdown kaum Chancen habe, neue Mitglieder zu gewinnen, gerade im Jugendbereich. Auch diese Sorge teilt Zacharias. „Wir laufen Gefahr, einen kompletten Jahrgang zu verlieren. Ich hoffe, dass wir da bei den jetzt Acht-/Neunjährigen nicht ein Loch bekommen“, sagt der Vereinschef, der noch ein Stimmungsbild des Freitags betont: Die Vereine wünschen sich, dass der Verband den Wunsch an die Politik heranträgt, dass man die Sportler bei Lockerungen gleichbehandeln solle.

„Die Sorge“, sagt Frank Zacharias, „ist, dass die Fußballer eher wieder auf den Platz dürfen als die Hallensportler in die Halle. Dann könnten gerade Jugendliche, die sich so lange nicht bewegt haben, zu der Sportart laufen, die als erstes angeboten wird.“ Nicht nur für die Basketballer könnte dies nicht nur kurzfristig ein massives Problem sein.

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