Phoenix in der BGL-Halle: Korbjagd als rasante Show

500 Zuschauer sahen gestern in der BGL-Halle das Gastspiel von Phoenix Hagen gegen Excelsior Brüssel und waren begeistert.

LÜDENSCHEID -  Es war das erwartete Basketball-Fest für die Fans in Lüdenscheid: Bundesligist Phoenix Hagen, der Kooperationspartner von Gastgeber Baskets Lüdenscheid, besiegte am Mittwochabend vor 500 Zuschauern in der BGL-Halle Excelsior Brüssel 93:69 (19:26, 23:22, 27:14, 24:7) und legte damit eine gelungene Generalprobe vor dem Liga-Start am nächsten Donnerstag in Würzburg hin.

Dabei ging es nicht gut los für die Hagener im benachbarten Sauerland. Erst standen die Korbjäger aus Brüssel im Stau und kamen verspätet im BGL an, weshalb die Partie mit 30 Minuten Verspätung begann. Und als dann gespielt wurde, wollte der Play-Off-Teilnehmer der Vorsaison einfach nicht ins Spiel finden. Die Hagener Defense ließ dem Gast aus Brüssel viel zu viel Raum, in der Offensive lebten die Basketballer aus der Nachbarstadt zumeist von Einzelaktionen. Da konnte das Publikum, angetrieben von Dirk Weiland, noch so mitgehen – das erste Viertel gehörte den Excelsior-Korbjägern, die sich nach zehn Minuten ein 26:19 herausgearbeitet hatten. Sie hatten da weitergemacht, wo sie im ersten Vergleich mit Hagen aufgehört hatten – das Team aus Brüssel hatte den Hagenern im Verlauf der Vorbereitung die einzige Niederlage zugefügt.

Die Volmestädter wirkten auch im zweiten Viertel müde von der harten Trainingseinheit, die sie hinter sich hatten. Aus der Distanz fehlte die Präzision, in der Defensive weiter die Aggressivität. Gleichwohl war es nun ein Kräftemessen auf Augenhöhe. Hagens Coach Ingo Freyer hatte nach neun Minuten seinen neuen Spielmacher Henry Dugat aufs Parkett geschickt. Er machte mächtig Betrieb. Bis auf 42:43 verkürzte Phoenix, dann aber legte Brüssel wieder zum 42:48 nach. Es war in der Tat keine gute Halbzeit für das Freyer-Team.

Mit Filzstiften ins fünfte Viertel

Aber es blieben noch 20 Minuten. 20 Minuten, die die Zuschauer in Lüdenscheid goutierten und die das Hagener Team nutzte, um die Verhältnisse zurechtzurücken. Gefühlte 50 Prozent mehr an Einsatz und Aggressivität waren es nun im Hagener Spiel. Die Defense setzte den Gast aus Brüssel unter Druck und provozierte Excelsior-Ballverluste, im Angriff gelang auch vieles, was vorher nicht gelungen war. Die Dreier-Quote wurde deutlich besser, neben Dugat drehte auch David Bell im letzten Viertel aus der Distanz auf. Der Vorsprung der Belgier war jedenfalls bald aufgebraucht. Beim 54:52 (24.) führte erstmals Hagen. 27:14 ging das dritte Viertel an die nun deutlich stärkeren Feuervögel. Und es sollte sogar noch ein Kantersieg werden, denn das Team aus Brüssel brach in den letzten zehn Minuten komplett ein. 24:7 entschieden die Hagener diesen Abschnitt für sich. Spätestens jetzt war die Stimmung riesig im BGL. Und im fünften Viertel gaben die Hagener auch noch Gas – nun ausgerüstet mit dicken Filzstiften und bemüht, auch die Wünsche aller Autogrammjäger zu befriedigen.

Thomas Machatzke

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