Basketball: Interview

„Es wäre mehr drin gewesen“

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Musste nicht nur einmal lauter werden: Trainer Amir Hujic.

Lüdenscheid - Als unglücklicher Vizemeister der Saison 2016/17, als sie am letzten Spieltag den schon sicher geglaubten Aufstieg noch aus der Hand gegeben hatten, waren die Oberliga-Basketballer der Baskets Lüdenscheid in die Serie 2017/18 gestartet, die sie auf Rang fünf abgeschlossen haben.

Marc Kusche sprach mit Trainer Amir Hujic. Rang fünf mit zwölf Siegen und zehn Niederlagen: 

Kann dich diese Bilanz zufrieden stellen?

Hujic: Auf den ersten Blick sicherlich nicht. Dafür haben wir einfach zu oft verloren, unter anderem die Auswärtsspiele bei den letzten Drei der Tabelle. Wir waren schlichtweg nicht konstant genug, weder von Woche zu Woche noch innerhalb eines Spiels. Dafür gibt es aber auch Gründe, denn wir waren im besten Falle in drei Partien kadermäßig gänzlich komplett. Gerade Leistungsträger wie Darko Dimkovski und Mamadou Kouyate sind mir verletzungsbedingt oder aus privaten Gründen wochenlang weggebrochen. Das hat richtig weh getan und war letztlich auch nicht zu kompensieren. 

Was hat dich besonders geärgert und was gefreut?

Hujic: Wie schon gesagt, unsere personelle Misere war teils wirklich dramatisch. Ich bin ja schon ein paar Jahre bei den Baskets tätig, aber so schlimm war es noch nie. Dazu hat mich das immer wieder phlegmatische Auftreten aufgeregt. Mal haben die Jungs zu früh den Kopf in den Sand gesteckt oder sie haben den Teamgedanken gänzlich vergessen und stattdessen eine ‘Ego-Zockerei’ betrieben. Das musste nicht sein. Insbesondere gefreut habe ich mich darüber, dass sich Spieler aus der zweiten Reihe wie Anouar Bahri und Mohamad Ahmad sehr gut weiterentwickelt haben, dazu ist Rückkehrer Max Lüke sowohl sportlich als auch als Persönlichkeit unglaublich gereift.

Es ist zwar nur spekulativ: Aber was wäre deiner Meinung nach in dieser Saison möglich gewesen?

Hujic: Hamm hätten wir auf die Distanz gesehen sicher nicht gefährden können. Aber mit den Iserlohn Kangaroos II, die als Zweiter vielleicht sogar auch noch aufsteigen können, hätte ich uns schon auf Augenhöhe gesehen, wenn die personellen Probleme nicht gewesen wären. 

Ein Blick nach vorn: Wie geht es, insbesondere personell, weiter? 

Hujic: Klar ist, dass ich als Trainer ein Jahr dranhängen werde. Mein Ziel ist es erst einmal, den aktuellen Kader möglichst zu halten, doch das wird nach ersten Gesprächen schwierig und könnte sich noch lange hinziehen. So ist es bei Max Lüke und Pat Frackiewicz offen, wohin es sie beruflich verschlagen wird, bei Mamadou Kouyate und Darko Dimkovski wird sich zeigen, ob sie uns erhalten bleiben. Ihre Entscheidungen stehen noch aus. Bei den restlichen Spielern aber bin ich zuversichtlich, dass sie bleiben werden. 

Hast du einen persönlichen Fahrplan, bis wann du Planungssicherheit haben möchtest? 

Hujic: Wir werden im Mai wieder mit dem Training beginnen und das bis zum Beginn der Sommerferien Mitte Juli durchziehen. Im besten Fall möchte ich dann Klarheit haben. Aber der Sommer ist lang, und es wird gegebenenfalls noch genug Zeit bleiben, um sich nach Ersatz umzusehen, wenn uns der ein oder andere verlassen sollte. Ich möchte auf jeden Fall ein ambitioniertes Team auf die Beine stellen, das ernsthaft in der Oberliga um den Aufstieg mitspielen kann. 

Amir Hujic, vielen Dank für das Gespräch!

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