Balve Optimum

Kristina Sprehe gewinnt Dressur-DM

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Kristina Sprehe (links) gewann den Grand Prix Special und DM-Gold.

Balve - Kristina Sprehe hat sich beim Balve Optimum mit ihrem Sieg im Grand Prix Special am Samstag ihren ersten Deutschen Meistertitel in der Dressur gesichert. Auf Desperados erzielte die 26-Jährige 83,784 Prozent.

Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu nickte am Rand immer wieder zustimmend mit dem Kopf, Vater Paul blickte angespannt ins Viereck und Tochter Kristina Sprehe aus Dinklage konnte ihr Glück nach einem weiteren souveränen Auftritt auf ihrem 13-jährigen Rappen Desperados kaum fassen, strahlte vor Glück.

Die Mannschafts-Europameisterin gewann am Samstag auf dem Turniergelände am Schloss Wocklum in beeindruckender Manier den Grand Prix Special und sicherte sich in Abwesenheit von Deutschlands derzeit erfolgreichster Dressurreiterin Helen Langehanenberg mit 83,784 Prozent ihren ersten nationalen Meistertitel.

„Desperados war heute wieder super-relaxed. Ich bin total glücklich“, strahlte Kristina Sprehe. Vater Paul gehörte zu den ersten Gratulanten, lobte seine Tochter und Desperados für „absolut tolle Leistungen“ beim Grand Prix de Dressage am Freitag und den deutlichen Sieg am Samstag bei der Vergabe des ersten von zwei Meistertiteln im Viereck.

Rang zwei ging an Ulla Salzgeber (Blonhofen) auf Herzruf's Erbe (77,627) vor der Paderbornerin Fabienne Lütkemeier mit D'Agostino (77,373). Weniger Grund zur Freude hatte die fünfmalige Olympia-Siegerin Isabell Werth. Nach einer ordentlichen Vorstellung im Grand Prix am Freitag und Platz zwei mit Don Johnson lief es beim Grand Prix Special am Samstag alles andere als optimal. Werths zwölfjähriger Hannoveraner Wallach zeigte sich längst nicht so seriös, wie es die erfahrene Reiterin noch am Freitag zu Protokoll gegeben hatte.

„Den Übergang müssen wir noch mal üben“, rief Isabell Werth Bundestrainerin Theodorescu zu, als sie im Sattel von Don Johnson das Viereck verließ. Der Übergang zur Piaffe misslang in der Tat, der zwölfjährige Wallach weigerte sich und hüpfte auf der Stelle. Isabell Werth gab sich selbst die Schuld: „Ich habe den Übergang verpatzt, da wollte er angaloppieren.“

Kleinste Reiterschwächen nutze der Wallach gerne aus. „Er ist eben sehr clever, pfiffig und intelligent“, sagte Werth mit einem Lächeln. 75,529 Prozent langten „nur“ für Platz vier, weil das letzte Paar - Fabienne Lütkemeier und D'Agostino - einen besseren Eindruck hinterließ und mit 77,373 Prozent die Rheinbergerin noch vom Podest stieß.

Lütkemeier platzierte sich somit wie schon bei der Wertungsprüfung am Freitag auf Rang drei und holte bei den nationalen Titelkämpfen nach Bronze in der Kür im vergangenen Jahr ihre zweite DM-Medaille.

Knapp vor Lütkemeier lag Ulla Salzgeber, die mit Herzruf's Erbe einen sicheren Ritt hinlegte und sich über das silberne Edelmetall freuen durfte. 2011 stand sie bereits einmal mit dem rheinischen Wallach auf dem Balver Treppchen (Bronze), nun wurde es Silber. Der Abstand auf Siegerin Sprehe und Desperados war aber mit über sechs Punkten beachtlich und unterstrich die Dominanz von Sprehe, die damit auch am Sonntag (10.30 Uhr) mit ihrer neuen Kür im Orletal als Favoritin auf den zweiten Meistertitel ins Viereck gehen dürfte.

„Die Leistungen hier in Balve geben natürlich eine gewisse Sicherheit. Alle haben bewiesen, dass sie konzentriert bei der Sache und starke Prüfungsreiterinnen sind“, betonte Klaus Roeser, Vorsitzender des Dressurausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees, mit Blick auf die weitere Saison, deren Höhepunkt Ende August die Weltreiterspiele in der Normandie sein werden. - Von Lars Schäfer

Fotostrecke: Der Samstag beim Balve Optimum

Balve Optimum: Der Samstag

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