Monica Theodorescu: „Im Optimum steckt Herzblut“

Bundestrainerin der Dressurreiter: Monica Theodorescu

Balve - Als aktive Dressurreiterin sammelte Monica Theodorescu unzählige Trophäen, gewann unter anderem mit deutschen Dressurmannschaften bei den Olympischen Spielen 1988, 1992 und 1996 jeweils die Goldmedaille. Seit Oktober 2012 ist die zweimalige Weltcupsiegerin Bundestrainerin der deutschen Dressurreiter. Sportredakteur Lars Schäfer sprach im Vorfeld des Balve Optimum (15. bis 18. Mai) mit der 51-Jährigen, die im Münsterland eine eigene Reitanlage betreibt.

Im Weltcup-Finale der Dressur wurde Titelverteidigerin Helen Langehanenberg auf Damon Hill Zweite, in Balve wird Deutschlands beste Dressurreiterin ihrem Spitzenpferd aber eine Pause gönnen. Eigentlich sollten alle A-Kaderreiter im Orletal mit ihren Top-Pferden antreten, da das Championat im Sauerland als Sichtung für die WM Ende August in der Normandie gilt. Bei Langehanenberg macht der deutsche Verband jedoch eine Ausnahme. Warum?

Theodorescu: Die Deutsche Meisterschaft in Balve ist keine offizielle Sichtung für die Weltmeisterschaft, sondern eine Meisterschaft, zu der alle Kaderreiter, und die es noch werden wollen, verpflichtet sind. Helen Langehanenberg und Damon Hill haben vor 14 Tagen das Weltcup-Finale in Lyon bestritten, die Weltmeisterschaft ist im August. Und die Deutsche Meisterschaft ist in diesem Jahr außergewöhnlich früh – nämlich vier Wochen früher als in den Jahren zuvor.

Sonst war die Deutsche Meisterschaft auch erste Sichtung auf dem Weg zum Championat. Das ist in diesem Jahr eben durch den vorgezogenen Termin anders. Vor dem Hintergrund, dass die DM in Balve somit keine offizielle Sichtung ist, gönnen wir Damon Hill jetzt eine Pause. Er ist auch sehr intensiv in der Zucht im Einsatz. Das Verständnis müssen wir den Besitzern gegenüber aufbringen. Deshalb bekommt er jetzt seine verdiente Pause.

Neben Damon Hill wird auch der einstige „Wunderhengst“ Totilas nicht in Balve zu sehen sein. Verlieren die Deutschen Meisterschaften in der Dressur in diesem Jahr an Qualität?

Theodorescu:  Nein, überhaupt nicht. Wir haben ein sehr spannendes Starterfeld und ein sehr hohes Niveau im Championats- und im B-Kader. Deswegen wird es, denke ich, eine sehr spannende Meisterschaft. Wir wissen nicht, wer gewinnen wird. Die Meisterschaften werden sehr offen sein. Es kann im Special und in der Kür auch verschiedene Titelträger geben. Von daher ist da alles offen und wir werden ein sehr hohes Niveau erleben.

Isabell Werth, Anabel Balkenhol und Fabienne Lütkemeier werden im Viereck stehen. Wer gilt für Sie als Favoritin?

Theodorescu: Da sind noch einige Reiterinnen mehr: Kristina Sprehe, Jessica von Bredow-Werndl...

Aber Werth, Balkenhol und Lütkemeier sind drei Namen, die man besonders auf dem Schirm haben muss...

Theodorescu: Wir müssen alle auf dem Schirm haben. Es ist alles offen.

Im vergangenen Jahr ritt Fabienne Lütkemeier aus Paderborn bei der Seniorenmeisterschaft in der Kür auf ihrem Hannoveraner D’Agostino erstmals aufs Podest und wurde Dritte. Was trauen Sie der Mannschafts-Europameisterin von 2013 in diesem Jahr zu?

Theodorescu: Auch in diesem Jahr, denke ich, wird Lütkemeier gute Leistungen abgeben. Sie war letzte Woche auf dem Turnier in Hagen sehr erfolgreich mit zwei dritten Plätzen und einer sehr hohen Prozentzahl. Ich denke, dass sie dieses Jahr vielleicht noch ein bisschen besser sein wird. Sie hat sich im Verlauf des vergangenen Jahres und auch diesen Winter hindurch stetig verbessert.

Team-Europameisterin Kristina Sprehe und ihre Top-Pferd Desperados feierten nach fünf Monaten Pause bei „Horses & Dreams“ ein tolles Comeback. Im Grand Prix Special war das Paar nicht zu schlagen. Was ist für die beiden im Sauerland möglich?

Theodorescu: Ich denke, dass auch für Kristina Sprehe hier in Balve alles möglich ist. Ihr Hengst Desperados ist in sehr, sehr guter Form und sie ist hochmotiviert.

Im August steht der Saisonhöhepunkt mit den Weltmeisterschaften im französischen Caen auf dem Programm. Wie wichtig ist das Turnier in Balve mit Blick auf die WM?

Theodorescu:  Balve ist ein erster Check, bei dem alle aufeinandertreffen – auch wenn wir hier jetzt keine offizielle Sichtung haben. Aber alle Reiter und alle Top-Pferde werden in Balve aufeinandertreffen und müssen sich zeigen. Dann ist das schon mal ein erstes Standing – und nach dem Turnier wissen wir mehr.

Was verbinden Sie persönlich mit dem Balve Optimum?

Theodorescu:  Viel. Ich bin hier schon sehr lange selbst am Start gewesen, auch ohne Deutsche Meisterschaften. Auch früher gab es hier schon Turniere. Ich bin dem Hause Landsberg-Velen sehr verbunden und kenne das Turnier und die Anlage in Balve in und auswendig. Dieses Turnier hat viel Familie in sich. In dem Optimum steckt viel Herzblut.

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