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Ausfall wiegt schwer: SGSH erlebt in der Westpress-Arena ihr Waterloo

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Von: Thomas Machatzke

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SGSH Hamm Dmytruszynski Handball
Enttäuscht nach dem Rückfall: Trainer Maciej Dmytruszynski. © Machatzke, Thomas

Beim 21:35 (11:18) erlebte die SGSH in der Westpress-Arena beim ASV Hamm Westfalen II ihr Waterloo. Nach zwei guten Spielen zeigte das Team ohne Kapitän Florian Diehl seine schwächste Saisonleistung.

Hamm – Waterloo in der Westpress-Arena: Die SGSH Dragons gingen am 6. Spieltag der neuen Saison in der 3. Liga West beim ASV Hamm-Westfalen II 21:35 (11:18) unter. Es war nach zuletzt zwei sehr guten Heimspielen der neu formierten Mannschaft die mit Abstand schwächste Leistung in dieser Spielzeit gegen einen Gegner, dem in der auch für ihn ungewohnten Hammer Bundesliga-Heimspielstätte über weite Strecken sehr viel gelang.

Die Hiobsbotschaft, die die komplette Versuchsanordnung veränderte, gab’s beim Gast bereits nach dem Abschlusstraining am Freitagabend. Nach einem Pferdekuss in einer 1:1-Trainingssituation musste SGSH-Kapitän Florian Diehl in Hamm passen – der überragende Spieler der Vorwoche und Chef der Abwehr fehlte auf dem Parkett der Westpress-Arena an allen Ecken und Enden.

Erst recht, weil mit Bogdan Criciotoiu (verletzt) ein weiterer potenzieller Innenblock-Spieler in der 6:0-Abwehr ausfiel. Ach Kai Lüsebrink (krank) musste passen. So war es nur ein Rumpfteam der SGSH, in dem sich zudem Brian Gipperich sichtlich angeschlagen über die volle Distanz kämpfte – aber auch nicht so effektiv war wie zuletzt.

Ausfall wiegt schwer: SGSH erlebt in der Westpress-Arena ihr Waterloo

3:0, 6:3, 12:7 (20.) – die SGSH fand von Beginn an nicht in die Partie, musste einen starken Gastgeber langsam, aber stetig davonziehen lassen. Das hatte so manchen Grund. Das Torwartduell ging verloren, weil auf Hammer Seite Wesemann eine ganz starke Partie machte und die soliden SGSH-Keeper deutlich ausstach. Dazu indes bekam die SGSH-Abwehr eigentlich nie richtig Zugriff. Ex-SGSH-Spieler Moritz Eigenbrodt wirbelte den Abwehr-Innenblock durcheinander und fand auch immer wieder schön den Kreisläufer.

Deutlich effektiver aber noch waren die Gastgeber über die linke Außenbahn. Seit einigen Wochen beackert Nils Stange diese linke Außenbahn. Während der Saison ist der schnelle Außen vom TuS Volmetal nach Hamm gewechselt. Ein guter Bekannter, hätte der Betrachter meinen müssen, denn Stange hatte der SGSH beim BDO-Cup am Volmewehr noch für den TuS zwölf Treffer eingeschenkt. Doch die Erinnerung daran schien nicht mehr so präsent. Die SGSH schaffte es erneut nicht, die Kreise des agilen Linksaußen einzuengen, weder Vladislav Yorgow noch Finn Schnepper. Am Ende standen für Stange – ohne Fehl und Tadel im Abschluss – elf Treffer zu Buche. Damit war der Sohn von HSG-Lüdenscheid-Trainer Thorsten Stange ohne Wenn und Aber der Mann des Tages in der Westpress-Arena.

Dragunski: „Du musst den Ehrgeiz haben, die Niederlage in Grenzen zu halten“

Die SGSH hatte im allgemeinen Niedergang keinen Mann des Tages. Die Leistung war im Kollektiv eine sehr dürftige. Als die Hammer nach der 18:11-Pausenführung zunächst ein wenig Mühe hatten, nach dem Wechsel wieder Fahrt aufzunehmen, stockte auch der SGSH-Motor. Statt dem Ansatz einer Aufholjagd ging es so bald wieder in die andere Richtung los. Nach nur 49 Minuten stand es bereits 30:16 für die Hausherren, bei denen Trainer Dirk Schmidtmeier fortan einigen A-Junioren Einsatzzeiten schenkte. Doch auch gegen die zweite Garde des ASV und mehrfach in Überzahl gelang es der SGSH nicht, die Niederlage noch ein wenig besser in Grenzen zu halten. Allein auf der Zielgeraden verfehlte der Gast in Überzahl nach Ballgewinnen mehrfach aus der Distanz das leere ASV-Tor. Es war ein Gesamtvortrag, der die Fans schon ein wenig auf Halloween einstimmte.

„Wir haben eine Truppe am Start gehabt, die durchaus konkurrenzfähig ist, aber wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Das war keine gute Leistung“, stellte auch der Sportliche Leiter der SGSH, Mark Dragunski, fest, der erstmals in dieser Saison – aufgrund des Fehlens von Torwart- und Athletik-Trainer – mit auf die SGSH-Bank gegangen war. „Du musst den Ehrgeiz haben, die Niederlage in Grenze zu halten. Natürlich: Du spielst nicht gut, aber dann musst du zumindest alles geben, um hoch erhobenen Hauptes vom Feld gehen zu können“, erklärte Dragunski weiter, „aber wir haben uns einfach herspielen lassen, haben hintenraus komplett die Nerven verloren. Das müssen wir in dieser Woche schnell aufarbeiten, denn am Samstag wartet in Augustdorf gegen das Team HandbALL Lippe II direkt wieder ein ganz wichtiges Spiel gegen einen Gegner, der auch um den Klassenerhalt kämpft wie wir – dort werden wir anders auftreten müssen.“

Wir haben zwei Spiele lang als Mannschaft funktioniert. Das war ein schwerer Rückfall. Jeder hat seine eigenen Ideen entwickelt statt sich ans Konzept zu halten. Die Einstellung hat nicht gestimmt. Wir haben über unseren Gegner alles gewusst und besprochen. Aber wir haben trotzdem alles falsch gemacht...

Maciej Dmytruszynski (Trainer SGSH Dragons)

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