Fußball

Geisterspieltickets für den Sauerland-Cup

A-Junioren des TuS Plettenberg 2012 und ein begeistertes Publikum
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Ein großer Moment: Riesenstimmung herrschte beim Sauerland-Cup 2012 nach dem Halbfinaleinzug des TuS Plettenberg. Die Zuschauer spülten stets viel Geld in die Kasse des Vereins - Geld, das jetzt fehlt.

Plettenberg – In normalen Jahren würden sich die Fußballfreunde an diesem Wochenende in der alt-ehrwürdigen Dreifach-Turnhalle in Böddinghausen zum 39. Sauerland-Cup des TuS Plettenberg treffen. Doch Corona hat nicht nur die A-Juniorenkicker noch immer fest im Griff. Schon im Oktober hatte der westfälische Fußballverband (FLVW) entschieden, dass Vereine in diesem Winter keine Hallenturniere ausrichten dürfen.

Und diese Entscheidung betraf auch die 39. Auflage des Sauerland-Cups, der damit zum ersten Mal seit seiner Premiere 1983 nicht stattfinden kann.

„Wer weiß, wieviel ehrenamtliches Engagement in der Organisation und Durchführung steckt, wieviel Herzblut wir in dieses Turnier gießen, kann sich vorstellen, wie schmerzhaft es für uns ist, dass der Ball dieses Wochenende nicht rollen kann“, bedauert Markus Hildebrandt, sportlicher Leiter des TuS Plettenberg, den Ausfall des zweitägigen Turniers.

Zumal es in diesem Jahr eine Besonderheit gegeben hätte, denn erstmalig wäre die zur Saison 20/21 aus der Taufe gehobene Jugendspielgemeinschaft Plettenberg mit ihrer A-Jugend an den Start gegangen – ein Novum in der traditionsreichen Geschichte des Sauerland-Cups, denn bis dato hatte der TuS das Turnier stets im „Alleingang“ bestritten. Nun wäre auch der Nachwuchs des SC Plettenberg als Partner in der JSG hinzugekommen.

Der entgangene Spitzenfußball mit namhaften Vereinen ist das eine – genauso treffen den TuS Plettenberg aber auch die durch die Turnierabsage nicht generierten, aber im Vorfeld für den Jahresetat fest eingeplanten Einnahmen des Turniers.

„Wir machen keinen Hehl daraus, dass der Sauerland- Cup einen großen Teil unseres Budgets für die anfallenden Kosten der Jugendmannschaften pro Jahr deckt. Diese fehlenden Einnahmen reißen eine große Lücke in unsere Jugendkasse“, weiß Markus Hildebrandt, dass es dem TuS Plettenberg nicht anders als vielen anderen Vereinen geht, die auf die Einnahmen aus Veranstaltungen angewiesen sind.

So wirbt der TuS um Unterstützung.

Und deshalb haben sich die Blau-Gelben, wie schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, an die Plattform geisterspieltickets.de angedockt und hoffen auf diesem Weg, zumindest einen Teil der fehlenden Einnahmen kompensieren zu können. „Mit dem Verkauf der Geistertickets hoffen wir auf Eure Unterstützung“, ruft Hildebrandt die Mitglieder des TuS, aber auch allen anderen Fußballfreunde, dazu auf, beispielsweise mit dem Erwerb einer virtuellen Eintrittskarte, den Verein zu unterstützen.

Zur Auswahl stehen neben Tickets aber auch die Stadionwurst, die Limonade oder das Bier, wahlweise in der mexikanischen Variante für den Einzelkonsumenten oder als Kiste für die Mannschaft, dargestellt mit Bügelflaschen im Holzgebinde – wobei man es für die A-Junioren, selbst wenn es nur virtuell ist, beim Radler belassen sollte...

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