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Aufstiegsrunden in Westfalen: Den Handballern läuft die Zeit davon

Harztopf beim handball
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Die Harztöpfe stehen bereit - aber wann dürfen die Handballer wieder in die Hallen?

Bis zum Freitagabend müssen die interessierten Vereine ihre verbindliche Meldung abgeben. Auch wenn es mit dem Training weiter hakt, werden die Aufstiegsrunden-Planungen im Handball-Verband Westfalen konkreter.

Kreisgebiet – Den Handballern läuft die Zeit davon. Bis zum 30. Juni sollen in Westfalen alle Aufstiegs-Entscheidungen gefallen sein. „Wenn wir bis Ende Juli Zeit hätten, hätten wir eine realistische Chance gehabt, die Aufstiegsrunden in einem normalen Rahmen zu spielen“, sagt der Chef der Spieltechnik des HV Westfalen, Andreas Tiemann, „aber so müssen die Vereine nun abwägen, was möglich ist. Eigentlich wollten wir den Vereinen ja vier Wochen Vorlauf geben vor den Spielen. Das wäre aber praktisch ein Trainingsstart in der nächsten Woche...“

Einen solchen wird es wohl in den wenigsten Regionen Westfalens geben können, zumal die Corona-Schutzverordnung vom Freitag für Hallensport selbst bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 nur ein Training mit „maximal zehn Personen aus drei Haushalten“ (plus Geimpfte und Genesene) gestattet. Fast jedes Handballteam fällt dieser Tage durch solch ein Raster. Es ist kein Ansatz, der sich nah an der Realität bewegt.

Die Spielkommission des HV Westfalen hat deshalb am Montagabend getagt und ein Vorgehen zur Ermittlung der Aufsteiger in Ober-, Verbands- und Landesliga beschlossen: Bis Freitagabend (23.59 Uhr) müssen alle Vereine, die für die Aufstiegs- und die Pokalrunde gemeldet haben verbindlich ihre Meldung bestätigen.

Aufstiegsrunde in Westfalen: Den Handballern läuft die Zeit davon

Die Runden sollen im Zeitraum vom 19. bis zum 27. Juni stattfinden. Das bedeutet: Die Vereine müssen in dieser Woche entscheiden, ob sie zur Not auch mit weniger Vorlauf im Training oder womöglich ganz ohne Teamtraining antreten werden, um ihr sportliches Ziel zu erreichen. Wer meldet und dann später zurückzieht, muss mit einem hohen Ordnungsgeld rechnen.

Bei den Teams, die für die Pokalrunde gemeldet hatten, hatten die ersten Rückmeldungen an Tiemann alle denselben Tenor: Schön wäre es gewesen, eine Runde im Mai und Juni zu spielen, aber nun ist das Zeitfenster doch zu unsicher. Mit anderen Worten: Eine Pokalrunde, für die u. a. auch die Männer der HSV Plettenberg/Werdohl gemeldet hatten, dürfte sich damit erledigt haben.

Zur Not Wertungen am grünen Tisch

Was die Aufstiegsrunden angeht, dürften die Vereine länger überlegen. Zur Erinnerung: Der HV Westfalen stellt einen Aufsteiger für die 3. Liga, hier haben sich die Oberligisten aus Altenhagen, Loxten und Harsewinkel für die Runde gemeldet. Aus der Verbandsliga zur Oberliga wird es drei Aufsteiger geben, aus der Landesliga zur Verbandsliga fünf bis sechs. Allein in der Landesliga hatten im ersten Verfahren 21 Männer-Mannschaften für die Aufstiegsrunde gemeldet. Was davon übrig bleibt, wird der Verband am Samstagmorgen auf dem Tisch haben.

Bestenfalls werden es genug Meldungen sein, um die Runden zu planen. Andernfalls aber bedeutet dies nicht, dass es keine Aufsteiger geben wird. „Wenn es in einer Aufstiegsrunde nicht mehr Bewerber als Plätze geben wird, dann werden wir über den Aufstieg am grünen Tisch entscheiden“, sagt Tiemann, „genauso verhält es sich, wenn die Runden am Ende im Juni doch nicht ausgespielt werden können.“

Wenn es in einer Aufstiegsrunde nicht mehr Bewerber als Plätze geben wird, dann werden wir über den Aufstieg am grünen Tisch entscheiden. Genauso verhält es sich, wenn die Runden am Ende im Juni doch nicht ausgespielt werden können.

Andreas Tiemann (Vizepräsident Spieltechnik des HV Westfalen)

Die Spielordnung (§52 und §52a) gibt es so vor: Sollte auf dem sportlichen Weg kein Aufsteiger ermittelt werden können, dann entscheidet die spielleitende Stelle, zum Beispiel nach der Quotientenregelung zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs. „Bei zwei Spielen macht das natürlich gar keinen Sinn, deshalb wollen wir auch unbedingt, dass gespielt wird“, sagt Tiemann.

Auf der anderen Seite macht er deutlich: Wenn eine Runde nicht zustande kommt, weil zu wenig Teams melden, dann bedeutet dies nicht, dass die Gemeldeten den Aufstieg sicher haben. Ein Beispiel: Würden in der Verbandsliga nur drei Mannschaften für drei Plätze melden, dann wären diese drei Mannschaften nicht qua Meldung die automatischen Aufsteiger. Dann würde die Spielkommission die Entscheidung treffen, wer von allen ursprünglich gemeldeten Teams den Aufstieg am meisten verdient hätte. So hätten dann auch Teams aus Hochinzidenz-Gebieten, die aus Vorsicht nicht melden, noch eine Chance.

Nach Eingang der Meldungen könnte es zudem zum Beispiel sein, dass zwei Aufstiegsrunden stattfinden und die anderen vier am grünen Tisch entschieden werden. Nichts ist unmöglich im Moment. Die Spielkommission will so flexibel wie möglich reagieren. Sollten Runden nicht zustande kommen, will die Kommission bereits am Pfingstwochenende die ersten Entscheidungen am grünen Tisch treffen.

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