Auch Patrick Huhn vor dem Absprung

Steht bei der HSG Lüdenscheid mit Blick auf die neue Saison vor dem Absprung: Klassekeeper Patrick Huhn.

LÜDENSCHEID – Männer-Abteilungsleiter Ralf Schlippe ziert sich auf die Anfrage (noch): „Wir führen noch Gespräche.“ Doch in der Handball-Szene pfeifen es die Spatzen längst von den Dächern: Nach den Routiniers Thomas Dralus (HSV Werdohl/Versetal) und Faruk Brahimi (HSG Hohenlimburg) wird auch Klassekeeper Patrick Huhn dem Handball-Verbandsligisten HSG Lüdenscheid zum Saisonende den Rücken kehren.

Huhn, dem gleich eine Handvoll Angebote vorliegen sollen, hat sich offenbar entschieden, seine sportliche Karriere beim Ligarivalen und Namensvetter HSG Gevelsberg-Silschede fortzusetzen, zu dem ihn nicht nur Wohnortnähe, sondern auch verwandtschaftliche Bande (Rückraumschütze Christian Pottkämper ist sein Schwager) verbinden.

Damit droht dem heimischen Klub Mitten im von Trainer Ziel praktizierten Umbruchprozess mit vielen Eigengewächsen ein erheblicher personeller Rückschlag. Denn – es gibt weitere Fragezeichen im HSG-Aufgebot: Die Zukunft von Torjäger Davor Fath steht ebenso in den Sternen wie die von Linkshänder Sebastian Bölling und Linksaußen Florian Füller.

„Fall Fath“: „Davor hat ja eigentlich seinen Rückzug aus der aktiven Laufbahn am Ende der Spielzeit angekündigt. Angesichts der Entwicklung versuchen wir aber, ihn zu überzeugen, noch eine Saison dranzuhängen“, bestätigt Schlippe Gespräche.

„Fälle“ Bölling und Füller: „Beide haben Angebote anderer Vereine (Anm. der Redaktion: Bölling u.a. aus Werdohl, Perspektivspieler Füller von der SGSH) vorliegen. Wir haben miteinander gesprochen und uns darauf verständigt, dass wir Anfang Februar zu einer Entscheidung kommen“, kämpft Schlippe mit vorhandenen Mitteln um den Verbleib der Stammkräfte.

Klappt’s nicht, muss die HSG personell nachlegen, wenn sie eine ähnlich gute Rolle wie in dieser Saison spielen will. „Natürlich haben wir angesichts der drohenden Abgänge auch bereits Gespräche mit Spielern aus anderen Vereinen gesucht. Aber konkrete Zusagen haben wir noch nicht“, bestätigt Schlippe zwar das Bemühen der HSG um Ersatz, schränkt aber zugleich ein: „Da herrscht auch im geschäftsführenden Vorstand Einigkeit. Wir werden den Verein nicht noch einmal verschulden, wie es in der Vergangenheit der Fall war, als es viele Jahre gedauert hat, endlich wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Von Vereinsseite können wir einzelnen Spielern lediglich Entschädigungen für den tatsächlich geleisteten Aufwand anbieten. Da haben andere Vereine offenbar andere finanzielle Möglichkeiten“, verweist Schlippe auf vermeintlich besser gestellte Konkurrenten.

Dabei verhehlt der HSG-Abteilungsleiter aber auch nicht: „Machen wir uns nichts vor: Auch bei uns war das vierjährige Engagement eines Thomas Dralus nur dank privater Unterstützung möglich. Dafür müssen wir dankbar sein, denn Thomas hat hier tollen Handball für die HSG gespielt und Werbung für unseren Sport gemacht.“

Ob und inwieweit die HSG aber auch künftig noch von Sponsoren profitieren kann, das steht noch in den Sternen und bestimmt in punkto externer Neuzugänge auch die personelle Entwicklung des Klubs: „Eventuell müssen wir künftig auch ganz auf den eigenen Nachwuchs setzen. Dafür sind die Weichen bereits im vergangenen Jahr mit Trainer Friedhelm Ziel gestellt worden. Dann geht’s sicher künftig zunächst um den Klassenerhalt. Und wenn’s nicht reicht, müssen wir in den sauren Apfel beißen und in der Landesliga weiter machen“, unterstreicht Schlippe nochmals: „Die HSG macht keine Schulden mehr.“

Jörg Hellwig

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