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Eine Saison wie eine Wundertüte

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Von: Thomas Machatzke

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Milena Flechsler (Schalksmühler TV)
Die Lüdenscheiderin Milena Flechsler freut sich mit der Riege des Schalksmühler TV auf die neue Saison 2023 in der Verbandsliga des WTB. © Thomas Machatzke

Vor der Rückkehr zur Normalität steht der WTV-Ligabetrieb.

Kierspe/Schalksmühle – Die Erinnerung geht weit zurück an die letzte reguläre Saison der Turnerinnen in Westfalen. 2019 war es. 2020 lag eine komplette Planung vor, als die Corona-Pandemie alle Planungen zunichte machte, nicht nur bei den Turnerinnen. 2021 und 2022 ging dann auch wenig bis nichts. Gerade einmal im Herbst 2022 ein Probewettkampf, an dem die Teilnahme freiwillig war. Nun geht es zurück in Richtung Normalität, soll 2023 wieder eine Turnsaison bekannter Prägung in Westfalen mit jeweils drei Wettkämpfen in vier Ligen stattfinden – und einem Relegationswettkampf im zweiten Halbjahr, um die Auf- und Absteiger zu ermitteln.

Am Sonntag treffen sich die Vertreter der Vereine in Oberwerries, um diese Saison zu planen. Aus dem Lenne-Volme-Turngau werden Vertreter des Schalksmühler TV und des TSV Kierspe nach Hamm reisen. Die STV-Turnerinnen sind über die Corona-Pause wieder in die Verbandsliga gespült worden. Sie schienen Riesenprobleme zu haben mit dem Personal, doch als es im Herbst wieder losging und in der Verbandsliga „auf Probe“ geturnt wurde, gewannen sie diesen Wettkampf sogar. „Im Moment läuft es ganz gut“, sagt denn auch Trainer Jochen Gerlach und sieht der Saison mit seinem Stammpersonal von fünf Turnerinnen (Jana Simroth, Milena Flechsler, Merisa Zornic, Svenja Djihangiroff und Lara Ausborn) zuversichtlich entgegen.

In Kierspe ist man nach dem weniger guten Abschneiden beim Probewettkampf in der Landesliga 2 vorsichtiger. „Man muss sehen, wie stark die Liga ist“, sagt Trainerin Britta Hütz, „wir haben ja schon einen großen Umbruch gehabt.“ Im Grunde schickt der TSV nun die „nächste Generation“ um Emily Stange und Leni Wiemer an den Start. Eine hochveranlagte Generation, allerdings noch recht jung. Doch Vorfreude gibt’s auch in Kierspe, dass es endlich wieder regulär losgehen wird im April.

Das jedenfalls hoffen die Vereine im Moment, denn: Für den zweiten Saisonwettkampf am 20./21. Mai ist mit Oerlinghausen ein Ausrichter gefunden, für den dritten Wettkampf am 3./4. Juni mit Birkelbach ebenfalls. Und die Relegation findet am 11./12. November in Bad Oeynhausen statt. Nur: Für den Saisonauftakt am 22./23. April ist der Verband noch auf der Suche nach einem ausrichtenden Verein. STV und TSV Kierspe winken ab: Zu groß der Aufwand, zu hoch die Kosten. Die STV-Abteilung schulterte 2018 ein Liga-Wochenende am Löh: Jochen Gerlach weiß, wovon er da redet. „Wir müssten praktisch jedes Turngerät zum Löh bringen lassen“, sagt er. Das ist in diesem Jahr nicht drin.

„Wenn sich gar kein Ausrichter findet, vielleicht gibt es dann auch nur zwei Wettkämpfe“, sagt Gerlach und hofft, dass sich am Sonntag beim Ligatreffen in Oberwerries die Dinge klären – natürlich am liebsten zum Besten.

Über die Ligatermine hinaus ist das Wochenende 11./12. März bei den Turnerinnen für den WTB-Landescup geblockt. Der Lenne-Volme-Gau wird seine Termine der Gauliga-Saison um diese Verbandstermine herumbauen müssen. Noch ist man im LVG in der Planung. Angedacht sind der 25./26. März, 5./6. Mai und 17./18. Juni.

Die Planungen im Turngau sind auch deshalb nicht so einfach, weil es bis jetzt keinen Nachfolger für den langjährigen und im Dezember offiziell verabschiedeten Gaukunstturnwart Gerhard Garske (Lüdenscheid) gibt. So hat Garske die Planungen zwar nun noch einmal angeschoben, aber dem 81-Jährigen ist es durchaus ernst damit, das Amt abzugeben. Die Vereine stehen nun in der Pflicht. Am Samstag findet in Oberwerries die WTB-Fachwarte-Tagung statt – Stand jetzt wird der LVG dort keinen Fachwart für Turnen im weiblichen Bereich stellen können.

„Aber wir arbeiten an Lösungen, vielleicht auch Lösungen, bei denen die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt wird“, sagt Jochen Gerlach. Was sich indes unabhängig vom Wechsel auf der Position des Gaukunstturnwartes abzeichnet ist, dass Garskes Verein, der traditionsreiche TuS Grünewald, wohl diesmal keine Mannschaft mehr in der Gauliga stellen wird. Für das Turnen zwischen Lenne und Volme ist das bei aller Freude über die Rückkehr zur Normalität keine gute Nachricht.

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