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Auch der TV Emsdetten ist eine Nummer zu groß für die SGSH Dragons

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Von: Thomas Machatzke

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SGSH Emsdetten Criciotoiu Halver
Vier Treffer: Bogdan Criciotoiu. © Thomas Machatzke

Auch das zweite Schwergewicht der 3. Liga West war für die SGSH Dragons eine Nummer zu groß. Gegen den Zweitliga-Absteiger TV Emsdetten verlor die SGSH am Samstagabend 24:37 (9:14).

Halver – 400 Zuschauer wollten das Hinrundenfinale an der Mühlenstraße gegen den Gast aus dem nördlichen Münsterland sehen, vielleicht auch deshalb, weil im Emsdettener Tor Ante Vukas stand. Der hatte erst einmal einen Marathon zu bewältigen, bevor er Bälle halten durfte, so viele bekannte Gesichter traf der Kroate, der bis zum Sommer und der Trennung der SGSH von Mark Schmetz noch Publikumsliebling im Sauerland gewesen war. 

Nun gut: Vukas war zwar am Samstagabend „zurück in seinem Wohnzimmer“, wie er es vorher genannt hatte, und trug auch seinen Teil bei zum Sieg des Favoriten. Aber er war kein entscheidender Faktor.

Dafür waren die Verhältnisse generell zu klar. Es war eine Art Start-Ziel-Sieg der Gäste, die schon nach acht Minuten 5:2 führten und fortan nicht mehr ernsthaft in Gefahr gerieten.

Auch der TV Emsdetten ist eine Nummer zu groß für die SGSH Dragons

Die SGSH verlor nach dem schlechten Start schon in der zehnten Minute Tobias Schetters, der den 2016er-Europameister Tobias Reichmann etwas zu grob in die Parade gefahren war. Rote Karte, auch wenn es eigentlich hier wohl auch eine Zeitstrafe getan hätte. Der SGSH war jäh ein weiteres Stück aus dem Abwehrinnenblock herausgebrochen, in dem ja mit Diehl und Perey ohnehin schon wichtige Spieler fehlten.

SGSH Emsdetten Halver Walch
Erzielte sein erstes Drittliga-Tor: Julius Walch. © Thomas Machatzke

Sei’s drum: Auch ohne guten Start und ohne Schetters sollte die SGSH noch ihre besseren Phasen haben. Der Kampf stimmte, Luca Jannack im Tor parierte teils spektakulär, hielt in der ersten Halbzeit drei Siebenmeter in Serie, sah dann aber später gegen die Außen Terhaer und Kolk auch regelmäßig ganz schön alt aus. Es war ein ständiges Auf und Ab. Bei Jannack und auch beim Team. Aus dem 8:10 (25.) wurde zur Pause ein 9:14. 

Das waren zwar nur fünf Tore, aber irgendwie roch es nicht mehr nach Wende oder Überraschung. Dafür war das durchschnittliche Level des Gastes zu hoch. Nach zwei verschlissenen Siebenmeterschützen löste für den TVE fortan Tobias Reichmann selbst auch dieses Problem recht mühelos. Die SGSH verzeichnete gleichwohl nach dem Wechsel eine deutlich höhere Trefferquote bis zum 17:21 (38.), doch dafür suchte man defensiv vergeblich nach Stabilität. Wenn es Ballgewinne waren, gingen sie aufs Konto von Luca Jannack.

SGSH Vukas Halver Emsdetten
Jubel im alten Wohnzimmer: Ante Vukas im Trikot des TV Emsdetten. © Thomas Machatzke

Das gab sich nach dem 19:24 (44.) aber auch, weil der TVE nach der Roten Karte gegen Yannick Terhaer (Foul gegen Lüsebrink) nun konsequent für Paul Kolk spielte und der jede Chance eiskalt nutzte.  So endeten die letzten 16 Minuten 13:5 für den Gast, und die Niederlage, die man lange in Grenzen zu halten schien, fiel noch eine Ecke deftiger aus als vor Wochenfrist in Krefeld.

Am Ende blieb neben den ersten Drittliga-Toren für Julius Walch und Kai Lüsebrink immerhin die Erkenntnis, dass es um die Abschlussqualität von Vladislav Yorgow ziemlich gut bestellt ist – er gewann sein Privatduell gegen Ante Vukas, was in der vergangenen Saison nicht vielen Außen der Liga gelang. Wenigstens ein Punktsieg für die Gastgeber, die diesen Vergleich als Test für die kommenden Aufgaben verbuchen müssen.

SGSH Emsdetten Yorgow Halver
Gute Trefferquote gegen Ante Vukas: Vladislav Yorgow. © Thomas Machatzke

Seit dem Ausfall von Florian Diehl hat die SGSH nun gegen ein an diesem Tag komplett ausgedünntes Spenger Team gewonnen und ist danach gegen zwei Topteams chancenlos geblieben. Was diese Leistungen und diese Entwicklung wert sind, muss sich gegen andere Gegner zeigen. Vielleicht schon am nächsten Samstag gegen Longerich. Auch schwer, aber nicht so schwer. Man wird sehen…

Für die SGSH trafen am Samstagabend Yorgow (6), Blaauw (5) und Criciotoiu (4) am besten, für den TV Emsdetten Kolk (9), Reichmann (7/5) und Terhaer (6).

Dmytruszynski: „Kämpferisch kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen“

Cheftrainer Maciej Dmytruszynski wollte mit seiner Mannschaft nicht so hart ins Gericht gehen wie nach dem 21:32 in Krefeld. „Da haben wir ängstlich gespielt. Diesmal war das gefühlt viel besser. Kämpferisch kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, stellte der SGSH-Coach fest, „aber wenn Diehl, Perey und dann auch noch Schetters ausfallen, dann wird es eben schwer. Wir brauchen eigentlich Verstärkungen, um in so einer Situation reagieren zu können. Unsere Jungs machen das gut, aber da sind inzwischen einige Spieler dabei, die bis vor kurzem nur Erfahrung in der Verbandsliga hatten.“

Ein wenig neidisch schaute Dmytruszynski da auf den Gast. Lutz Weßeling, der auch schon mal Leistungsträger bei der SGSH war und nach seinen Stationen in Schwerin und Bielefeld im Sommer für eine Rückkehr ins Sauerland gehandelt wurde und sich dann für Emsdetten entschied, durfte beim Gast ausschließlich in der Abwehr ein paar Minuten spielen. Dmytruszynski, der es im linken Rückraum erst mit Denyz Nikulichev und dann mit Christopher Börner versuchte, später zum Teil mit drei Spielmachern (Lüsebrink, König, Blaauw) von Linksaußen bis zur Rückraummitte spielte, hätte einen Spielertypen wie Weßeling gerne genommen.

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