Boxen

ASV 90 Lüdenscheid bereitet in Corona-Zeit Generationswechsel vor

Box-Demonstration
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ASV-Trainerin Kordula Böhler mit ihren Schützlingen bei der Sportlerehrung 2019 im Rathaus: Die jungen ASV-Talente sind ehrgeizig bei der Sache, doch die Corona-Pandemie bremste auch sie in diesem Jahr gnadenlos aus.

Die Boxer des ASV 90 Lüdenscheid leiden auch unter dem Corona-Lockdown. Sie haben die vergangenen Wochen indes genutzt, sich für die Nach-Corona-Zeit neu aufzustellen. Es steht in der Führungsriege ein Generationswechsel an.

Lüdenscheid – Der Athletik-Sport-Verein Lüdenscheid von 1890 ist einer der ältesten Sportvereine der Bergstadt. Aber er soll 2021 einen jungen Vorstand bekommen. Jedenfalls einen viel jüngeren als im Moment. Das jedenfalls ist der feste Plan der Führungsriege im Corona-Jahr, das auch dem ASV 90 in gewisser Weise zugesetzt hat.

Der Jahreshauptversammlung, bei der sich kürzlich die Vorstandsriege um den 1. Vorsitzenden Dieter Sprengel, Schatzmeister Harald Knoch und Geschäftsführer Vitali Kutscher noch einmal für ein Jahr als Team zur Verfügung stellte, war einer von wenigen Fixterminen für die ASV-Boxer. Dabei hatte das Jahr so gut begonnen. An vier Trainingsabenden war die Halle der Westschule regelmäßig voll gewesen. Auch einige Talente, die hochmotiviert für Wettkämpfe schufteten, waren dabei. Die Verantwortlichen hatten ob der positiven Entwicklung über eigene große Veranstaltung im Sommer 2020 nachgedacht.

Dann kam der erste Lockdown im Zeichen der Corona-Pandemie. Nichts ging mehr. „Da sind viele Hoffnungen geplatzt“, sagt Manfred Eigenbrod, langjähriger Geschäftsführer des Vereins und einer der letzten Vertreter der ganz alten Garde der ASV-Boxer, aus der sich zuletzt auch Karl Gerd Herter als aktiver Mitstreiter zurückgezogen hat nach dem Tod seiner Ehefrau, „unsere Hoffnung ist jetzt, dass uns die Aktiven die Treue halten, auch wenn sie so lange nicht trainieren können.“

ASV 90 Lüdenscheid bereitet den Generationswechsel vor

Als der erste Lockdown vorbei war, ging das Training zwar wieder los – aber unter den entsprechenden strengen Auflagen und mit den daraus folgenden Abstandsregeln. „Wir haben ein gutes Hygienekonzept gehabt“, sagt Dieter Sprengel. Trotzdem war die Halle nur halb so voll wie vor der Pandemie – nicht, weil die Aktiven nicht gekommen wären. Es war einfach nicht mehr erlaubt. Trainerin Kordula Böhler, die gemeinsam mit Frank Straube und den Co-Trainer Vitali und Vlad Kutscher das Training leitete, teilte ein, wer wann trainieren durfte. 15 Sportler pro Einheit, damit war das Ende der Fahnenstange erreicht.

Trotzdem lief das Training gut an, ebenso wie bei der Gymnastik-Gruppe der Älteren im ASV. Ein wichtiger Bestandteil im Vereinsleben der Faustkämpfer, deren Verein heute noch etwa halb so groß ist wie in früheren Zeiten. „Boxen ist eine ritterliche Sportart, wie Fechten mit der Faust“, sagt Manfred Eigenbrod, „aber auch dieser Sport leidet sehr unter den Zeichen der Zeit. Da sind einige Aktive Boxer im Training gewesen, die auf ihren Einsatz gewartet haben. Die waren entsprechend enttäuscht, dass alle Vorbereitungen für die Katz’ waren.“

Eifrig trainiert haben die ASV-Boxer gleichwohl im Sommer wieder – bis Ende Oktober der Trainingsbetrieb zum zweiten Mal komplett heruntergefahren werden musste. So wartet der Athletik-Sport-Verein nun wie so viele Sportler auf die Rückkehr der sportlichen Normalität. Auf die Zeit, in der kein Abstandsgebot den Infight unmöglich macht. Darauf, dass die Halle wieder aus allen Nähten platzt und es am Wochenende zum Kräftemessen in richtigen Wettkämpfen in den Ring geht.

Es zeichnet sich ein Wechsel ab, das freut mich sehr!

Dieter Sprengel (ASV-Vorsitzender)

Und parallel bereitet Dieter Sprengel den Generationswechsel vor. Sprengel ist viele Jahr lang Geschäftsführer des ASV 90 gewesen, ehe er 2016 von Katrin Heucke den Vorsitz übernahm, weil sich niemand anders fand. Nur für ein Jahr, hatte Sprengel seinerzeit bekannt. Im nächsten Jahr werden es dann doch fünf Jahre gewesen sein, wenn er den Staffelstab weiterreichen kann. Sprengel geht, weil er inzwischen beruflich bedingt immer weniger in Lüdenscheid ist. Harald Knoch wird sein Amt aus Altersgründen niederlegen.

Wer die Nachfolger im ASV-Vorstand sein sollen, mag Sprengel noch nicht sagen, wohl aber, dass man gute Kandidaten gefunden habe, die nun eingearbeitet werden sollen. „Es zeichnet sich ein Wechsel ab, das freut mich sehr“, sagt der Vorsitzende, „es scheint zu gelingen.“ Bis es soweit ist, will er das ASV-Schiff weiter sicher durch die Corona-Krise führen. Mit Geduld und Zuversicht. Auch wenn die Boxhandschuhe im Moment im Schrank bleiben müssen.

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