Fußball

Beschwerde von drei Kreisen

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Der TuS Grünenbaum durfte in der abgelaufenen Spielzeit den direkten Aufstieg feiern. Im nächsten Jahr soll es aber im Kreis Lüdenscheid wieder eine Aufstiegsrelegation geben.

Kreisgebiet - Nach einer langen Fußballsaison soll jeder Meister direkt und ohne Umwege in die nächst höhere Spielklasse aufsteigen. Diese Meinung haben die Funktionäre der Fußballkreise Lüdenscheid, Arnsberg und Beckum sicher nicht exklusiv.

Im Gegensatz zu den 26 anderen Kreisen im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) aber haben Lüdenscheider und Arnsberger mit dem Kreis Beckum eines gemein und zum Ärger ihrer Vereine nach der zurückliegenden Serie, in der einmalig alle 29 FLVW-Kreise mindestens einen direkten Bezirksliga-Aufsteiger stellen durften, eben doch wieder exklusiv im Verband: Diese drei Kreise stellen in der bevorstehenden Saison 18/19 als einzige keinen Direktaufsteiger zur Bezirksliga (wir berichteten).

Im Kreis Beckum, dem mit Blick auf seine auf Kreisebene spielenden Mannschaften kleinsten im FLVW, ist ein sogenannter halber Aufstiegsplatz nichts Neues. In Lüdenscheid auch nicht, obwohl dem A-Liga-Meister TuS Grünenbaum in der zurückliegenden Serie im Vergleich zu seinen Vorgängern zwei Entscheidungsspiele um den Aufstieg ja erspart geblieben waren. In den Jahren zuvor aber hatten die Lüdenscheider A-Liga-Meister in die Relegation gemusst. Und werden es wie die Kreismeister in Beckum zukünftig wieder müssen.

Im Kreis Arnsberg hingegen hatte die Meisterschaft in der A-Liga in den vergangenen Jahren stets das direkte Bezirksliga-Ticket bedeutet, doch damit ist nach einem Beschluss des Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) nun auch Schluss. Was letztlich für lange Gesichter bei den Kreisfunktionären in Arnsberg und Lüdenscheid sorgte, ist die Tatsache, dass der Verband die Anzahl der Bezirksliga-Aufsteiger von 37 auf 36 reduziert hat und zur Berechnung der Anzahl der Bezirksliga-Aufsteiger das „Hare-Niemeyer-Modell“ einsetzt. Und dieses Modell“ gewichtet wieder streng und allein nach der Größe des Kreises. Danach wird die Anzahl der Mannschaften auf Kreisebene zum Ende der Vorsaison genommen, und das waren für Arnsberg in A-, B-, C- und D-Liga gerade mal noch 57. Weniger haben im Verbandsgebiet nur Lüdenscheid mit 54 und Beckum mit 47 vorzuweisen.

Zum Vergleich: In Dortmund hatten 183 Teams die Saison beendet, was mit 2,5 Aufstiegsplätzen belohnt wird. Da – wie erwähnt – die Anzahl der Bezirksliga-Aufsteiger von 37 auf 36 reduziert wurde, hat auch der Kreis Höxter einen halben Aufstiegsplatz verloren: Er geht von 1,5 auf 1, hat also immerhin noch einen ganzen Aufstiegsplatz.

Auf Initiative des Kreises Arnsberg haben sich daher Lüdenscheid und Beckum entschlossen, den Beschwerdeweg anzutreten, was sie gemeinschaftlich dann auch fristgerecht getan haben. Ursprünglich sollte dies mit einem Rechtsbeistand geschehen, doch ein Fachmann für Sportrecht aus Dortmund räumte dieser Beschwerde null Chancen auf Erfolg ein. Dennoch zogen die Kreise ihre Beschwerde durch, „weil“, so Lüdenscheids Kreisvorsitzender Klaus Scharf auch im Namen seiner Kollegen, „wir es unseren Vereinen einfach schuldig sind, etwas zu unternehmen.“

Gestern Vormittag gab es dann Antwort vom VFA. Der teilte mit, der Beschwerde nicht abzuhelfen, legte sie stattdessen dem Verbandspräsidium als übergeordnete Stelle vor. Das Präsidium seinerseits beschloss im schriftlichen Umlaufverfahren, die Beschwerden – ohne selbst darüber zu entscheiden –, an das zuständige Rechtsorgan, das Verbandssportgericht abzugeben.

„Die sitzen sehr regelmäßig zusammen, von daher rechne ich kurzfristig mit einer Entscheidung“, so Scharf, der allerdings kaum Hoffnung hat, dass es zu einem positiven Ausgang für die drei Kreise kommen wird.

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