RWL kämpft um Firats Spielberechtigung 

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So wie einst in jungen Jahren zu RWL-Landesligazeiten möchte Hakan Firat bald wieder am Nattenberg jubeln.

Lüdenscheid - Das Thema Hakan Firat wird Rot-Weiß Lüdenscheid, die VSV Wenden und den Westfälischen Fußball-Verband außerhalb der Fußballplätze in den nächsten Wochen intensiv beschäftigen.

Denn die Passstelle in Duisburg hat die Spielberechtigung des Ex-Wendeners für RWL erst zum 1. Juli erteilt. Grund ist eine in Augen der Duisburger verspätete Abmeldung des Akteurs – datiert vom 11. Januar in Wenden. Mit dem abschlägigen Bescheid auf die sofortige Spielberechtigung hatte Rot-Weiß Lüdenscheids Vorstandssprecher Michael Dregger gerechnet, obwohl er Mitarbeiter der Passstelle vorab über seine Einschätzung der Sachlage informiert hatte.

Gleichwohl wird er die Sommer-Freigabe für RWL nicht akzeptieren, sondern hat Beschwerde gegen die Entscheidung angekündigt. Dregger nämlich ist der Ansicht, dass Hakan Firat nach gültiger Satzung überhaupt nie für den Ligarivalen VSV Wenden spielberechtigt war. „Laut Satzung kann nur Fußball spielen, wer Fußballspieler ist. Das sind für unseren Amateurbereich entweder Amateure oder aber Vertragsamateure. Und beiden Gruppierungen ist Hakan Firat in Wenden nicht zuzuordnen, kann ergo keine Berechtigung gehabt haben, für VSV zu spielen“, erklärte der streitbare Lüdenscheider Funktionär.

Und er sieht durchschlagende Argumente für seine Einlassungen unzweifelhaft auf seiner Seite: Zwar habe Wenden den 28-jährigen Bergstädter mit einem Arbeitsvertrag ausgestattet, dieser entspräche allerdings nicht den DFB-Richtlinien. Und da er auch nicht beim Verband vorgelegt wurde, wird der Angreifer folgerichtig auch nicht als Vertragsamateur geführt wird. „Da der Vertrag von Wenden, der mir vorliegt, aber den gestatteten Betrag an Zuwendungen für Amateure (250 Euro monatlich; Anmerkung der Redaktion) übersteigt, ist Hakan Firat in meinen Augen auch kein Amateur und deshalb nie spielberechtigter Fußballer von VSV Wenden gewesen und folglich ab sofort für uns einsatzberechtigt“, argumentiert Dregger schlüssig und sieht sich auch durch hochrangige FLVW-Funktionäre in seiner Ansicht bestätigt.

Vorstandssprecher Dregger gibt sich kämpferisch

 „Und wenn von der Passstelle von sogenannten Schubladenverträgen gesprochen wird, die den Mitarbeitern offensichtlich bekannt sind, ist das kein Zustand, den die Vereine tolerieren können. Das sind Dinge, die wir einfach nicht länger hinnehmen können“, gibt sich Dregger kämpferisch und fest entschlossen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die sofortige Spielberechtigung von Hakan Firat für den heimischen Bezirksligisten zu erstreiten und mit den Bezahlungs-„Grauzonen“ im Amateurfußball aufzuräumen.

 Eine Entscheidung wird allerdings etliche Tage oder Wochen auf sich warten lassen, denn das weitere Procedere ist zeitaufwändig: Die Passstelle muss der Beschwerde entweder abhelfen oder nicht. Bei Ablehnung landet das RWL-Anliegen vor dem Verbands-Fußball-Ausschuss, der entweder selbst entscheidet oder den Vorgang zur Klärung der Sportgerichtsbarkeit der Verbandsspruchkammer übergibt. So lange muss Hakan Firat auf jeden Fall als „Nicht-Fußballer“ im Wartestand verharren.

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