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Zurück in seinem „Wohnzimmer“

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Von: Thomas Machatzke

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Ante Vukas (Ex-Torwart SGSH Dragons)
Ante Vukas, Hauptdarsteller ungezählter Premium-Aufführungen der SGSH und mit dem TV Emsdetten nun zurück im „Wohnzimmer“ an der Mühlenstraße. © Thomas Machatzke

Am Samstag kehrt Ante Vukas für 60 Minuten zurück in sein „Wohnzimmer“.

Halver – Wenn die Herausforderung in den vergangenen Jahren für die SGSH Dragons am größten war, dann war einer zumeist ganz besonders in seinem Element – und nicht selten wurde dieser eine zum Matchwinner. Zum Hauptdarsteller in den ganz besonderen Aufführungen auf dieser Bühne. Aber nun, da der Zweitliga-Absteiger und Tabellenzweite TV Emsdetten am Samstag seine Visitenkarte an der Halveraner Mühlenstraße (Anwurf 19.30 Uhr) abgibt, da steht Ante Vukas bei eben diesen vermeintlich übermächtigen Gast im Tor. Der Publikumsliebling auf der anderen Seite: Daran werden sich die Fans am Samstag gewöhnen müssen.

Gemischte Gefühle habe er vor der Rückkehr nach Halver – zu jenem Verein, für den Vukas fünf Spielzeiten im Tor stand. Länger als für jeden anderen Verein in Deutschland. „Als ich mir im Juni den neuen Spielplan angeschaut habe, da habe ich gedacht: Emsdetten zum Abschluss der Hinrunde. Am letzten Spieltag. Da können wir sie vielleicht richtig ärgern“, sagt Vukas. Der Kroate war da noch der Torwart der SGSH Dragons. Ein Tausendsassa in Erwartung einer weiteren Spielzeit im Titelkampf, mit der SGSH.

Doch dann: die Trennung des Vereins von Mark Schmetz, das Sommertheater. Ante Vukas war enttäuscht, sauer – und er wollte weiter ambitioniert um den Zweitliga-Aufstieg mitspielen. So wechselte Vukas zum TV Emsdetten.

Hat er gefunden, was er gesucht hat? „Ja“, sagt der 31-Jährige, „es ist ein anderes Niveau.“ Ein anderes Leben: In Halver hat Vukas neben seinem Drittliga-Engagement beim Sponsor Waca gearbeitet. Ein regulärer Job im nördlichen Münsterland – das würde bei sieben bis acht Trainingseinheiten pro Woche schwierig. Drei Stunden am Tag bleiben für die Meisterschule. „Handball ist im Moment der Hauptberuf“, sagt Vukas, „aber ich will in meinem Job bleiben. Ich muss ja auch an die Zeit nach dem Handball denken.“

All das bedeutet nicht, dass er in Halver unzufrieden gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Wenn es am Samstag ins Sauerland geht, dann freut er sich auf viele Freunde: ehemalige Mitspieler, Trainer, Fans. Vukas ist einer, der seine Kontakte pflegt. Als sich kürzlich Florian Diehl das Kreuzband gerissen hat, hat Vukas direkt danach mit seinem Ex-Mitspieler telefoniert. „Ich hatte mir die Szene angeschaut, aber das war auf dem Video nicht so gut zu sehen“, sagt er, „aber als mir Flo die Situation beschrieben hat, habe ich es ihm nicht schönreden können. Ich habe mir doch selbst das Kreuzband gerissen. Da wusste ich, dass es ihn wohl erwischt hat.“ Vukas fühlt mit dem SGSH-Kapitän. „Ich schaue praktisch jedes Spiel der SGSH“, sagt er, „was Flo gespielt hat in dieser Saison, das war der Wahnsinn. Und dann so etwas...“

Nun indes die Rückkehr an den Ort, an dem Vukas so oft der Held gewesen ist. „Natürlich freue ich mich auf das Spiel“, sagt er, „ich freue mich auf die Fans und die Freunde. Und auf die Halle. Das ist doch mein Wohnzimmer gewesen. Da habe ich gelebt. Da bleibt mein Herz.“ Und natürlich will er da auch wieder glänzen. Und die zwei Punkte. Im Wissen, dass seine alte SGSH gerne über sich hinausgewachsen ist in derlei Spielen. Aber da war Ante Vukas noch ein Teil dieser Mannschaft.

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