Abenteuer des Sommers für Geschwister Schröder

Überglücklich im Ziel in Riva del Garda: Die beiden Nachrodter Radsportler Andreas und Bettina Schröder.

NACHRODT-WIBLINGWERDE -   Nach den Strapazen bei der „Craft Bike Transalp“ gönnten sie sich noch eine Woche Urlaub, nun hat die Heimat die beiden Nachrodter Radsportler Andreas und Bettina Schröder aber wieder. „Acht Tage großer Sport, super Panoramen und Hammer-Trails beim Marathon-Wahnsinn“ – so umschreiben die Geschwister selbst das wohl bekannteste und härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt.

Mehr als 900 Fahrer/innen haben in Zweierteams in acht Tagesetappen rund 650 Kilometer und fast 22 000 Höhenmeter vom Startort im bayerischen Mittenwald an der Grenze zu Österreich bis zum Ziel Riva del Garda in Italien im Sattel zurückgelegt, mittendrin waren die beiden Nachrodter.

Martyrium auf der sechsten Etappe

Rechtzeitig zum Beginn des Rennens hatte sich der Sommer zurückgemeldet, was den Radsportlern natürlich mehr als nur entgegenkam. „Acht Tage bei super Wetter in einer der schönsten Landschaften, den Dolomiten, und jeden Tag auf neuen Strecken und in Orten unterwegs zu sein – dafür hat sich der doch erhebliche Aufwand in der Vorbereitungszeit auf dieses Rennen gelohnt“, sagt Andreas Schröder nach der Rückkehr. Besonders die sechste Etappe von San Martino nach Crespano del Grappa am Rande der norditalienischen Tiefebene werde ihm und seiner Schwester in Erinnerung bleiben. 104 Kilometer und 2800 Höhenmeter galt es an diesem Tag zu bewältigen. „Das Martyrium bestand unter anderem in einem 35 Kilometer langen, schweißtreibenden Anstieg auf den Monte Grappa mit circa 1300 Höhenmetern am Stück und zum Teil bis zu 17 Prozent steilen Schotterrampen. Die Sonne brannte gnadenlos mit 35 Grad in unsere Gesichter. Die Labestellen waren mit 60 Kilometern extrem lange voneinander entfernt, so dass uns fast die Wasserversorgung zusammenbrach. Das schlimmste hielt die Streckenführung jedoch für den Schluss auf. Eine 15 Kilometer lange Downhill-Passage über einen alten, extrem ruppigen Militärpfad aus dem ersten Weltkrieg durch den fast senkrecht abfallenden Steilabbruch in das Alpenvorland nach Crespano. Für Freerider wahrscheinlich eine Passage zum Zungeschnalzen, jedoch für unsere renntauglichen Hardtail-Geschosse der blanke Wahnsinn. Die Hände schmerzten und waren total gefühllos“, erzählt Schröder.

Pech hatte Bettina Schröder, die sich offensichtlich auf den ersten Etappen eine Magen-Darm-Infektion zugezogen hatte und die vierte Etappe nur mit Magenkrämpfen überstand. Von St. Vigil ging es über die Fanes-Alm und das Limojoch mit mehr als 20 Prozent Steigung hinunter nach Cortina und über das Skigebiet am Rifugio Averau in 2400 Metern Höhe unterhalb der Civetta und Marmolada hinüber nach Alleghe. Auf der fünften Etappe musste Bettina Schröder dann pausieren – schade für das heimische Duo, das dadurch gemäß Rennreglement aus der offiziellen Wertung genommen wurde. „Die weiteren Etappen wurden wir als Individual-Finisher separat gewertet“, so Schröder.

Dennoch war es alles in allem eine einzigartige Woche für die beiden Nachrodter. „Schwer zu sagen, was nach diesen acht Tagen überwog. Die Erleichterung, morgens nicht mehr aufs Mountainbike steigen zu müssen oder das Glücksgefühl, das Abenteuer dieses Sommers wirklich bis zum Ende geschafft zu haben “, so die Schröders.

Sieger der „Craft Bike Transalp 2013“ wurde das Herren-Duo mit dem aktuellen Deutschen MTB-Marathon-Meister Markus Kaufmann und Jochen Kläß in einer Gesamtfahrzeit von 27:33:02,0 Stunden. Weltmeister Christoph Sauser aus der Schweiz belegte mit seinem Partner Max Knox (Südafrika) mit einem Rückstand von 38:54 Minuten den fünften Platz. Bettina und Andreas Schröder beendeten das Rennen in Riva del Garda mit einer Gesamtfahrzeit von 49:06:04,9 Stunden als 305. der mehr als 460 gestarteten Zweierteams.

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