Basketball

Keine Saison: Basketballer suchen nach alternativen Angeboten

Basketballer im Zweikampf
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Rund ein Jahr ist es jetzt her, dass Dimitar Boshevski (rechts) und die Oberliga-Herren der Baskets ihr letztes Pflichtspiel absolviert haben.

Keine Auf- und Absteiger, keine Saison: Die Basketballer im WBV haben entschieden. Nun sind die Vereine am Zug, die sich nach Alternativen umschauen müssen, um die Aktiven zu binden. Auch bei den Baskets Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Aus und vorbei – eine Saison 2020/21, die im Bereich des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) unterhalb der Regionalliga ohnehin erst gar nicht begonnen hatte, ist für den Seniorenbereich von der Oberliga abwärts und den gesamten Nachwuchs endgültig ad acta gelegt worden. Auf- und Absteiger gibt es nicht, alle Mannschaften behalten ihr Teilnahmerecht für die Spielzeit 2021/22.

Schon Anfang Februar hatte das WBV-Präsidium beschlossen, dass eine dann verkürzte Saison spätestens am 3. Mai beginnen könne, wobei den Mannschaften eine drei- bis vierwöchige Vorbereitung eingeräumt werden sollte. Spätestens bis zum 12. April wollte der Verband sich dazu äußern, inwieweit das möglich sei – dass jetzt bereits in der Vorwoche die Entscheidung gefallen ist, dass es keine Saison 20/21 geben wird, überraschte dennoch nicht.

„Leider lassen die Inzidenzzahlen im Augenblick nicht erwarten, dass es nach Ostern schon möglich sein wird, in der Halle zu trainieren und/oder zu spielen“, begründete das Präsidium um den Präsidenten Uwe J. Plonka das vorzeitige Ziehen der Notbremse.

Alternative Angebote sollen im Basketball die fehlende Saison ersetzen

Eine Entscheidung, die auch Frank Zacharias, Vorsitzender der Baskets Lüdenscheid, absolut nachvollziehen kann: „Vor vier Wochen hat man noch leichte Hoffnung gehabt, doch die steigenden Inzidenzzahlen durch die Mutationen haben auch dem Sport einen Strich durch die Rechnung gemacht. Insbesondere für Kontaktsport in der Halle sehe auch ich aktuell keine Perspektive, von daher war der Verbandsbeschluss schon zum jetzigen Zeitpunkt nur folgerichtig.“

Apropos Verband: Dem stellt Zacharias für die geleistete Arbeit seit Beginn der Corona-Pandemie ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. „Man hat frühzeitig Modelle entwickelt für die Saison und einen möglichen Start, klare Ansagen gemacht und nicht rumgeeiert, zudem die Vereine über diverse Video-Konferenzen mit ins Boot genommen, sodass auf Augenhöhe diskutiert werden konnte. Das ist wirklich gut gelaufen, umso bedauerlicher, dass alle erarbeiteten Modelle durch den Verlauf der Pandemie zunichte gemacht worden sind.“

Der Blick zurück ist für den Vereinsboss ein trauriger und wehmütiger, wenn er allein daran denkt, dass die Baskets-Mannschaften ihre letzten Pflichtspiele vor rund einem Jahr im März der dann abgebrochenen Saison 2019/20 bestritten haben. „Im Sommer kamen dann ein halbes Dutzend Testspiele unserer Oberliga-Männer und ein freundschaftlicher Vergleich der U12 dazu, das war es aber schon. Besonders bitter ist es für das Oberliga-Team, das nach der besten Vorbereitung seit Jahren meiner Einschätzung nach sehr gute Aufstiegschancen gehabt hätte, aber natürlich auch für die Jugendlichen. Insbesondere für die jeweiligen Altjahrgänge war es ein verlorenes Jahr, denn nun müssen sie sich direkt in der nächsthöheren Altersgruppe beweisen und eine neue Rolle finden.“

Jahrelang ist es bei uns mit der Mitgliederentwicklung nach oben gegangen, während der Pandemie haben wir bis Anfang dieses Jahres zumindest keine verloren. Das aber hat sich zuletzt geändert!

Frank Zacharias (Baskets-Vorsitzender)

Nachdem nunmehr klar ist, dass es keine Saison 20/21 mehr geben wird, geht es nun um eine Perspektive. In der Regel startet die Saison irgendwann im September – es wird also noch einmal rund ein halbes Jahr ins Land gehen. Klar ist auch, dass Training geschweige denn Spiele in der Halle vorerst nicht möglich sein werden. Von daher müssen Alternativen gesucht werden, um sportliche Aktivitäten nicht gänzlich einschlafen zu lassen.

Auch vor dem Hintergrund, nicht Gefahr zu laufen, Mitglieder zu verlieren, wie Zacharias unumwunden zugibt. „Jahrelang ist es bei uns mit der Mitgliederentwicklung nach oben gegangen, während der Pandemie haben wir bis Anfang dieses Jahres zumindest keine verloren. Das aber hat sich zuletzt geändert“, blickt der Vereinsboss auf zwei Monate zurück, in denen rund 30 Abmeldungen zu beklagen waren.

Rund zwei Drittel aus dem Seniorenbereich, überwiegend aus dem Bereich von Hobbyspielern, aber auch ein Drittel beim Nachwuchs. „Und gerade das tut schon weh, denn Kinder und Jugendliche, die einmal weg sind, wieder einzufangen, ist alles andere als einfach“, will Zacharias dem Negativtrend der vergangenen Wochen entgegenwirken. Alternative sportliche Angebote abseits der Halle sind eine Möglichkeit, wobei begonnene „Home-Workouts“ nicht auf große Resonanz gestoßen sind.

Digitale Konferenz des Verbandes am Freitag

Das Präsidium des WBV lädt Mitgliedsvereine und Basketballkreise für Freitag zur insgesamt achten digitalen Mitgliederkonferenz ein. Ab 17 Uhr stehen dann folgende Themen an:

  • Wie ist die Situation in den Vereinen (Vorstellungen/Planungen)?
  • Fragen zur Beendigung des Spielbetriebs 2020/2021
  • Überlegungen und Austausch zur „Summerleague 2021“
  • Weitere digitale Angebote des WBV und Themenwünsche

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