Timo Gerdes löst das Ticket für die DM in München

Als einer der besten acht Voltigierer des Landesverbandes fährt Timo Gerdes im August zur Deutschen Meisterschaft.

ALTENA -  Er wollte Westfälischer Meister werden, und er wollte für die Deutsche Juniormeisterschaft der Voltigierer in München nominiert werden: Timo Gerdes hatte sich einiges vorgenommen für die Landesmeisterschaft am vergangenen Wochenende in Brakel. Doch es sollte alles ein wenig anders kommen, als geplant.

Am ersten Meisterschaftstag dominierte der 17-Jährige das hochkarätige Starterfeld der Herren souverän. Fast eine ganze Note Vorsprung hatte er vor dem Vorjahressieger Joshua Entrup nach dem ersten Umlauf herausgearbeitet. Der Sieg in der Herrenwertung schien ihm sicher. Doch einige Herren hatten deutliche Probleme, konnten nicht die Leistung bringen, die für den Einzug ins Finale erforderlich gewesen wäre. Weil das Mindestmaß an Teilnehmern für das Finale letztlich nicht erfüllt wurde, mussten die Herren laut Reglement gemeinsam mit den Damen bewertet werden.

Auch hier hatte Gerdes noch Chancen aufs Treppchen. Doch einige minimale Unsicherheiten in der Pflicht ließen ihn zurückfallen. „Ein Wackler im Stehen und eine schiefe Schere. Das ist wirklich sehr ärgerlich. Wahrscheinlich habe ich mir einfach wieder zu viele Gedanken gemacht“, sagte Gerdes nach dem Start. Und so stand er am Ende des ersten Finaldurchlaufs auf einem enttäuschenden neunten Platz. „Dass ich ganz vorne nicht mithalten kann, war klar, aber ich war schon ein wenig frustriert“, sagte der Evingser.

Platz eins und zwei waren hart umkämpft von den beiden Bundeskadervoltigiererinnen Laureen Groß (Hollen) und Gianna Meier (Herne). Meier ist zudem Vize-Europameisterin. Doch es sollte noch die Kür folgen. Dort spielte Gerdes seine ganze Stärke aus, zeigte eine nahezu fehlerfreie Vorstellung und machte noch vier Plätze gut. Am Ende wurde Gerdes Fünfter.

Deutlich zufriedener war seine Vereinskollegin Jolina Ossenberg-Engels. Sie zeigte vier saubere Durchgänge. Besonders im Finale konnte sie noch einmal Akzente setzten. Mit ihrer neuen Kür zur Musik aus dem Tanzfilm „Fame“ überzeugte sie und bekam hohe Noten. „Ich hatte ein wenig Bedenken. Zwei saubere Kürdurchgänge auf einem Turnier sind selten. Doch ich konnte mich im Finale sogar noch einmal steigern“, freute sich die 16-Jährige. Aber ein Blick auf die Ergebnislisten zeigte enttäuschende Resultate. Eine Richterin hatte die Dahlerin zehn Plätze weiter nach hinten gesetzt als ihre beiden Kollegen. „Ich weiß, dass ich gut war. Verstehen kann ich es nicht so richtig, aber egal. Ich bin trotzdem zufrieden“, sagte Ossenberg-Engels, die am Ende Platz neun belegte.

Jolina Ossenberg-Engels Erste auf Reserveliste

Doch das Wichtigste stand noch aus: Die Nominierung zur Deutschen Junior-Meisterschaft in München im August. Für Gerdes war dies nur Formsache, denn die besten acht Voltigierer des Landesverbandes sind gesetzt, während Ossenberg-Engels als erste auf der Reserveliste steht. „Das ist trotzdem toll. Man muss auch bedenken, dass Westfalen neben dem Rheinland einer der stärksten Landesverbände ist. Die ersten vier dieser Meisterschaft waren auf den Deutschen im vergangenen Jahr unter den Top Acht“, erklärte Trainerin Claudia Döller-Ossenberg-Engels.

Für die beiden derzeitigen Topvoltigierer des Reitvereins Altena ging es unmittelbar nach der Siegerehrung weiter zum nächsten Turnier. Denn bereits ab Donnerstag werden sie die deutschen Farben beim internationalen Turnier im schottischen Ecclesmachan vertreten. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass die Burgstädter für die Deutsche Reiterliche Vereinigung auf einem solchen Turnier starten dürfen.

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