Handball-Spielgemeinschaft von VfB und TSE vom Tisch

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In Altena wird sich demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neuer Handballverein gründen, dessen Arbeit auf den Nachwuchsbereich fokussiert sein.

Altena - Eine ins Auge gefasste Handball-Jugendspielgemeinschaft von VfB Altena und TS Evingsen ist vom Tisch. Stattdessen wird sich in der Burgstadt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neuer Handballverein gründen, dessen Arbeit auf den Nachwuchsbereich fokussiert sein soll.

Von Lars Schäfer

Den Vorstellungen der Initiatoren nach soll der neue Club möglichst schon zur Saison 2015/16 an den Start gehen. „Wir streben an, einen neuen Handballverein zu gründen, der alle Altenaer Jugendliche integrieren kann. Leider konnte bisher für eine Jugendspielgemeinschaft keine Einigung erzielt werden.“

Das teilten Peter Fischer (Jugendleiter VfB-Handballabteilung), Andreas Gorwa (Kassierer VfB-Handballabteilung), Christian Coordt (Spieler VfB), Dirk Priestersbach (Jugendleiter TSE-Handballabteilung) und Detlef Peisert (ehemaliger stellvertretender Jugendleiter TSE-Handballabteilung) unserer Redaktion am Mittwoch schriftlich mit.

Nach Angaben der Initiatoren stünden die Jugendabteilungen des VfB und der Turnerschaft unter anderem durch den demografischen Wandel oder dem Freizeitverhalten der Jugendlichen auf absehbare Zeit vor immer größere werdenden Schwierigkeiten.

„Damit der ordnungsgemäße Spielbetrieb aufrecht erhalten und dementsprechend weiterhin in allen Spielklassen Handball angeboten werden kann, gehen wir diesen Schritt und hoffen weiterhin auf die hervorragende Unterstützung der Eltern. Ebenfalls sind wir weiterhin bereit, Kooperationen mit den Stammvereinen einzugehen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der noch zu gründende neue Verein möchte allen Kindern und Jugendlichen, die derzeit beim VfB und bei der TSE Handball spielen, die Möglichkeit bieten, langfristig weiter ihrem Sport nachzugehen.

Neuer Verein könnte Sportunion heißen

Auf Nachfrage betonte Peter Fischer, dass eine Gründungsversammlung des neuen Vereins, der Sportunion Altena heißen könnte, noch nicht terminiert und auf dem Weg zur Gründung noch einige rechtliche sowie organisatorische Hürden zu nehmen seien.

„Warum es nicht zu einer JSG kommen wird, liegt in den bestehenden Strukturen der Trägervereine VfB und TSE begründet“, sagte Peter Fischer. Weitere Details über die geplatzte JSG wollten er und seine Mitstreiter vorerst nicht nennen.

Frank Krämer: Überrascht, dass Entscheidung schon so gefasst worden ist

 „Wir wollen keinen Scherbenhaufen hinterlassen“, sagte der bei der nächsten Mitgliederversammlung aus dem Amt ausscheidende Jugendleiter der VfB-Handballabteilung, wohlwissend, dass die Fortsetzung der Jugendarbeit in den Handballabteilungen des VfB und der TSE durch die Neugründung eines Vereins gefährdet sein könnte.

Frank Krämer, Vorsitzender der VfB-Handballabteilung, deutete am Mittwoch denn auch bereits an, dass es, wenn der neue Verein tatsächlich aus der Taufe gehoben werde, beim VfB zukünftig keine Jugendabteilung, sondern nur noch eine Seniorenabteilung geben werde.

Krämer zeigte sich zudem enttäuscht, dass er erst spät über die mögliche Gründung eines neuen Vereins informiert worden sei: „Bis vergangenen Samstag hatte ich die Hoffnung, dass es zu einer Jugendspielgemeinschaft mit der TSE und nicht zu einem neuen Verein kommt. Am kommenden Wochenende sollte dies Thema bei unserer erweiterten Vorstandssitzung sein. Daher bin ich überrascht, dass die Entscheidung schon so gefasst worden ist.“

Klaus Druskus: Nicht zielführend, einen dritten Verein zu gründen

Von den Fakten ebenso überrascht wie enttäuscht zeigte sich auch Klaus Druskus. „Um eine Stärkung des Handballs in Altena zu schaffen, ist es nicht zielführend, einen dritten Verein zu gründen“, sagte der TSE-Abteilungsleiter, der sich ebenso wie Frank Krämer eine JSG gewünscht hätte.

Im Gegensatz zu Frank Krämer schloss Klaus Druskus in einer ersten Reaktion am Mittwoch aber nicht aus, die Jugendarbeit in der TSE-Handballabteilung auch zukünftig fortzuführen.

In beiden bestehenden Handballabteilungen, bei dessen Trägervereinen, bei den Initiatoren der möglichen Sportunion Altena und natürlich auch bei den Eltern des betroffenen Handballnachwuchses dürfte es in den nächsten Tagen und Wochen somit reichlich Rede- und Informationsbedarf geben.

Schließlich müssten die Kinder und Jugendlichen einem neuen Verein beitreten, was zu einer Austrittswelle bei der TSE und beim VfB führen könnte.

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