Beim Sport-Club Baustellen in allen Bereichen

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Aktuell im wahrsten Sinne des Wortes am (Bezirksliga-)Boden: Mo El Alami und der Sport-Club Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Allein die „nackten Zahlen“ sind schon alarmierend: Viermal in Folge blieben die Bezirksliga-Kicker des SC Lüdenscheid zuletzt ohne eigenen Treffer, dreimal in Serie setzte es eine 0:5-Pleite.

Von Marc Kusche

Baustellen gibt es bei den Bergstädtern, die nach dem Klafelder Überraschungssieg in Kierspe auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht sind, also mehr als genug. Sie zu beseitigen, fällt aber offensichtlich ungemein schwer.

„Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Spiele, dass wir uns hinten individuelle Fehler leisten, wobei es immer wieder andere Spieler sind. Diesmal patzt am Anfang ausgerechnet Alexander Goldbach, der zuletzt so stark gehalten hat“, tat der Keeper, nach dem 0:1-Rückstand in Ottfingen wieder die Zuverlässigkeit in Person, Cotrainer Jörg Schreyer besonders leid. Kopfschüttelnd musste er in der Folge miterleben, dass binnen weniger Minuten aus dem 0:1 ein 0:3 wurde – ein trauriges Phänomen, dass mittlerweile beim SC regelmäßig zu beobachten ist.

„Kaum fangen wir uns ein Gegentor, gehen bei allen die Köpfe nach unten“, so Schreyer, der aber nicht nur die Defensive in die Kritik nimmt. „Das Grundtempo sowohl nach vorne als auch hinten ist einfach zu langsam. Als Konsequenz fehlt es an Kompaktheit und Torgefahr. Ich habe langsam das Gefühl, dass die Jungs gar nicht mehr wissen, was sie auf dem Platz zu tun haben, obwohl die Aufgaben klipp und klar verteilt werden“, wird laut Schreyer ab sofort das Training 15 Minuten früher beginnen, wobei zum Auftakt Taktikschulung an der Tafel auf dem Programm steht.

Weiteres Manko: Ob Sperren, Krankheiten, Verletzungen oder Formschwäche – Woche für Woche muss das Team umgebaut werden. So standen gegenüber der Vorwoche gleich sechs neue Spieler (!) in der Anfangself. Kontinuität sieht anders aus, von einer eingespielten Einheit ist der SC auch nach einem Drittel der Saison noch weit entfernt.

Wie Spielertrainer Michael Dolezych ist aber auch Schreyer überzeugt, den Bock noch umstoßen zu können. „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir die Mannschaft nicht mehr erreichen, dann wäre es in der Tat bedenklich. Für einen Außenstehenden ist es zwar kaum nachzuvollziehen, aber im Training läuft es richtig gut. Umso enttäuschender ist daher, was dann sonntags passiert. Vielleicht müssen wir ganz einfach mal andere Reize setzen“, gibt es Überlegungen, unter der Woche Testspiele gegen unterklassige Gegner einzustreuen und in der Abwehr auf einen Libero und „waschechte“ Manndeckung zu setzen. Die Zeit allerdings, sie drängt.

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