Sportklettern

Ehrgeiz und gegenseitige Hilfe

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Harte Arbeit in der Wand: 125 Aktive gingen beim 4. Boulder-Cup in der Kletterwelt Sauerland auf die Routen.

Lüdenscheid - Ein großes Miteinander war in der Kletterwelt Sauerland im Rosmart zu beobachten -  und das trotz sportlichen Ehrgeizes.

Auch wenn es ein sportlicher Wettbewerb war und die Sieger am Ende eines langen Tages verdient über ihre erreichten Platzierungen und Ergebnisse strahlten: Die 4. Auflage des Boulder-Cups der Kletterwelt Sauerland in Rosmart war kein gewöhnlicher Wettkampf, wie man ihn vielleicht erwarten würde. 

Dies lag weniger am sportlichen Ehrgeiz, den guten Bedingungen in der Kletterwelt oder der Resonanz, die mit 125 Startern sehr gut war. Vielmehr lag es an der lockeren, familiären Stimmung den ganzen Tag über. „Natürlich möchte man am Ende gewinnen. Aber es ist auch so, dass sich die Teilnehmer untereinander, aber auch mit Hilfe der Zuschauer, unterstützen. Da sind Tipps und Hilfestellungen oder gemeinsame Überlegungen, wie ein Weg zu bewältigen ist, ganz normal“, erklärt Kletterwelt-Geschäftsführer und Turnierchef René Brehm. 

Schließlich waren die 30 Routen pro Konkurrenz in der Qualifikation für alle Starter Neuland. Selbst die Stammgäste und Mitglieder der einzelnen Kurse der Kletterwelt Sauerland wussten im Vorfeld nicht, was sie beim Klettern ohne Kletterseil und -gurt in Absprunghöhe erwartet. Dabei ging es für die Aktiven, die aus ganz NRW in den märkischen Südkreis kamen, mitnichten darum, möglichst schnell zu sein oder besonders hoch hinaus zu kommen. Vielmehr ging es darum, die verschiedenen Schwierigkeitsgrade zu meistern. Die Herausforderungen waren recht unterschiedlich von Absprüngen auf Bodenhöhe über das Überwinden von Schrägen bis hin zum Erreichen eines Ziels, das nur knapp eineinhalb Meter über dem gepolsterten Boden platziert war, aber nur kopfüber und hängend erreicht werden konnte. „Für jede Strecke gibt es verschiedene Anforderungen, die besonders wichtig sind. Egal ob Kraft, Beweglichkeit, Koordination oder Raumverständnis, beim Boulder-Klettern ist für jeden etwas dabei. Daher lässt sich auch nicht sagen, dass jemand nach einer guten Strecke automatisch auch die anderen Wege so einfach schafft“, sagt Brehm, der beim großen Finale das Geschehen moderierte und für die Zuschauer einige Grundlagen erklärte. 

Beim Boulder-Cup in Rosmart waren die Anforderungen durchaus sehr unterschiedlich.

Rein sportlich wurden diesmal erstmals gleich zwei Wettbewerbe ausgetragen. Neben der „Schmackes“-Konkurrenz, die vorrangig für Fortgeschrittene und Experten geeignet war, gab es erstmals die „Spökes“-Klasse, die mit Schwierigkeitsgraden für Anfänger bis Fortgeschrittene aufwartete. Der Modus war in beiden Konkurrenzen gleich. In der Qualifikation galt es, möglichst viele Punkte zu sammeln für einen Finalplatz. Im Finale warteten dann komplett neue Kurse auf die Endrundenteilnehmer, die extra für den Abschluss hergerichtet wurden. 

Am Ende wurde die Konkurrenz „Schmackes“ von den auswärtigen Teilnehmern dominiert, die die meisten Punkte sammelten. Bei den Männern siegte Christian Range (Köln) vor Jonas Ellger, Till Hein (beide Siegen) und Chris Keil (Dortmund), während bei den Frauen Julika Kern (Siegen) Erste vor Theresa Düring (Dortmund) wurde. 

Stark von heimischen Kletterern geprägt war derweil das Finale im „Spökes“-Wettbewerb. Zwar siegte bei den Männern mit Simon Kemper ein Siegener. Direkt dahinter landete aber Marius Neumann aus Plettenberg, der seit Jahren zur Kinder- und Jugendgruppe der Kletterwelt gehörte, auf Platz zwei. Auch der dritte Rang ging an einen heimischen Aktiven. Jendrik Lange aus Breckerfeld, der ebenfalls mit dem Bouldern in der Kletterwelt Sauerland begann und zugleich als Turner beim Oberligisten TSV Kierspe aktiv ist, folgte als Dritter noch vor Andreas Michajlov (Lüdenscheid). Auch bei den Frauen waren die heimischen Starterinnen stark. Während Sarah Michelle Schulte aus Lüdenscheid siegte, landete dahinter mit Jolyn Padberg, die wie Schulte aus den Jugendkursen der Kletterwelt stammte und ebenfalls ein Heimspiel hatte, eine weitere Lüdenscheiderin nur knapp hinter Sarah Borkenhagen (Siegen) auf Rang drei. 

„Wir sind mit dem Boulder-Cup 2020 sehr zufrieden, sowohl was die Zahl der Teilnehmer als auch die Zuschauerresonanz anging. Gerade im Finale war die Stimmung super, und die Variante mit zwei separaten Wettbewerben kam gut an“, zog René Brehm, der sich beim DAV Gummersbach, Feelgood und AOK für das Rahmenprogramm bedankte, Bilanz.

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