Adam Juretzko wahrt makellose Playoff-Bilanz

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Mit seinem Sieg gegen Frank Stäbler wahrte Adam Juretzko (rechts) seine makellose Playoff-Bilanz (5:0).

BRUCHSAL -   „Adam, Adam“ schallte es durch die mit 2500 Zuschauern ausverkaufte Halle Holzindustrie im badischen bei Karlsruhe gelegenen Bruchsal.

Die Anfeuerungsrufe galten einem der ältesten noch auf höchstem Leistungsniveau aktiven Ringer in Deutschland. Adam Juretzko aus Werdohl steht im Alter von 42 Jahren noch immer für den Bundesligisten SV Germania Weingarten auf der Matte. Am Samstagabend demonstrierte er im Hinkampf des Finales um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen den ASV Nendingen einmal mehr seine außergewöhnliche Klasse.

Durch seinen Sieg gegen Frank Stäbler, der im griechisch-römischen Stil für die Olympischen Spiele in Rio 2016 als Medaillenanwärter des deutschen Ringerteams aufgebaut werden soll, wahrte Juretzko seine makellose Playoff-Bilanz (5:0) und hielt seine Mannschaft im Rennen um den Titel. Die 16:18-Niederlage lässt den Badenern noch alle Chancen auf den Rückkampf, der am kommenden Samstag in Nendingen ausgetragen wird.

„Wir werden mit offenem Visier kämpfen“

„Das Ergebnis ist gut, es ist alles noch offen. Wir haben nichts zu verlieren, wir werden risikoreich ringen. Auf Taktik zu gehen, bringt gar nichts: Wir werden mit offenem Visier kämpfen“, zeigte sich der Sauerländer unmittelbar nach seinem Sieg über Stäbler angriffslustig. Seit 2009 ringt Juretzko inzwischen für Weingarten und hat seitdem mit der Mannschaft zweimal den DM-Titel in den Jahren 2011 und 2012 holen können.

„Der Adam ist eine Rakete, hoffentlich macht er noch mindestens eine Saison weiter“, sagte Rüdiger Zuber, der sich beim SV Germania um die Fanartikel-Produktion kümmert, im Rahmen des Finalkampfes. Auch die Anhänger wünschen sich, dass der Olympiateilnehmer, Veteranen-Weltmeister und mehrfache Deutsche Meister in der Einzelwertung weiter in das Germania-Trikot schlüpft. In Weingarten sprechen sie mit hoher Anerkennung über den Werdohler, den sie im Club auch den „Commander“ nennen – als Zeichen dieser Wertschätzung bekam Juretzko auch ein entsprechendes T-Shirt mit dem Commander-Schriftzug, das er am Mattenrand trägt. Die Entstehung des Spitznamens liegt schon rund zwei Jahrzehnte zurück, als Juretzko eine versuchte Finte seines Gegners – wohlgemerkt beim Basketball an der Sportschule Hennef – erkannte, den Ball stibitzte und sagte: „Nicht mit dem Commander.“

Lange sportliche Freundschaft mit dem Trainer

Die Antizipationskraft ist eines der Markenzeichen des Sauerländer Ringers: Auf der Matte beobachtet er selbst bei höchster körperlicher Anstrengung noch detailliert die möglichen Griffe des Gegners und kann häufig im entscheidenden Moment die geplante Attacke des Kontrahenten kontern oder sich dem Angriff mit einer Defensivstrategie entziehen.

Auf diese Weise gewann Juretzko am Samstag auch gegen den Nendinger Stäbler: „Es war der Kampf ,Junger Löwe gegen alten Löwen‘. Ich war nach vier Minuten platt. Aber, wenn man die Zuschauer hört, wie sie alle deinen Namen rufen, geht einem das Herz auf – und dann kommt noch einmal die Luft und das Gefühl, den Kampf doch gewinnen zu können.“ Auch Germania-Trainer Frank Heinzelbecker, den mit Juretzko eine lange sportliche Freundschaft über Bundeswehr und deutsche Nationalmannschaft verbindet, hofft, seinen „Vorzeigeathleten“ auch noch über das DM-Finale hinaus einsetzen zu können. Publikumsliebling Juretzko äußerte: „Wenn ich noch eine Saison dranhänge, dann wegen der großartigen Fans.“

Nico Schwarze

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