Adam Juretzko gewinnt mit Weingarten den DM-Titel

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Adam Juretzko (rechts) gewann am Sonntag mit Germania Weingarten die Deutsche Meisterschaft. ▪

WERDOHL ▪ Der alte Meister ist auch der neue. Die Ringer des SV Germania Weingarten setzten sich am Sonntag in Homburg-Erbach im zweiten Finalkampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft mit 24:12 Punkten gegen den KSV Köllerbach durch, wiederholten ihren Vorjahreserfolg und machten anschließend in der badischen Heimat die Nacht zum Tag.

„Bis 5 Uhr morgens haben wir in unserer Halle in Weingarten gefeiert“, erzählt Adam Juretzko – mit den treuen Fans, die die Germanen auch zuvor an der Saar unterstützt hatten. „Das ist einmalig – diese Fans, die Helfer, der Verein. Er ist ein Beispiel für jeden Verein, ein Vorbildverein“, schwärmt der Werdohler, der zuvor in seiner Laufbahn immerhin schon dreimal mit dem VfR Schifferstadt Deutscher Mannschaftsmeister geworden ist. „Aber wenn ein Verein mit dir zum ersten Mal überhaupt Deutscher Meister wird, ist das etwas ganz besonderes. Und jetzt haben wir den Titel sogar verteidigt“, kann der 40-Jährige seine Gefühle nach dem gelungenen Coup kaum in Worte fassen.

Dafür war seine Leistung am Sonntag auf der Matte erneut umso aussagekräftiger. Mit drei Punkten Rückstand, aber großem Selbstbewusstsein im Gepäck waren die Germanen nach Homburg gereist. „Der Trainer hat uns super eingestellt. Wir sind als Mannschaft aufgetreten und die Jungs haben am Anfang gleich eine gute Grundlage geschaffen“, erzählt Juretzko.

Nach den ersten vier Kämpfen führte das Team von Frank Heinzelbecker mit 9:4 Punkten. Als dann schließlich der „Commander“ als vorletzter Kämpfer auf die Matte ging, führte Weingarten bereits mit 17:11 Punkten, so dass er mit einem Sieg im griechisch-römischen Stil (74 kg) gegen Konstantin Schneider alles klar machten konnte. „Aber darüber denke ich in dem Moment gar nicht nach. Wenn der Kampf läuft, bist du wie in Trance“, erzählt Juretzko, „denn wenn die Köllerbacher Blut lecken, können die einen Kampf nach dem anderen gewinnen.“

Die Hoffnung auf eine Wende kam bei den Gastgebern und insbesondere bei Konstantin Schneider aber nicht auf. „Er war irgendwie nervös“, urteilt Juretzko über seinen Dauerrivalen, der in der Bundesliga zwar einige Gegner besiegt hatte, gegen die Juretzko verloren hat. Aber irgendwie liegt der vier Jahre jüngere Schneider dem Werdohler. „Ich habe die letzten acht Aufeinandertreffen gewonnen“, erzählt Juretzko, der seinen Kontrahenten in der ersten Runde zweimal drehte und mit 4:0 Punkten gewann. Als Schneider dann in der zweiten Runde wegen einer nicht korrekten Bodenlage eine 0:1-Wertung gegen sich bekam, hielt Juretzko alle Trümpfe in der Hand und legte zum 5:0 nach. Schneider holte nun zwar die Runde drei (1:0), doch Juretzko, der auf seine Fähigkeiten am Boden und sein Abwehrverhalten vertraute, sicherte sich anschließend wieder die vierte Runde (1:0). Damit machte der Routinier nicht nur die Titelverteidigung perfekt, sondern gab zugleich den Startschuss für eine Meisterparty bis in die frühen Morgenstunden.

Und auch für Gedanken über die Zukunft blieb noch Gelegenheit. „Ich habe vorher gesagt: Wenn wir ins Finale kommen, dann hänge ich noch ein Jahr dran“, sagt Juretzko. Und so wird er ab August mit Weingarten wieder in der Bundesliga auf der Matte stehen. „Die deutsche Bundesliga ist die beste Liga in Europa, vielleicht sogar die beste auf der Welt. Viele haben uns das gar nicht zugetraut, aber jetzt sind wir die Gejagten. Und jetzt wollen wir auch das Triple schaffen“, sagt Juretzko. Und wenn das gelingt, ist die nächste Party bereits programmiert. ▪ von Stefan Herholz

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