Handballer buhlen um Kooperationspartner

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Die geplanten Strukturveränderungen mit der Abschaffung der Bezirksligen treffen schon bald auch die Handballer im märkischen Südkreis, Kreis Olpe und Siegerland.

Kreisgebiet - Wenn sich am Freitagabend um 19 Uhr im Olper Kolpinghaus die Vereinsvertreter aus dem gesamten Handballkreis Lenne-Sieg zur jährlichen Sitzung treffen, dann geht es ausnahmsweise mal nicht primär um die Absegnung des Haushaltsentwurfes für das Geschäftsjahr. Es geht vor allem darum, wie sich der Kreis für die Zukunft aufstellen soll.

Von Thomas Machatzke

Die geplanten Strukturveränderungen mit der Abschaffung der Bezirksligen treffen schon bald auch die Handballer im märkischen Südkreis, Kreis Olpe und Siegerland. „Es muss genau überlegt werden, wie die Zwischenstufe zwischen der Kreisliga und der Landesliga sinnvoll gefüllt werden kann“, sagt der Kreisvorsitzende Fritz Korte. Der Eiserfelder ist kein glühender Anhänger der neuen Strukturen, im Gegenteil, er sieht die Neuerung eher als problematisch an. „Der Sprung zur Landesliga wird zu groß“, sagt Korte, „meiner Meinung nach hilft nur eine Kreis-Oberliga, wenn sich mehrere Kreise zusammentun. Eine eigene Kreis-Oberliga nur im Handballkreis Lenne-Sieg wird einfach nicht stark genug sein.“

Die Frage allerdings ist, wer mit wem kooperieren könnte. Für den Handballkreis Lenne-Sieg kommen als Kooperationspartner eigentlich nur zwei Kreise in Frage: Zum einen der Kreis Hagen/Ennepe-Ruhr, zum anderen der Kreis Arnsberg. Mit beiden hat es bisher bereits punktuelle Kooperationen im Jugendbereich gegeben. Zumeist stellte der Kreis Lenne-Sieg dabei Mannschaften für den Spielbetrieb bei den Nachbarn ab.

Klausing-Referat zu Beginn

Für den Beginn der Vereinsvertretersitzung am Freitagabend im Olper Kolpinghaus hat der Kreisvorstand eine Ergänzung der Tagesordnung mitgeteilt: Die Jugendfachkraft des Westdeutschen Handball-Verbandes, Detlef Klausing, wird in einem etwa 20-minütigem Vortrag seine Aufgaben im Handballverband erläutern und erklären, wie er für die Vereine tätig werden kann. „Zielführende Fragen sind dabei willkommen“, sagt der Kreisvorsitzende Fritz Korte, der sich erhofft, dass die Vereine aus dem Engagement Klausings einen Gewinn für ihre Arbeit vor Ort ziehen können.

Wie groß die Bereitschaft bei den Nachbarn ist, das ist fraglich. Fahrten nach Schmallenberg oder Erndtebrück sind kaum reizvoll für Vereine, die in Schwelm, Wetter, Fröndenberg oder Arnsberg zu Hause sind. Die Randlage im Verband ist ein Problem für den Kreis Lenne-Sieg, der ohnehin schon als großer Flächenkreis gilt. Die Wege nach Hessen, ins Oberbergische oder in den Bergischen Bereich sind da teilweise kürzer als Fahrten quer durch Südwestfalen. So dürfte auf die Führungsriege des Lenne-Sieg-Kreises ordentlich Überzeugungsarbeit gegenüber den Nachbarn zukommen – Arbeit, für die sich die Crew um den im Sommer beim Kreistag scheidenden Vorsitzenden Fritz Korte am Freitagabend erst einmal die Rückendeckung der Vereine holen will.

Auch hier steckt der Kreis ja durchaus im Dilemma. Einerseits wird es die ambitionierten heutigen Bezirks- und künftigen Kreis-Oberligisten geben, die gerne in einer starken Klasse spielen und dafür auch weit fahren wollen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch den Kreis der Vereine, die mit einem Platz in einer nicht so starken Kreis-Oberliga und weniger weiten Fahrten zufrieden sein dürften. Keine Frage: Die Aufgabe, die der Verband den Kreisoberen beschert hat, ist keine, um die Fritz Korte und seine Mitstreiter zu beneiden sind.

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