Fussball

Ioannis Mavroudis schmeißt hin

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Bricht seine Zelte beim VfB Altena ab: Ioannis Mavroudis.

Altena – Paukenschlag bei den Fußballern des VfB Altena: Ioannis Mavroudis ist mit sofortiger Wirkung als Trainer der A-Liga-Mannschaft zurückgetreten. Gestern Mittag teilte er zunächst dem sportlichen Leiter Christian Weiß seine Entscheidung mit.

„Es geht einfach nicht mehr, die Auffassungen über die sportliche Ausrichtung sind einfach zu unterschiedlich. Ich bin es gewohnt, dass diesbezüglich der Trainer, und nicht Spieler und Vorstand das Sagen haben. Hier ist in den letzten Wochen hinter meinem Rücken reichlich Stimmung gegen mich gemacht geworden. Das lasse ich mir nicht bieten und habe daraus jetzt die Konsequenzen gezogen“, fuhr der 49-Jährige gestern schwere Geschütze auf. Dabei war die Verbindung zwischen dem Traditionsverein aus der Burgstadt und Mavroudis bis dato durchaus eine Erfolgsgeschichte. Als Nachfolger des glücklosen Robert Krumbholz, der mit der Mannschaft in der Saison 2016/17 in die B-Liga abgestiegen war, führte er den VfB direkt zurück ins Kreisliga-Oberhaus. Und auch dort ließ es sich in der Hinrunde der im Mai zu Ende gegangenen Spielzeit bestens an, belegte der Neuling zur Winterpause doch einen respektablen vierten Rang.

Ab der Winterpause in der Abwärtsspirale

Dann aber begannen laut Mavroudis, der zu diesem Zeitpunkt einen Top 3-Platz als Ziel ausgegeben hatte, schleichend die Probleme. „Natürlich hatten wir verletzungsbedingt Probleme. Aber die Einstellung stimmte immer öfter nicht, was wir an Punkten gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte abgegeben haben, war schon nicht mehr feierlich“, machte sich beim Trainer schon erste Ernüchterung breit. Und – ohne Namen zu nennen – diese Spieler merkte sich der Coach, legte Weiß eine Liste von Akteuren vor, auf deren Dienste er künftig verzichten würde und die stattdessen in der Reserve kicken könnten.+

„Wir haben dann vom Vorstand versucht, noch einmal zu vermitteln und Ioannis gebeten, erst einmal mit allen Spielern in die Vorbereitung zu gehen. Dann hätte man irgendwann im August immer noch einen Schnitt machen können. Aber darauf hat er sich nicht eingelassen, pochte auf seine Personalentscheidungen. Mir persönlich tut das sehr leid, denn ich habe mit Ioannis ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Aber wir müssen die ganze Sache auch aus Vereinssicht betrachten. Da sollten Kumpels, die zusammenspielen wollten, auseinandergerissen worden. Uns hätte der Abgang von gleich mehreren Spielern gedroht, die schon lange für den VfB aktiv sind. Und das wollten wir nicht, denn Ähnliches ist hier schon vor mehreren Jahren passiert“, verzichtete Weiß denn auch gestern darauf, Mavroudis noch einmal zu einem Umdenken überreden zu wollen. Und da er die Entwicklung in den letzten Tagen insgeheim schon befürchtet hatte, war er darauf auch schon vorbereitet: „Wir werden bereits am Mittwoch definitiv einen Nachfolger bekanntgeben.“

Mavroudis seinerseits wünscht dem VfB trotz seines Abschieds weiterhin alles Gute („Die ersten eineinhalb Jahre waren ja auch wirklich schön und erfolgreich“), wird sich dann ab dem 10. Juli erst einmal in den Urlaub verabschieden. Und man braucht kein Prophet zu sein, dass der dann 50-Jährige recht kurzfristig wieder auf der heimischen Fußballbühne erscheinen wird.

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