Handballkreise nähern sich an 

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Die C-Juniorinnen der HSG Lüdenscheid möchten gern im Kreis Iserlohn/Arnsberg verbleiben. 

Kreisgebiet – Die Handballkreise Lenne-Sieg (Westfalen) und Oberberg (Mittelrhein) kommen sich bei den Gesprächen über einen gemeinsamen Jugend-Spielbetrieb in der Saison 2020/21 immer näher. Nach einer Telefonkonferenz Anfang der Woche hat man sich nun für den 8. Juni im Olper Kolpinghaus verabredet, um festzuzurren, was bereits festgezurrt werden kann.

Viel hängt ja bei allen Planungen davon ab, wann die Saison beginnen kann. Im September? Nach den Herbstferien im Oktober? Womöglich erst im Januar? „Wir wissen es nicht“, sagt Markus Schürhoff, der als Lehrwart mit gutem Kontakt zum Oberberg-Nachbarn die Gespräche federführend für den Kreis Lenne-Sieg führt.

Was aber ist die Quintessenz der jüngsten Video-Konferenz? Klar ist seit Montag, dass zwar die E- und D-Junioren in ihrem Kreisgebiet spielen werden, es hier also keine gemeinsamen Ligen geben soll. Bei den C-Junioren soll es allerdings wie bei den A- und B-Junioren eine gemeinsame, gut spielbare Kreisliga geben, in der Mannschaften aus beiden Kreisen beheimatet sein sollen. Vielleicht allerdings nicht alle.

„Mit Mannschaften an der Grenze der Kreisgebiete werden wir noch Gespräche führen“, sagt Schürhoff, „am Ende wollen wir, dass so eine Kooperation für alle die besten Spielmöglichkeiten bieten soll. Und da soll dann auch niemand mit zum Beispiel zu weiten Fahrten überfordert werden.“ Alternativ zum Beispiel könnte eine Mannschaft in Randgebietslage auch, „wenn dies gewünscht wird“, in einem günstiger gelegenen Nachbarkreis untergebracht werden.

Im Mädchenbereich geht gar kein Weg an einem gemeinsamen Spielbetrieb vorbei. Hier muss eher noch entschieden werden, ob Ausnahmeregelungen tatsächlich möglich sind. Die HSG Lüdenscheid hatte zum Beispiel den Wunsch geäußert, weiter im Kreis Iserlohn/Arnsberg verbleiben zu können. Dort allerdings sind die Ligen eigentlich sehr gut gefüllt ohne die HSG.

Stichwort Saisonstart: Während im Kreis Oberberg die Aufsteiger gesetzt worden sind, schließt sich in Westfalen wohl nach den Sommerferien noch eine komprimierte Aufstiegsrunde an. Das bedeutet: Von den A- bis zu den C-Junioren dürfte es keinen Saisonstart vor den Herbstferien geben. Bei den D- und E-Junioren dagegen könnte man wie auch im Spielfestbereich normal starten, wenn die Corona-Pandemie dies zuließe. Dass bei den E-Junioren sehr unterschiedliche Spielmodelle aufeinandertreffen in beiden Kreisen, spielt durch die autarken Ligen keine so große Rolle.

„Aber wir wollen versuchen, da voneinander zu lernen“, sagt Schürhoff, „im Kreis Oberberg wird die E-Jugend ja eher wie eine Talentiade behandelt – auch mit 3:3-Spielmodell und Spielfestcharakter. Bei uns gibt es dafür die Vielseitigkeitstage, die man so im Kreis Oberberg nicht durchführt.“

Auch im Spielfest-Bereich bei den F-Junioren soll punktuell sinnvoll bei Turnieren mit Mannschaften aus beiden Kreisen gemischt werden, so dass man auch hier voneinander lernen kann. Bleibt das aK-Problem: „Wir haben darüber gar nicht so intensiv gesprochen“, sagt Schürhoff, „bei den Mädchen gibt es insgesamt wohl überhaupt nur zwei Mannschaften, die gerne außer Konkurrenz spielen wollen. Bei den Jungen ist das nicht so thematisiert worden. Klar ist nur inzwischen, dass der Kreis Oberberg das aK-Spielen nicht als K.o.-Kriterium ansieht. Aber gerne sieht man so etwas dort nach wie vor nicht.“

Im Kreis Lenne-Sieg war das Außer-Konkurrenz-Spielen in den vergangenen Jahren immer mehr zur Regel geworden, hatte sich so extrem ausgebreitet, dass es längst nicht mehr gesund war. Auch hier könnte der gemeinsame Spielbetrieb eine durchaus heilsame Wirkung entfalten. Außer-Konkurrenz-Spielen als Ultima Ratio und nicht als Regelfall – das aber könnte ein guter Kompromiss für die Zukunft sein.

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