Die SGSH schippert auf der richtigen Welle

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Bewies in der Schlussphase Cleverness: Jacek Wardzinski.

Schalksmühle - Viel Respekt hatte die SGSH vor diesem Saisonstart gehabt. Nach vier Spieltagen nun sind die Drittliga-Handballer aus Halver und Schalksmühle mit 6:2-Punkten Tabellendritter und haben für die kommenden Wochen mit einem Doppel-Heimspiel gegen die Kellerkinder VfL Gummersbach II (12.) und SG Ratingen (16.) glänzende Perspektiven.

Von Thomas Machatzke

Die SGSH ist dabei in den ersten Wochen der Saison auch ein Profiteur günstiger Umstände gewesen. Am drastischsten an der Krefelder Straße in Duisburg-Rheinhausen: Es kommt nicht oft vor, dass beim Gegner die Hälfte der absoluten Leistungsträger fehlt. Auf dem Papier war die SGSH gegen das Förderer-Team in dieser Konstellation ein viel klarerer Favorit, als es das Ergebnis am Ende aussagte.

„Ich habe die Mannschaft gewarnt. Klar ist da im Unterbewusstsein das Denken: Jetzt ist Handschke auch nicht dabei…“, sagte Mathias Grasediek nach dem Spiel, und sein Blick war jener, der sagen sollte: Was soll da schon passieren? „Aber die Duisburger verlieren kaum einmal ein Spiel hoch“, sagte Grasediek, „die haben eine ganz tolle Moral.“ Die Konzentration in jeder Phase der Partie, die der Trainer gefordert hatte, die bekam er nicht wirklich. Aber die SGSH setzte die „big points“ – zuletzt in der Schlussminute in Unterzahl durch Jacek Wardzinski und seinen Zweikampf gegen Ginters, der einen Siebenmeter und eine Zeitstrafe für Ginters bescherte. Es war die Portion Cleverness und Abgezocktheit, die der neuen SGSH gut tut.

Daneben tut es dem Team dieser Tage natürlich auch gut, dass es fast noch keine Probleme gehabt hat. Beim TuS Ferndorf fehlte zum Auftakt neben David Breuer auch Linksaußen Daniel Mestrum, in Korschenbroich mit Hendrik Schiffmann ein starker Rückraumakteur, selbst bei der Heimniederlage gegen Lemgo II hatte der Gast den kranken Spielmacher Valentin Schmidt zu Hause gelassen. Die SGSH dagegen konnte es sich am Sonntag sogar leisten, Florian Diehl zu schonen. Der war in der Woche krank gewesen – in einem ausgeglichenen 15er-Kader reicht das mitunter, um die Nummer 15 zu sein.

Was heute Wohl ist, kann indes schon morgen Wehe sein: Ob die SGSH personell weiter so sorgenfrei bleibt, dafür gibt es keine Garantie. Und doch sieht die SGSH nun bis Ende Oktober fünf Spielen entgegen, die auf dem Papier allesamt keine unlösbaren Aufgaben zu sein scheinen. Wenn das Personal und die Tagesform mitspielen, könnte es ein goldener Herbst werden für das Grasediek-Team. Dann könnte die SGSH mittelfristig Verfolger des Spitzenduos Krefeld und Hagen bleiben. Auch ohne Garantien ein schöner Gedanke für die Verantwortlichen am Löh.

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