Tennis, Platzmann-Sauerland-Open

500 Besucher zum Auftakt und Moritz Piepers ATP-Momente am Stadtpark

Tennis Gratulation dem Sieger
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Faire Gratulation an den Sieger nach 58 Minuten ATP-Tennis: Moritz Pieper verlor zwar vor stattlicher Kulisse am Stadtpark gegen den Spanier Javier Barranco Cosano (rechts) glatt, bekam für seinen ersten, sehr beherzten Auftritt auf der ATP-Challenger-Tour aber nachher trotzdem viele Komplimente.

Lokalkolorit in der Qualifikation, Sonne satt und dazu rund 500 Besucher auf der Anlage am Stadtpark: Der erste Tag des ATP-Challenger-Turniers Platzmann-Sauerland-Open war am Sonntag ein gelungener.

Lüdenscheid – Es war ein sonniger Auftakt am Lüdenscheider Stadtpark: Bei Kaiserwetter bevölkerten am ersten Tag der Platzmann-Sauerland-Open in Summe über den gesamten Tag rund 500 Besucher die Anlage des Lüdenscheider TV von 1899 und waren begeistert davon, was Turnierdirektor Rogier Wassen mit seinem Team auf die Beine gestellt hat für das ersten ATP-Challenger-Turnier auf Lüdenscheider Boden.

„Es war eher Vorfreude als Nervosität“, bekannte der 1. Vorsitzende des LTV 99, Sascha Schiepek, am Ende des Tages, „wir haben so etwas ja noch nie gemacht – und da hofft man dann natürlich, dass alles gut klappt.“ Diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Auch die kleine Schrecksekunden im Auftaktmatch auf dem Centre-Court war bald vergessen.

Johannes Haerteis hatte gerade gegen den Russen Bogdan Bobrov den ersten Satz klar 6:1 gewonnen, als die Partie unterbrochen werden musste, weil sich die Aufschlaglinie gelöst hatte. Ein Problem, dass sich mit einem Hammer lösen ließ – wie so viele kleine Aufgaben, die den LTV-Anlagenwart Dominik Mertgens auf Trab hielten. Es gab immer etwas zu tun, doch unterm Strich waren Aktive wie Besucher zufrieden – und mit ihnen zusammen dann eben auch der Gastgeber.

500 Besucher am Auftakttag und Moritz Piepers ATP-Momente am Stadtpark

Sportlich stand der Auftritt von Moritz Pieper natürlich im Zentrum des ersten Turniertages. Der Youngster des Lüdenscheider TV von 1899, der am Freitag seinen 17. Geburtstag gefeiert hatte, hatte die Gastgeber-Wildcard fürs Einzel bekommen und durfte im zweiten Match des Tages auf dem Centre-Court gegen den Spanier Javier Barranco Cosano antreten. Dass das vorhergehende Spiel zwischen Haerteis und Bobrov in den dritten Satz ging und am Ende von fast zweieinhalb Stunden doch noch vom Russen gewonnen wurde – es brachte den Zuschauern ein spannendes und in Teilen hochklassiges Finish, doch für Pieper erhöhte das Warten nur die Nervosität.

Auf dem Platz machte der Verbandsliga-Spieler des LTV 99 seine Sache dann aber mit dem Publikum im Rücken gut, auch wenn er beim 1:6 und 0:6 in den 58 Minuten gegen den spanischen Linkshänder letztlich chancenlos blieb. Direkt den ersten Spielball nutzte Pieper zum 1:4 im ersten Satz und hatte damit zumindest seinen Ehrenpunkt sicher gegen den Profi. Im zweiten Satz hätte ein weiterer Punkt folgen müssen, doch der Bergstädter ließ bei Aufschlag des Spaniers drei Spielbälle ungenutzt. In so manchem sehenswerten Ballwechsel zeigte er indes, dass er phasenweise gut mitzuhalten wusste. „Man muss halt immer hohes Risiko gehen, um überhaupt gut mitzuspielen“, stellte Pieper nach dem Match fest und freute sich über seine erste ATP-Erfahrung, für die es am Rande auf der Turniermeile nach dem Match auch viel Lob und Schulterklopfen von seinen Teamkollegen und auch zahlreichen Mitschülern vom Staberg gab.

Acht Matches hielt die Qualikation in Summe am Sonntag bereit. Lambert Ruland aus Arnsberg, der die Wildcard des WTV bekommen hatte, verlor zwar gegen den Rumänen Filip Cristian Jianu 4:6 und 2:6, doch gerade im ersten Satz spielte er so stark auf, dass man ihm tatsächlich die Sensation zutrauen durfte. Dass er im zweiten Satz nicht mehr entscheidend zuzusetzen hatte, lag aber vielleicht auch an seiner Spielbelastung vom Wochenende: Am Samstag hatte er bei der Westfalenmeisterschaft der Herren Viertel- und überraschend auch Halbfinale (in drei Sätzen gegen den an zwei gesetzten Jordi Walter/Dortmund, zwei Sätze im Tiebreak) gewonnen und am Sonntag um 11 Uhr das Finale gegen Marcel Zielinski (Dortmund) 3:6 und 2:6 verloren. Vier harte Matches in zwei Tagen – da war das, was Ruland am Ende geleistet hatte, aller Ehren wert.

Drei spannende Drei-Satz-Matches in der Qualifikation

Und sonst? Gab es neben dem Auftaktmatch zwischen Haerteis und Bobrov noch zwei weitere hart umkämpfte Drei-Satz-Spiele: Etwas überraschend musste der Belgier Michael Geerts gegen den Argentinier Genaro Alberto Olivieri die Segel streichen. 6:2 hatte Geerts den ersten Satz dominiert, dann im zweiten Durchgang gleich zwei Matchbälle nicht zu verwerten gewusst. So drehte Olivieri die Partie und gewann die Sätze zwei und drei 7:6 und 6:3. Ähnlich lief’s zwischen dem Russen Evgenii Tiurnev und Nick Hardt. Auch hier wusste der Gewinner des ersten Satzes das Match nicht nach Hause zu bringen, hatte der Daviscup-Spieler aus der Dominikanischen Republik im Tiebreak des Entscheidungsdurchgangs das bessere Ende für sich.

Damit war der erste Turniertag Geschichte. Top-Tennis, mindestens drei richtig spannende Spiele, dazu der mit 31 Jungen und Mädchen am Ende sehr gut besuchte Siku-Kids-Day mit Schnuppertraining und attraktiven Spielangeboten des Turniersponsors – da blieben beim Start keine Wünsche offen. Am Montag geht es ab 11.30 Uhr mit der 1. Runde des Einzels weiter. Die Top 6 der Setzliste sind noch nicht dabei. Spannung dürfte bei den zehn angesetzten Matches dennoch garantiert sein.

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