Öffnungen im Sport

32 Großvereine des Freiburger Kreises aus NRW machen Druck

Denkmalgeschützte Sportstätte in Lüdenscheid
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Wann beginnt der Sportbetrieb im Schneckenhaus wieder? 32 Großvereine aus ganz Nordrhein-Westfalen, darunter die Turbo-Schnecken, haben ein Positionspapier ans Land geschickt, plädieren für Öffnungsschritte

32 Großvereine aus ganz Nordrhein-Westfalen haben sich mit einem Positionspapier an das Land und den Landessportbund gewandt. Auch die Turbo-Schnecken Lüdenscheid fordern eine verbesserte Öffnungsperspektive.

Kreisgebiet – Die Sportverbände und -vereine machen Druck auf die Politik, fordern eine verbesserte Öffnungsperspektive.
So haben in Nordrhein-Westfalen 32 Großvereine, darunter auch die Turbo-Schnecken Lüdenscheid, ein zweites Positionspapier an die Landesregierung und den LSB auf den Weg gebracht.

Formuliert ist die Forderung, den vierten Öffnungsschritt ad hoc in die Tat umzusetzen. Dabei stützen sich die Vereine auf den nach den Bund-Länder-Beschlüssen Anfang März veröffentlichten Stufenplan, der fünf Schritte zur Rückkehr in den Breitensport während der Coronavirus-Pandemie vorsah.

Im dritten Schritt ging es um kontaktfreien Außensport mit maximal zehn Personen beziehungsweise von 20 Kindern bis 14 Jahre, und im nun relevanten vierten um Kontaktsport im Außen- und kontaktfreien Sport im Innenbereich. Dieser Schritt sollte ursprünglich frühestens zum 22. März umgesetzt werden, doch dann entwickelte sich die dritte Welle der Pandemie und machte die Pläne vorerst zunichte.

32 Großvereine des Freiburger Kreises aus NRW machen Druck

Nunmehr aber sehen die 34 Vereine die Zeit gekommen, dass gelockert werden kann, begründen dies wie folgt: „Aufgrund der erheblich verbesserten Ausgangssituation (mehr Impfungen, mehr Testmöglichkeiten) schlagen wir vor, dass nun der vierte Öffnungsschritt, mit einigen Modifizierungen, zeitnah – also ab dem 15. Mai – umgesetzt wird.

Voraussetzung ist natürlich, dass die Bundesnotbremse vor Ort nicht angewendet werden muss. Um es vorab sehr deutlich zu sagen: Für uns Vereine steht die Gesundheit unserer Mitglieder an erster Stelle. Daher haben wir in praktisch allen Phasen der Pandemie Maßnahmen ergriffen, die über die Vorgaben aus den Verordnungen hinausgehen. Wir leben ‚Safety First‘. Gerade deshalb fordern wir kurzfristige Lockerungen in den Bereichen, in denen eine Infektionsgefahr nachweislich sehr gering, die (langfristige) Wirkung für die Gesundheit aber sehr groß ist.“

Drei Hauptvorschläge stehen im Positionspapier

Im Einzelnen machen die 32 Großvereine für die Modifizierung des Stufenplans (Einstieg vierter Öffnungsschritt) damit folgende Vorschläge:

  • Aufhebung der Altersgrenze: Hier plädieren die Vereine dafür, Erwachsenensport wie Kindersport zu behandeln: „Gruppenbezogene, kontaktfreie Angebote sind nur für Kinder bis 14 Jahren vorgesehen. Diese Altersgrenze halten wir nicht für zielführend. Wir wollen alle gesund durch die Pandemie kommen, aber auch möglichst lange nach der Pandemie gesund bleiben. Gerade älteren Menschen, deren Sportprogramm gesundheitsorientiert ist, sollte Sport ermöglicht werden. Das Infektionsrisiko ist je nach Lockerung niedrig, das Risiko von Langzeitschäden durch den Bewegungsmangel hingegen ist groß. Trotzdem ist der Gesundheitssport generell für Erwachsene verboten, sogar im Freien und mit Abstand. Das sollte geändert werden.“
  • Kontaktarmer Outdoor-Sport ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl: Keine Teilnehmerbegrenzung beim Outdoorsport, kontaktfreie Gruppenangebote auch für Erwachsene und Gruppenangebote in Freibädern schlagen die Vereine vor: „Wir sehen beim Sport im Freien und mit Abstand nach allen vorliegenden Erkenntnissen eine verschwindend geringe Ansteckungsgefahr. Trotzdem sind nur der Individualsport zu zweit und das Gruppenangebot in Fünfer-Kinder-Gruppen (kontaktfrei) plus Trainer erlaubt. Die Rückmeldung ist da deutlich: Die Begrenzungen auf fünf Kinder im Freien wird als bewusste formale Barriere und weniger als wirksame Maßnahme zum Infektionsschutz wahrgenommen. Das geht besser!“
  • Kontaktfreier Indoorsport: Dass das Risiko einer Ansteckung in Sportstätten größer ist als im Freien, ist den Vereinen klar, dennoch fordern sie eine kurzfristige Öffnungsperspektive für Geimpfte, Genesene oder Personen mit aktuellem Negativ-Test: „Der Indoorsport birgt aktuellen Studien folgend größere Gefahren. Daher sollten hier, wie es im Stufenplan auch vorgesehen ist, mehr Einschränkungen gelten. Wir fordern dennoch, dass es eine kurzfristige Öffnungsperspektive für Indoor gibt. Denn die Ausgangssituation und auch die Perspektive haben sich durch die zahlreichen Impfungen und die vielen Testmöglichkeiten sprunghaft verbessert. Wir schlagen vor, dass kontaktfreier Sport (mit festgelegter Abstandsregel) in einem großen Raum (mit festgelegter Personenzahl) und mit aktuellem Test bzw. vollständig geimpft oder nach einer Infektion genesen ermöglicht wird. Ohne Differenzierung und Auflagen einfach alles zu verbieten, ist aus unserer Sicht nicht der richtige Beitrag zum Gesundheitsschutz. Auch hier sollte gehandelt werden.“

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