HSG gibt die rote Laterne ab

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Seine Rückkehr nach überstandener Verletzung war für die HSG Gold wert: Phil Lausen machte eine starke Partie und war mit zehn Toren erfolgreichster Werfer der Bergstädter.

Lüdenscheid - Dank einer riesigen Energieleistung und der tollen Unterstützung durch das Publikum setzte sich Handball-Landesligist HSG Lüdenscheid am Samstagabend nach hoch dramatischer Schlussphase gegen das Spitzenteam des TV Schwitten mit 24:23 (16:10) durch.

Damit gaben die Schnippering-Schützlinge mit ihrem zweiten Saisonerfolg die rote Laterne ab und dürfen dank verbesserter personeller Situation wieder hoffnungsvoller in die Zukunft schauen: Mit Phil Lausen und Benno Walter waren zwei wichtige Rückraum-Stützen ins Team zurückgekehrt, die zwar noch mit ihren Kräften haushalten mussten, aber gleich eine enorme Verstärkung bedeuteten. Ebenso wie der neue Abwehrchef Dennis Froitzheim, der sein Debüt im HSG-Team feierte.

Vor allem in Halbzeit eins agierten die Bergstädter in der Sporthalle am Stadtpark am oberen Leistungslevel. An Torwart-Rückkehrer Bahr – sieben Paraden plus ein gehaltener Siebenmeter – richtete sich die Deckung auf, zeigte ihre bislang wohl beste Saisonleistung, wobei sich Froitzheim mit einigen zwar etwas ungestümen, aber wirkungsvollen Attacken viel Respekt bei den Gästen verschaffte. Vor allem die sonst starke rechte Seite mit Torsten Becker und Meisterjahn hatte die HSG blendend im Griff, zudem kam zunächst auch Schwittens Spielertrainer Knez kaum zur Geltung. Die Folge war ein kontinuierlicher Führungsausbau: Vom 3:2 über 5:2 (9.), 8:4 (15.) 12:8 (23.) stand schließlich beim 16:10 eine stolze Sechs-Tore-Führung zu Buche.

Doch Halbzeit zwei geriet zur Zitterpartie: Drei frühe technische Fehler, drei Alutreffer von Lausen (2) und Walter, nachlassende Konzentration beim Abschluss gegen eine nun allerdings auch viel aggressivere und stärkere TVS-Abwehr inklusive Keeper Peichert taten ein Übriges: Beim 18:17 des nun deutlich agileren Knez (fünf Tore in Halbzeit zwei) waren die erst einmal in dieser Saison besiegten Schwittener wieder dran (48.).

Und so blieb’s bis zum Schluss dramatisch, weil auch eine letzte Drei-Tore-Führung (23:20, 54.) der HSG keine Sicherheit mehr gab. So wurden die gut 120 Fans in der engen Halle zum achten Mann der Lüdenscheider, weckten mit ihrer Rückendeckung die letzten Kräfte bei Lausen und Co, die sich zur 24:23-Führung 34 Sekunden vor Schluss „wurschtelten“ und dann in Ballbesitz kamen. Doch der Gegenstoßpass auf Kämper geriet zu kurz, Schwitten hatte die Ausgleichschance zurück. Der Gast nahm eine Auszeit, brachte einen siebten Feldspieler, fand aber keine Lücke, sondern bescherte nur Lüdenscheids Kroll eine Zeitstrafe. Doch die HSG kämpfte die Uhr förmlich herunter. Ein finaler Freiwurf der Nordkreisler durch Knez landete eine Sekunde vor dem Ende neben dem Tor. Der Rest war Jubel der Lüdenscheider über einen nicht erwarteten Erfolg.

Erfolgreichste Werfer der HSG waren Lausen (10) und Walter (6/3), beim Gast trafen Knez und Meisterjahn (je 6) am besten.

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