Neue Tennishalle wird 150 000 Euro teurer

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Stellte das Projekt gemeinsam mit Guido Schulte vor: Henrich Schlötermann.

Lüdenscheid - Es ist ein mühsames Fortkommen für den Lüdenscheider Tennis-Verein von 1899, langsam indes kommt Bewegung in die Sache: Die neue Tennishalle auf der Anlage am Stadtpark und einer angrenzenden Wiese soll nun im Herbst gebaut werden. Klar ist überdies inzwischen, dass die Kosten für die Halle den ursprünglich angestrebten Betrag deutlich überschreiten werden.

Von Thomas Machatzke

Henrich Schlötermann und Guido Schulte, die das Hallenprojekt für den Traditionsverein gemeinsam mit dem ehrenamtlich tätigen Architekten Dietmar Bielinsky in der Hand haben, stellten im Rahmen der Jahreshauptversammlung den Stand der Planungen vor. Schlötermann und Schulte berichteten über rund zwei Dutzend Sitzungen, in denen sich die LTV-Vertreter mit immer neuen Themen hatten beschäftigen müssen. Baumschutz, Artenschutz, die Entwässerung für die Halle, eine Stützmauer in Richtung Stadtpark – viele Punkte, kleinere und größere Hindernisse. Nun indes steht der Bebauungsplan: Er wird nach Ostern im Rathaus ausgelegt. Vier Wochen lang können Bürger den Plan anschauen und gegebenenfalls noch Bedenken anmelden. Danach haben die Behörden sechs Wochen Zeit für eine Stellungnahme. Am Ende der Frist wäre der Bebauungsplan rechtsgültig, könnte der LTV 99 entsprechend den Bauantrag einreichen.

Baubeginn ist frühestens am 1. Oktober. Bis dahin darf der Klub nicht in den Naturkreislauf eingreifen – erst danach dürfen die ersten Bäume gefällt werden. In drei bis vier Monaten soll die neue, feste Tennishalle stehen.

Wie sie aussehen soll, erläuterte Schulte ausführlich. Geplant ist eine Zwei-Platz-Halle mit Holzbindern, wobei der Transport der mächtigen Holzbinder eine echte Herausforderung werden dürfte. Die Halle soll ein Oberlicht erhalten und zwei Sektionstore für eine attraktivere Sommernutzung. Der Boden soll ein Teppichboden mit Granulat sein, das absaugbar ist. So wäre der Boden schneller und langsamer bespielbar.

Von der schönen Vision einer modernen Halle kam Schulte dann dazu, was diese Halle den Verein kosten wird: Geplant war ursprünglich die Aufnahme eines Darlehns von 500 000 Euro. Dieser Betrag wurde nun von den Chefplanern auf 650 000 Euro korrigiert. Die Gesamtkosten sollen 730 000 Euro betragen. Der Restbetrag soll durch Spenden und eine einmalige Umlage auf alle aktiven Erwachsenen des Vereins (100 Euro pro Kopf) finanziert werden.

9000 Euro Überschuss pro Jahr durch Halle

Die Halle selbst ist mit 450 000 Euro veranschlagt. Die Mehr-Kosten kommen u.a. durch eine Rigole (ein tiefes Becken) für die Entwässerung, die alleine 30 000 Euro kosten soll, aber auch durch Sonderkosten für eine Baustraße (18 000 Euro), die den Tiefbau-Fahrzeugen den Weg von der Parkstraße zur geplanten Halle ermöglichen soll, zu Stande. „Wir haben all das sehr konservativ gerechnet“, erklärte Schulte, „meiner Meinung kann sich der Verein diese Halle leisten. Die aktuelle Halle ruiniert den Verein.“

Tatsächlich fressen die Energie-Kosten für die alte Traglufthalle den LTV 99 aktuell beinahe auf. Durch die Einsparungen auf dem Energie-Sektor hofft Schulte, pro Jahr aus den Hallenmieten einen Überschuss von etwa 9000 Euro erzielen zu können. Bei einem Kredit von 650 000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren kämen auf den Verein jährlich Aufwendungen von 48 000 Euro für Zinsen und Tilgung zu. Die Mitglieder hatten über das Projekt am Donnerstag nicht abzustimmen, zeigten aber auf die Nachfrage hin, wer sich den Hallenbau trotz Mehrkosten vorstellen könne, sehr positiv eingestellt. Trotzdem wird – bevor es wirklich ernst wird – noch eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden müssen, um endgültig „grünes Licht“ für den Baubeginn zu geben.

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