Querelen gehen weiter

Nach enttäuschender Handball-EM: Schwalb kritisiert Hanning

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Martin Schwalb

Der frühere Meistertrainer Martin Schwalb sieht die Schuld für die EM-Enttäuschung der deutschen Handballer nicht allein bei Bundestrainer Christian Prokop.

"Man muss schon auch hinterfragen, welche Rolle Bob Hanning gespielt hat und spielt", sagte Schwalb der Hamburger Morgenpost in Bezug auf den Vizepräsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB): "Prokop war Hannings Wunschkandidat. Er hat einen Trainer geholt, der keine internationale Erfahrung hatte."

Für das Ausscheiden in der Hauptrunde bei der EM in Kroatien sei Hanning, der Prokop für 500.000 Euro von der SC DHfK Leipzig verpflichtet und mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet hatte, laut Schwalb "mitverantwortlich". Hanning selbst hatte nach der EM eine umfangreiche Analyse in den nächsten vier bis sechs Wochen angekündigt.

"Die entscheidende Frage wird sein: Lassen sich die Unstimmigkeiten ausräumen und kann die Mannschaft in Zukunft mit diesem Trainer zusammen erfolgreich sein", sagte Schwalb, der als Trainer mit dem HSV Hamburg 2011 deutscher Meister und 2013 Champions-League-Sieger geworden war.

Schwalb merkte an, dass Prokop bei der EM zu sehr versucht habe, "seine Vorstellungen durchzudrücken." Unter anderem hatte Prokop bei der Kadernominierung vor dem Turnier für Aufruhr gesorgt, als er Abwehrchef Finn Lemke zunächst nicht berücksichtigt hatte. Seither halten sich Gerüchte um eine vergiftete Atmosphäre im Team.

Gleichzeitig nahm Schwalb Prokop in Schutz: "Mir ist es zu einfach, jetzt alles auf den Trainer zu schieben." Den entstandenen Wirbel um die Person Prokop konnte Schwalb derweil nicht wirklich nachvollziehen. "Jeder Trainer macht Fehler, jeder Trainer ist schonmal bei einem Vorhaben gescheitert, jeder Trainer ist angreifbar."

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sid

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