Erfolg gegen Rekordchampion Kiel

Flensburg schwärmt nach Derbysieg von Golla - Svan: „Er ist ein Tier“

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Der Flensburger Trainer Maik Machulla war mehr als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Handballmeister Flensburg-Handewitt schlägt Rekordchampion Kiel. Kreisläufer Johannes Golla hat entscheidenden Anteil am 35. SG-Sieg im 98. Nordderby. „Er ist ein Tier“, sagt sein Teamkollege Lasse Svan über den Neuzugang.

Flensburg - Johannes Golla bekam das Grinsen kaum aus dem Gesicht. „Die Jungs haben schon vorher gesagt, wie geil das ist. Aber es war noch besser, als man sich das vorstellt“, sagte der Kreisläufer der SG Flensburg-Handewitt. Sein Team gewann am Samstag in der Handball-Bundesliga das 98. Schleswig-Holstein-Derby gegen den Erzrivalen THW Kiel mit 26:25 (15:13). Am knappen Sieg hatte der 20 Jahre alte Neuzugang von der MT Melsungen entscheidenden Anteil.

Mitte der ersten Halbzeit hatte SG-Trainer Maik Machulla den 1,95 Meter großen und 112 Kilogramm schweren Youngster für Anders Zachariassen in die Partie gebracht. Und Golla war sofort präsent. In der 23. Minute nahm er es gleich mit zwei Kieler Angreifern auf. Mit dem rechten Arm stoppte er Marko Vujin, mit dem linken Lukas Nilsson. Aber auch im Angriff setzte der gebürtige Wiesbadener im 1000. Bundesligaspiel der SG Zeichen: In der 42. Minute überwand er den Kieler Abwehrchef Patrick Wiencek und erzielte das wichtige 20:17. Am Ende hatte er drei Treffer auf seinem Konto.

Trainer und Teamkollegen schwärmten nach dem 35. Flensburger Derbysieg von den Fähigkeiten Gollas. „Der ist so stark. Er ist ein Tier“, sagte Rechtsaußen Lasse Svan. „Er musste sich nicht nur im Kraftraum, sondern auch auf dem Feld zeigen, und das hat er getan.“ Abwehrchef Tobias Karlsson sieht in dem 20-Jährigen einen gelehrigen Schüler: „Der saugt alles in sich auf.“ Sowohl Svan als auch Karlsson prophezeien Golla eine große Zukunft. Auch Machulla „macht der Junge Spaß. Es ist beeindruckend, wie viel Qualität und Leidenschaft er reinbringt.“

Kiel hatte sich Saisonstart sicher anders vorgestellt

In der vergangenen Meistersaison hatten die Flensburger nach vier Spieltagen 4:4 Punkte auf ihrem Konto, jetzt sind es 8:0. Für Trainer Machulla hat das aber noch sehr wenig Aussagekraft. „Das ist schön, das bringt Sicherheit und Ruhe“, war sein kurzer Kommentar. Auch Geschäftsführer Dierk Schmäschke wollte keine Euphorie verbreiten: „Wir bleiben geerdet.“

Um Realismus bemüht sich auch der THW, der 4:2 Punkte hat und am Donnerstag beim SC Magdeburg die nächste schwierige Auswärtsaufgabe lösen muss. „Das war noch keine Standortbestimmung. Dafür ist es noch zu früh“, sagte der Sportliche Leiter Viktor Szilagyi. Einen Saisonstart mit 4:4 Punkten hat sich der Rekordchampion aber sicherlich nicht vorgestellt.

„Am Druck in Kiel ändert das nichts“, meinte der zum Saisonende scheidende THW-Coach Alfred Gislason, der es „etwas komisch fand, dass es mein letztes Derby in Flensburg war“. Außer der schlechten Chancenverwertung seiner Schützlinge haderte der Isländer mit einigen Entscheidungen der Schiedsrichter, die sieben Zeitstrafen gegen den THW, aber nur drei gegen die SG verhängten. Gislason: „Das war suboptimal.“

dpa

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