Die ersten Elf im Portrait

Portugal: Einer heißt "Rod Stewart"

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Die portugiesische Nationalmannschaft.

Salvador de Bahia - Wie tickt eigentlich die erste Elf der portugiesischen Nationalmannschaft? Ein portugiesischer Journalist beschreibt Cristiano Ronaldo und Co.

Nuno Luz ist der bekannteste Sportreporter Portugals. Für den TV-Sender Sic berichtet „Portugals Sportjournalist des Jahres“ seit langem über die Nationalmannschaft. Die meisten Spieler kennt er lange und gut. Für den Sport-Informations-Dienst (SID) stellt er jene Elf vor, die wohl am Montag gegen Deutschland beginnen wird.

Rui Patricio (26/Sporting Lissabon/Torhüter): Ein guter Torhüter, aber er hat große Schwächen mit dem Fuß. Privat sehr ernst.

Joao Pereira (30/FC Valencia/Außenverteidiger): Ein verrückter Vogel. Er spricht wie ein Maschinengewehr. Sehr ehrgeizig.

Pepe (31/Real Madrid/Innenverteidiger): Gilt als bad guy und genießt diesen Ruf sichtlich. Ist aber abseits des Spielfeldes sehr zurückhaltend. Er liebt Musik, man sieht ihn dauernd mit großen Kopfhörern auf den Ohren.

Bruno Alves (32/Fenerbahce Istanbul/Innenverteidiger): Ist der Sohn eines Brasilianers, kam aber schon als kleiner Junge nach Portugal und spricht ohne Akzent Portugiesisch. Technisch für einen Abwehrspieler ausgesprochen stark. Sein großes Hobby ist Fußball-Tennis, da ist er unschlagbar.

Fabio Coentrao (26/Real Madrid/Außenverteidiger): Sein Vater ist Fischer. In der Mannschaft nennen sie ihn Rod Stewart, wegen seiner blonden Strähnen. Er ist ein lustiger Typ, vor allem mit seinem Kumpel Cristiano Ronaldo macht er dauernd Späße.

Joao Moutinho (27/AS Monaco/Mittelfeld): Ein sehr, sehr ruhiger Typ, aber sehr reif. Schon als Junge sah er aus wie ein Erwachsener und dachte auch so. Noch heute sticht er mit seiner Intelligenz und seiner Reife heraus.

Miguel Veloso (28/Dynamo Kiew/Mittelfeld): Er ist ein Topmodel - glaubt er selbst zumindest. Ist ziemlich eitel. Genannt werden möchte er nur noch Miguel. Veloso hat er sogar von seinem Trikot gestrichen. Den Namen seines Vaters möchte er nicht mehr tragen, weil dieser sich vor kurzem von der Mutter hat scheiden lassen.

Raul Meireles (31/Fenerbahce Istanbul/Mittelfeld): Er hat Tattoos am ganzen Körper. Auch sonst in jeder Hinsicht stylebewusst. Er trägt immer die modernsten Klamotten von allen und ist auch der DJ des Teams, trägt immer den Ghettoblaster.

Nani (27/Manchester United/Flügelstürmer): Er stammt aus einer armen Familie. Kam als kleiner Junge mit seinen Eltern von den Kap Verden nach Portugal. Sein Vater verließ die Familie, als er 7 war, seine Mutter ging fünf Jahre später. Großgezogen wurde er vom Onkel und dem älteren Bruder, der auch heute noch sein bester Freund ist. Entsprechend seiner Geschichte ist Nani ein ganz bodenständiger und bescheidener Mensch.

Hugo Almeida (30/Besiktas Istanbul/Mittelstürmer): Hat in Deutschland gespielt, bei Werder Bremen. Will während der gesamten WM seinen Bart wachsen lassen. Grund dafür ist eine Wette mit einem Mitspieler von Besiktas. Mit dem Bart will und soll er türkischer aussehen.

Cristiano Ronaldo (29/Real Madrid/Flügelstürmer): Durch die Geburt seines Sohnes vor knapp vier Jahren hat er sich komplett verändert. Auch deshalb sehen wir inzwischen den besten Cristiano aller Zeiten. Er ist nun viel volksnäher und viel weniger egoistisch. Sympathisch war er immer schon, aber der private Ronaldo und der öffentliche waren zwei verschiedene Menschen. Als ich kürzlich zum Sportjournalisten des Jahres gewählt wurde, rief er mich an und sagte: „Glückwunsch Nuno, Du hast es verdient.“ Das hätte er nicht tun müssen und das hätte er vor drei oder vier Jahren auch auf keinen Fall getan.

sid

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