Als Nachwuchs-Pelé gehandelt

WM-Superstar gesucht: Alles schaut auf Neymar

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Messi, Neymar und Ronaldo als Graffitti - wer schafft es, zum Superstar der WM zu werden?

Rio de Janeiro - Der Druck, der auf den schmalen Schultern des 22-Jährigen Neymar lastet, ist beinahe unmenschlich. Auch bei dieser WM muss es einen Star geben - und Neymar wird bereits mit Pelé verglichen.

Ene, mene, muh - und raus bist du! Die vielen Ausfälle von Topspielern für die WM in Brasilien erinnern an einen Abzählreim, und dennoch ist klar: Auch diesmal wird es ihn geben, diesen einen besonderen Fußballer, der dem Turnier seinen Stempel aufdrückt und den alle Welt für immer mit diesen vier Wochen im Sommer 2014 in Verbindung bringen wird.

Diego Maradonas Zauber-Auftritte 1986 sind zum Beispiel ebenso unvergessen wie die von Oliver Kahn 2002, als der Torwart-Titan wurde. Und diesmal? Für fast 200 Millionen Brasilianer steht der Superstar der WM schon jetzt fest: Neymar - wer sonst?!

Der Druck, der auf den recht schmalen Schultern des 22-Jährigen lastet, ist fast schon unmenschlich. Doch den Offensivspieler lässt das zumindest äußerlich kalt: „Ich verspüre keinen Druck. Vielleicht fehlt mir das Sinnesorgan, mit dem man Druck wahrnimmt.“

Brasiliens Fußball-Ikone Pelé sprach dennoch von einer „gefährlichen Situation“, denn Neymar, der beim Confed-Cup-Sieg vor einem Jahr glänzte, beim FC Barcelona aber nur schwer in Tritt kam, scheint nicht ganz so nervenstark zu sein wie er es gerne vorgibt. Erhöht wird der Druck auf Neymar durch die ständigen Vergleiche mit Pelé. Diese seien zwar „eine große Ehre“, sagt Neymar, „aber er ist der König des Fußballs. Ich bin nur der Junge, der Fußball spielen will.“

Im Kampf um den „Goldenen Ball“, den der beste WM-Spieler nach dem Turnier als Auszeichnung erhält, wurden bis zu ihrem verletzungsbedingten Aus auch der Dortmunder Marco Reus, der Franzose Franck Ribery und Kolumbianer Radamel Falcao gehandelt. Noch auf der Liste stehen natürlich die beiden üblichen Verdächtigen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

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Vor allem für Messi wird die WM zum Gradmesser. Jahrelang schien es fast so, als spiele im Nationaltrikot ein schwächerer Doppelgänger des viermaligen Weltfußballers. Doch seit sich die Albiceleste spielerisch von ihrem Star emanzipiert hat, blüht auch der Barca-Profi auf. Seit seinen zehn Toren in der Qualifikation glauben die Argentinier wieder an ihren Messi(as). Endlich, findet Messi: „Das hat mir schon in der Seele weh getan, dass ich in meinem Land nicht so geliebt wurde wie hier in Barcelona.“

Zuspruch der Öffentlichkeit braucht auch Ronaldo. Im Gegensatz zu Messi zeigt der Portugiese im Nationaldress selten Schwächen, das Play-off-Duell gegen Schweden mit Superstar Zlatan Ibrahimovic entschied der aktuelle Weltfußballer mit vier Toren fast im Alleingang. Allerdings steht hinter der Fitness des aktuellen Weltfußballers weiter ein Fragezeichen.

Die Beispiele Diego Forlan (Uruguay) und Thomas Müller (Bayern München) vom Endturnier 2010 zeigen, dass nicht immer die aktuellen Topstars einer WM den Stempel aufdrücken. Aus der „zweiten Reihe“ stehen Eden Hazard (Belgien), Arturo Vidal (Chile), Diego Costa (Spanien) und Luis Suarez auf der Liste der potenziellen WM-Überflieger.

SID

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