„Die beste WM aller Zeiten“

WM-Affäre 2006: Staatsanwaltschaft geht weiter gegen DFB-Funktionäre vor

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Auch ihm droht weiter Ärger nach der WM-Affäre 2006: Franz Beckenbauer.

In der WM-Affäre von 2006 kann das DFB-Trio aktuell aufatmen, zumindest zunächst. Denn die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Beschwerde eingelegt. 

Update vom 23. Oktober 2018: Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Beschwerde gegen die Nichteröffnung des Hauptverfahrens in der Fußball-Sommermärchen-Affäre eingelegt. Das Landgericht hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass es keinen hinreichenden Verdacht auf Steuerhinterziehung gegen die früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger sowie Ex-Generalsekretär Horst R. Schmidt gibt. 

Über diese Beschwerde wird das Oberlandesgericht Frankfurt entscheiden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zunächst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Dem früheren DFB-Trio Niersbach, Zwanziger und Schmidt wurde in der Anklage vorgeworfen, die Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro im Zuge der WM-Organisation an den Weltverband FIFA verschleiert zu haben. Dadurch sei eine falsche Steuererklärung für das WM-Jahr 2006 abgegeben worden. Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuern sowie Solidaritätszuschlag von über 13,7 Millionen Euro seien zugunsten des DFB verkürzt worden, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Der gesamte Skandal geht zunächst auf ein Darlehen in Höhe von umgerechnet 6,7 Millionen Euro zurück, das der WM-Organisationschef Franz Beckenbauer 2002 von dem früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhielt. Beckenbauer und sein damaliger Manager Robert Schwan leiteten das Geld auf ein Konto in Katar weiter, das zum Firmengeflecht des damaligen und nachweislich korrupten FIFA-Funktionärs Mohamed Bin Hammam gehörte. Der DFB konnte auch durch Nachforschungen der Kanzlei Freshfields den Grund für die Zahlungsflüsse nicht klären.

Erstmeldung: WM-Affäre 2006: Gericht entlastet DFB-Funktionäre

Frankfurt/Main - In der Affäre um das Fußball-Sommermärchen 2006 haben die früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger sowie der ehemalige Generalsekretär Horst R. Schmidt einen juristischen Erfolg erzielt. Das Landgericht Frankfurt lehnte die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen das Trio am Montag ab. Die Staatsanwaltschaft hatte alle drei im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung angeklagt.

„Die Kammer hat keinen hinreichenden Tatverdacht gesehen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass die Staatsanwaltschaft innerhalb von einer Woche noch Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen kann. Zwanziger wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern, kündigte aber eine ausführliche Stellungnahme im Laufe der Woche an. 

WM-Affäre 2006: „Das Sommermärchen 2006 war die beste WM aller Zeiten“ 

Die Anwälte von Schmidt sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt. „Wie die Verteidigung bereits vom ersten Tag der Ermittlungen - vor drei Jahren - vorgetragen hat, hat Herr Schmidt sich zu keinem Zeitpunkt strafbar gemacht. Damit bleibt es dabei: Das Sommermärchen 2006 war die beste WM aller Zeiten“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung. Von Wolfgang Niersbach lag vorerst keine Stellungnahme vor.

Niersbach, Zwanziger und Schmidt wurde in der Anklage vorgeworfen, die Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro im Zuge der WM-Organisation an den Weltverband FIFA verschleiert zu haben. Dadurch sei eine falsche Steuererklärung für das WM-Jahr 2006 abgegeben worden. Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuern sowie Solidaritätszuschlag seien in Höhe von über 13,7 Millionen Euro zugunsten des DFB verkürzt worden, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Der gesamte Skandal geht zunächst auf ein Darlehen in Höhe von umgerechnet 6,7 Millionen Euro zurück, das der WM-Organisations-Chef Franz Beckenbauer 2002 von dem früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhielt. Beckenbauer und sein damaliger Manager Robert Schwan leiteten das Geld auf ein Konto in Katar weiter, das zum Firmengeflecht des damaligen und nachweislich korrupten FIFA-Funktionärs Mohamed Bin Hammam gehörte. 

Aufgrund der WM-Affäre hat der DFB sogar Verluste gemacht. Auch in Bezug auf die Gerüchte auf Stimmenkauf im Vorfeld der WM 2006 hatte die Staatsanwaltschaft offenbar keine konkreten Hinweise gefunden. 

dpa

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