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Nicht verlieren reicht nicht: Unmut und frische Unzufriedenheit nach Werders Unentschieden gegen Sandhausen

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Von: Carsten Sander

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Zum Haare raufen: Auch gegen den SV Sandhausen gelang dem SV Werder Bremen am 11. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga nur ein Remis.
Zum Haare raufen: Auch gegen den SV Sandhausen gelang dem SV Werder Bremen am 11. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga nur ein Remis. © IMAGO IMAGES / foto2press

Der SV Werder Bremen rettet sich durch einen späten Treffer von - ausgerechnet - Niclas Füllkrug zu einem 2:2-Remis im Auswärtsspiel gegen den SV Sandhausen. Der Spielbericht der DeichStube*.

Bremen – 1436 Fans des SV Werder Bremen waren sich weitgehend einig, wie das Spiel ihres Teams zu bewerten war. „Wir haben die Schnauze voll“, riefen sie im Chor. Und immer wieder auch: „Baumann raus!“ Es war die Art der mit zum Auswärtsspiel beim SV Sandhausen gereisten Bremer Anhänger, mit einer Werder-Leistung umzugehen, die einmal mehr weit hinter den Erwartungen an den Bundesliga-Absteiger zurückgeblieben war. Die am Ende aber wenigstens noch einen Punktgewinn geliefert hatte. Durch ein Tor in der Nachspielzeit des bei Werder zuletzt wenig gut gelittenen Niclas Füllkrug holte der Bundesliga-Absteiger ein 2:2 (1:1) und vermied mit Ach und Krach die nächste schwere Auswärtsniederlage.

Der Füllkrug-Treffer wurde im Bremer Block zwar laut und heftig bejubelt, doch glücklich verließen die Fans das kleine, nur mit 7252 Zuschauern gefüllte Stadion am Hardtwald deshalb nicht. Was sie von der Darbietung ihrer Mannschaft hielten, hatten sie schon vorher, beim Stand von 1:1 und 1:2 kundgetan. Wieder war kein Fortschritt zu erkennen gewesen, wieder war Werder Bremen alles schuldig geblieben, was ein Team mit Aufstiegsambitionen haben sollte. Dass sich der Zorn der Fans gegen Sportchef Frank Baumann richtete, zeigt, wen sie für den Schuldigen halten. Baumann ist verantwortlich für die Personalauswahl – und das gewählte Personal funktioniert nicht so zusammen, wie es sollte. Der Abstand auf die Aufstiegsplätze wächst stetig, nach dem Remis in Sandhausen beträgt er bereits sieben Punkte. Und die kommenden Gegner haben es in sich: FC St. Pauli, 1. FC Nürnberg, Schalke 04 – es sind drei Teams aus den Top 5, die jetzt auf Werder warten.

Laut Spieldaten war Werder Bremen gegen den SV Sandhausen die bessere Mannschaft

Es werden harte Wochen, keine Frage. Denn wie sollen die Bremer gegen Spitzenteams der Liga bestehen, wenn schon beim Tabellen-16. aus Sandhausen nur ein final glücklicher Punktgewinn herausspringt? Selbst Trainer Markus Anfang, ob seiner Position grundsätzlich zum Positivdenken verpflichtet, schaffte es am Sonntag nicht, das 2:2 als einen Erfolg zu werten. Ehrlich räumte der Coach ein: „Wenn du spät in Rückstand gerätst, dann aber noch das 2:2 machst und das Spiel nicht verlierst, ist das zwar erstmal ein positives Gefühl. Aber wir sind eigentlich nicht hier, um Spiele nicht zu verlieren, sondern um Spiele zu gewinnen.“

Letzteres gelingt Werder Bremen aber kaum noch. Von den vergangenen fünf Partien verloren die Bremer drei – und hätte Füllkrug nicht in der 92. Minute seinen linken Fuß an die Hereingabe von Oscar Schönfelder gehalten, wären es sogar vier gewesen. Das besonders Frustrierende daran: Werder war in Sandhausen die klar bessere Mannschaft – jedenfalls sagten das die Spieldaten aus. 67 Prozent Ballbesitz, 522:250 gespielte Pässe, 16:12 Torschüsse, 60:48 gewonnene Zweikämpfe – es waren schöne Zahlen, die aber nur wie ein Makeup auf dem Bremer Spiel lagen. Denn die eigentliche Wahrheit der Partie wurde nicht in Zahlen abgebildet, wohl aber in der Analyse von Coach Anfang: „Wir haben insgesamt zu viele individuelle Fehler gemacht, um drei Punkte mitzunehmen.“

Ein gravierender Fehlpass von Lars Lukas Mai leitete den Ausgleich für Sandhausen gegen Werder Bremen ein

Den gravierendsten Aussetzer leistete sich Innenverteidiger Lars Lukas Mai, als er, leicht unter Druck gesetzt, einen zu kurzen Rückpass auf Torhüter Michael Zetterer spielte. Bashkim Adjini erlief den Ball und wurde von Zetterer gefoult. Den Elfmeter verwandelte das ehemalige Werder-Talent Pascal Testroet (von 2008 bis 2011 in Bremen) zum 1:1 (29.). Zuvor hatte Nicolai Rapp für die frühe Gästeführung gesorgt (12.). Testroet traf dann in Minute 84 auch noch zum 2:1 für Sandhausen, nachdem zuvor Marco Friedl einen schlimmen Fehlpass gespielt und Mai in der Mitte nicht aufgepasst hatte. „Wir spielen eigentlich auf Sieg, machen dann aber wieder den individuellen Fehler und verteidigen auch im eigenen Sechzehner nicht“, ließ Anfang die Szene des 1:2 Revue passieren und fasste zusammen: „Wir bringen uns einfach selbst immer wieder in Schwierigkeiten. Das ist absolut frustrierend.“ Anfang brachte die Gegentore aber – wie schon nach dem 0:3 in Darmstadt und anderen vorangegangenen Niederlagen – nicht in Zusammenhang mit Taktik, System und Spielausrichtung. Es läge allein an Jugend und Unerfahrenheit der Spieler: „Sie sind nur manchmal stabil, aber nicht immer.“ Angemerkt werden muss an dieser Stelle, dass es Aufgabe des Trainers ist, jene Spieler zu erkennen, die stabil sind und die dann auch spielen zu lassen. Anfang: „Wir arbeiten daran, sie stabil zu bekommen.“

In den letzten Spielminuten ließ der SV Sandhausen Werder Bremen noch mal entkommen

In der Summe ergeben Fehler wie die des indisponierten Mai (21) und von Friedl (23) normalerweise eine Niederlage. Doch Sandhausen machte es nicht viel besser, ließ Werder Bremen in den letzten Minuten noch mal entkommen. Weshalb Anfang am Ende wenigstens noch auf einen intakten Teamspirit und eine starke Schlussoffensive verweisen konnte. „Eigentlich bist du nach dem späten Rückstand schon der Verlierer. Für diesen Moment muss ich meiner Mannschaft aber ein Lob aussprechen, dass wir da Moral bewiesen und weiter nach vorne gespielt haben. Dann freut es mich natürlich auch, dass wir dafür belohnt werden. Beim Tor von Fülle haben wir ja gesehen: Alle wollten das Ding noch drehen.“

Letztlich drückte Füllkrugs Ausgleich auch den Protestpegel der Fans auf der Tribüne nach unten. Aber der Unmut über die sportliche Negativentwicklung bleibt – für Anfang ist das sogar nachvollziehbar. „Dass es da eine gewisse Unzufriedenheit gibt, ist legitim. Wir sind alle nicht damit zufrieden und glücklich, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Wir haben uns aus den Partien in Darmstadt und Sandhausen natürlich mehr erhofft. Jetzt müssen wir damit leben, dass Unruhe aufkommt.“ (csa) Lest auch: So seht Ihr das Zweitliga-Spiel von Werder Bremen gegen den FC St. Pauli live im TV und im Live-Stream!

Werder Bremen: Zetterer - Agu, Mai, Veljkovic, Friedl - Gruev, Rapp (68. Dinkci), Schmidt (57. Füllkrug) - Schmid, Ducksch, Bittencourt (77. Schönfelder).

Zur letzten Meldung um 17:00 Uhr:

Füllkrug rettet Werder: Tor in der Nachspielzeit gegen Sandhausen

Sandhausen – Für drei Tage war Niclas Füllkrug in der vergangenen Woche vom Training suspendiert, doch am Sonntag bewahrte der Stürmer den SV Werder Bremen in der 2. Bundesliga vor einer weiteren peinlichen Niederlage. In der zweiten Minute der Nachspielzeit traf er mit seinem ersten Saisontor zum 2:2 (1:1) beim SV Sandhausen. Sekunden vor dem Abpfiff hatte der Joker sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, traf aber nur den Pfosten. Zuvor hatte Nicolai Rapp Werder früh in Führung gebracht, der Ex-Bremer Pascal Testroet drehte die aus Werder-Sicht von vielen Fehlern geprägte, am Ende aber rassige Partie zwischenzeitlich mit einem verwandelten Foulelfmeter (29.) und einem Kopfball (84.).

Werder Bremen musste nach einer turbulenten Woche auswärts gegen den SV Sandhausen antreten

Darmstadt-Debakel, Füllkrug-Suspendierung wegen seines Disputs mit Werder-Fußballchef Clemens Fritz – es war eine turbulente Woche, an deren Ende der SV Werder Bremen in Sandhausen antreten musste. Doch trotz der Unruhe starteten die Bremer im Stadion am Hardtwald gut in die Partie. Marvin Ducksch kam schon in den ersten vier Minuten zweimal in eine gute Position, die frühe Führung markierte dann aber Rapp. Mit viel Übersicht hatte Marco Friedl den Ball diagonal durch den Sandhauser Strafraum geschickt, am langen Pfosten musste Rapp nur noch vollenden (12.). Für den Mittelfeldspieler war das Tor zwar die perfekte Antwort auf seinen schweren individuellen und wohl spielentscheidenden Fehler eine Woche zuvor beim 0:3 gegen Darmstadt 98.

Für Werder Bremen wurde der Treffer aber nicht zur Medizin, die alles heilte, woran das eigene Spiel zuletzt gelitten hat. Souveränität? Abgeklärtheit? Spielkontrolle? Trainer Markus Anfang, der sein Team auf drei Positionen verändert hatte – statt Mitchell Weiser, Eren Dinkci und Manuel Mbom spielten Leo Bittencourt, Romano Schmid und Felix Agu –, sah von all dem nichts. Werder hatte unmittelbar vor dem 1:0 sogar eine große Portion Glück gehabt, dass Sandhausens Arne Sicker frei vor dem Tor am Ball vorbei trat (8.). Sofort nach der Führung platzierte zudem Testroet, von 2008 bis 2011 bei Werder ausgebildet, einen Kopfball zu ungenau.

Werder Bremen mit Remis gegen SV Sandhausen: Lars Lukas Mai mit einem erneut desaströsen Auftritt

Schon in diesen Szenen zeigte sich, dass Werder-Innenverteidiger Lars Lukas Mai wackelte, den Anforderungen nicht gewachsen war. Und dann machte er auch noch das, was sich Kollege Rapp in Darmstadt geleistet hatte: Mit einem laschen, zu kurz geratenen Rückpass brachte er Michael Zetterer in Not. Der Schlussmann grätschte mit vollem Risiko gegen Bashkim Ajdini, traf jedoch Bein statt Ball – es gab Elfmeter für Sandhausen und Gelb für Zetterer. Testroet verwandelte den Strafstoß (29.), und Werder Bremen hatte durch eigene Fehler eine Führung, die nur in der Theorie ein Brustlöser war, leichtfertig hergeschenkt.

Eine Verbesserung gegenüber der Darmstadt-Partie war zur Pause allenfalls am Spielstand zu erkennen. 1:1 – damit musste Werder Bremen sogar zufrieden sein, weil Aleksandr Zhirov (35.) und Ajdini (39.) weitere Top-Chancen der Gastgeber vergaben. Die Schwächen in der Bremer Defensive wurden dabei immer wieder offengelegt, eigene Torgefahr entwickelte das Anfang-Team nur noch durch einen Ducksch-Freistoß, den Patrick Drewes, ein gebürtiger Delmenhorster im SVS-Tor, mit einer Flugeinlage parierte (43.). Insgesamt fehlte es den Bremern an Ideen im Spielaufbau, zu oft wurden die langen Bälle ausgepackt, zu selten wirklich nach vorne kombiniert. Und immer wieder unnötige Ballverluste.

Werder Bremen wurde im Spiel gegen den SV Sandhausen erst nach der Pause nach vorne gefährlicher

Wer dachte, nach der Pause würde alles besser werden, sah sich schon nach wenigen Minuten getäuscht. Werder Bremen wurde zwar nach vorne gefährlicher – was auch an der Einwechslung von Füllkrug lag –, nach hinten aber auch immer konfuser. Mai verursachte beinahe noch einen zweiten Gegentreffer (67.), der eingewechselte Alexander Esswein vergab für Sandhausen aus aussichtsreicher Position (69.). Immerhin: Der neutrale Beobachter kam auf seine Kosten, denn zwischen dem Tabellen-16. und dem Tabellenelften entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der phasenweise aber die Tendenz zum Bremer Powerplay hatte. Schmid mit zwei gefährlichen Abschlüssen (72./78.) sowie der kurz zuvor für Startelf-Rückkehrer Bittencourt eingewechselte Eren Dinkci (75.) hätten Werder wieder in Führung bringen können. Aber es bleibt eben auch ein Thema , dass Werder viel zu viele Chancen liegen lässt.

Niclas Füllkrug verhindert gegen den SV Sandhausen im letzten Moment die vierte Nierlage für Werder Bremen im fünften Spiel

Dass sich so etwas bisweilen rächt, ist bekannt. Der Beweis: die 84. Minute. Nach einer Flanke von Dennis Diekmeier köpfte Testroet das 2:1 für Sandhausen. Dass Friedl die Vorarbeit durch einen Fehlpass möglich gemacht hatte und Mai (mal wieder) nicht aufgepasst hatte, gehörte zur (ebenfalls mal wieder) langen Bremer Mängelliste. Und dass in Diekmeier und Testroet ausgerechnet zwei bei Werder Bremen ausgebildete Profis das Bremer Team in Not brachten, passte irgendwie zum Spiel (84.). Nach dem Rückstand zeigte Werder dann aber einen großen Willen – zwar spät, aber gerade noch rechtzeitig, um nicht die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen zu kassieren. Füllkrug stand nach Vorarbeit des eingewechselten Oscar Schönfelder goldrichtig (90.+2). Dass der Rebell Werder rettete, ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. (csa)

Werder Bremen gegen den SV Sandhausen: Der Live-Ticker zum nachlesen

15.25 Uhr: Das Fazit über die große Krise war schon geschrieben - und dann kam NICLAS FÜLLKRUG! Erst der Ausgleich durch „Lücke“ in der Nachspielzeit, dann beinahe noch der Siegtreffer. Eins darf die turbulente Nachspielzeit aber nicht: Über den keineswegs überzeugenden Auftritt in Sandhausen hinwegtäuschen. So wird das nichts mit den in dieser Woche oft zitierten „Zielen“ des SV Werder.

90. Minute +5: Beinahe der totale Wahnsinn! Ducksch mit dem Freistoß aus 18 Metern, Füllkrug kommt mit der Spitze ran. Und haut das Leder an den Pfosten. Unfassbar!

90. Minute +2: 2:2 FÜLLKRUG!!! Das erste Saisontor des Jokers. Ausgerechnet Niclas Füllkrug, muss man sagen. Unter der Woche für drei Tage vom Trainingsbetrieb befreit, jetzt der - zumindest kleine - Held. Direkt folgen die „Niclas Füllkrug“-Sprechchöre der mitgereisten Werder-Fans.

90. Minute: Schiedsrichter Ittrich legt fünf Minuten obendrauf. Fünf Minuten, um die große Krise noch abzuwenden.

87. Minute: Und ein ebenso deutlicher Gesang hinterher: „Baumann raus!“ ...

86. Minute: Es ist so bitter, weil es die letzte Viertelstunde wirklich ordentlich lief für Werder. Jetzt hallt es stattdessen aus dem Block: „Wir haben die Schnauze voll!“

84. Minute: 2:1 Sandhausen ... Testroet köpft nach Diekmeier-Flanke unbedrängt ein.

83. Minute: Die Gastgeber haben sich merklich zurückgezogen, scheinen mit dem Punkt gegen Werder zufrieden zu sein. Ganz im Gegensatz zu den Grün-Weißen, die weiter Druck machen. Da geht noch was!

80. Minute: Noch zehn Minuten + X: Gelingt Werder noch der Lucky Punch?

78. Minute: Jetzt-Kapitän Niclas Füllkrug legt mit guter Übersicht auf Schmid ab. Dessen guter Abschluss zwingt Drewes zu einer Glanzparade. Werder ist der Führung jetzt sehr nah.

77. Minute: Applaus für Leo Bittencourt! Der Startelf-Comeback verlässt nach ordentlicher Leistung den Platz. Für ihn kommt Oscar Schönfelder.

76. Minute: Dinkci macht weiter auf sich aufmerksam. Mit einer ganz feinen Offensivaktion. Einen langen, unterschnittenen Ball von Ducksch nimmt er fein runter, dreht sich dann um seinen Gegenspieler und kommt zum Abschluss. Alles auf engstem Raum. Einzig der Abschluss ist nicht platziert genug, um für einen Treffer in Frage zu kommen.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Noch 15 Minuten - Großchancen auf beiden Seiten

72. Minute: Werder mit der zweiten Chance binnen weniger Augenblick. Dieses Mal bekommt Schmid die Gelegenheit, scheitert allerdings an Drewes, der per Fußabwehr hellwach im kurzen Eck zur Stelle ist.

70. Minute: Der soeben ebenfalls eingewechelte Eren Dinkci versucht es im Strafraum mit einem Schlenzer. Ein guter Versuch, der Ball streicht allerdings - wie so oft an diesem Tag - am langen Pfosten vorbei.

69. Minute: Der eingewechselte Esswein muss das 2:1 für Sandhausen machen. Zum Glück schafft er es nicht ... Sein Schuss aus elf Metern - unbedrängt und zentral - geht zum Glück vorbei.

68. Minute: Nächste Chance Sandhausen. Dieses Mal bekommt Ritzmaier zu viel Platz, verzieht aber aus zwölf Metern halblinker Position.

67. Minute: Hektik vor Zetterer. Eine scharfe Hereingabe wehrt der Schlussmann ab, danach Gewurschtel unmittelbar vor der Torlinie. Doch irgendwie bekommt Werder den Ball mit vereinten Kräften aus der Gefahrenzone bugsiert.

65. Minute: Wieder Füllkrug, der sich im Mittelfeld den Ball holt und den direkten Zug zum Tor sucht. Sein Schuss aus knapp 20 Metern streicht einen halben Meter am Tor vorbei.

63. Minute: „Taktischer Tritt“ von Rapp im Mittelfeld. Dafür gibt es folgerichtig gelb.

62. Minute: Füllkrug hängt sich direkt voll rein, kommt mit einem Kopfball zum Abschluss. Allerdings verfehlt der Versuch deutlich das Tor.

60. Minute: Torschütze Rapp auf dem Boden. Er zeigt es an: Das rechte Sprunggelenk. Vermutlich ist er bei der Landung falsch aufgekommen. Dann aber der Daumen hoch - es geht weiter.

58. Minute: Schmid bedient Bittencourt, der den Ball stark mitnimmt. Sein grätschender Abschluss geht allerdings am langen Pfosten vorbei.

57. Minute: „Fülle, Fülle“-Sprechchöre! Niclas Füllkrug bekommt das Vertrauen geschenkt und ersetzt Niklas Schmidt.

54. Minute: Nach eher ruhigeren Minuten fasst sich Bittencourt ein Herz. Er zieht mit seinem Dribbling am Strafraum zwei, drei Spieler auf sich. Dann versucht er den Doppelpass mit Ducksch, dabei geht der Ball allerdings verloren. Im Anschluss versucht Bittencourt nachzusetzen und kommt mit seinem Tackling zu spät - Gelbe Karte.

48. Minute: Niklas Schmidt spielt bis dato noch keine entscheidende Rolle, hängt sich aber beim frühen Pressing voll rein und erobert den Ball. Eine Szene, die sinnbildlich werden könnte: Über den Kampf zum Erfolg.

46. Minute: Markus Anfang lässt seine Elf unverändert. Auch Sandhausens Trainer Schwartz nimmt keine Wechsel vor.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Zweite Halbzeit - keine Wechsel zur Pause

14.27 Uhr: Sky-Experte Mattuschka zum Mai-Bock: „Solche individuellen Fehler ... Da brichst du als Trainer zusammen!“

14.22 Uhr: Ein Blick Richtung Statistik: Werder mit deutlich mehr Ballbesitz, 62:38-Prozent. Auch bei den Schüssen aufs Tor „führen“ die Gäste mit 3:1. Doch so deutlich war es nicht, denn Sandhausen war durchaus gefährlich.

14.17 Uhr: Werder macht irgendwie Werder-Sachen. Erst der gute Auftakt samt verdienter Führung, dann das verpasste Nachlegen inklusive bösem Patzer von Mai, der den Ausgleich zur Folge hatte. Recht zerfahrene erste 45 Minuten bringen irgendwie keine wirklich neue Erkenntnis.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Halbzeit - Nicolai Rapp trifft für SVW, Pascal Testroet für SVS

43. Minute: Ducksch prüft Drewes mit einem herrlichen Freistoß aus rund 25 Metern. Wenige Sekunden später noch einmal Ducksch mit seiner ausgezeichneten Schusstechnik, dieses Mal geht der Versuch aus 20 Metern wenige Umdrehungen am langen Pfosten vorbei.

40. Minute: Hui ... Aydini kommt aus zwölf Metern in ausgezeichneter Schussposition zum Abschluss. Werder-Kepper Zetterer fliegt herrlich, muss aber - zum Glück - gar nicht eingreifen, weil der Ball knapp über die Latte rutscht.

37. Minute: Bittencourt am Boden, hart gelegt von Diekmeier. Dessen Lamentieren hilft nichts, Schiedrichter Ittrich zeigt zurecht die erste gelbe Kartie der Partie.

36. Minute: Die Gastgeber wittern jetzt aktuell ein wenig Morgenluft. Zum Glück für Werder lassen sie gleich zwei gute Freistoßsituationen völlig ungenutzt.

32. Minute: Zum ersten Mal zeigt sich Leonardo Bittencourt gefährlich in Aktion. Seine scharfe Hereingabe von links ist brandgefährlich, aber Schmid rutscht in der Mitte um wenige Zentimeter an der erneuten Führung vorbei.

29. Minute: Ex-Werder-Akteur Pascal Testroet lässt sich nicht zweimal bitten. Zetterer ahnt das Eck, kommt aber nicht ran.

27. Minute: Elfmeter für Sandhausen. Böser Schnitzer von Mai, der unbedrängt und schwach auf Zetterer zurücklegt. Der kommt gegen Aydini zu spät und legt den Sandhäuser.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Ausgleich - Schlimmer Patzer von Lars Lukas Mai

26. Minute: Wenn Sandhausen gefährlich wird, dann vor allem über die rechte Seite. Dort treibt bekanntlich Dennis Diekmeier sein Unwesen und wagt regelmäßig gefährliche Vorstöße.

24. Minute: Werder verpasst ein wenig das Momentum und die Chance, die zwischenzeitliche Verunsicherung der Gastgeber noch konsequenter auszunutzen. Seit der Führung gab es keinen nennenswerten Angriff des SVW.

21. Minute: PUH! Testroet lässt die riesige Möglichkeit auf den Ausgleich liegen. Diekmeier flankt von rechts, der Stürmer kommt aus sieben Metern frei zum Kopfball. Zum Glück köpft er um wenige Zentimeter am Tor vorbei.

19. Minute: Die Führung scheint den über 1000 mitgereisten Bremern gut zu gefallen. Von den Rängen heißt es: „Hier regiert der SVW!“ Entspricht bis dato dem Spielverlauf.

17. Minute: Werder versucht es auffällig oft mit langen Diagonalbällen. Bisher ein probates Mittel, um die Ordnung der Sandhäuser kräftig durchzumischen. Auch die Führung entstand durch so einen Seitenwechsel.

14. Minute: Es ist übrigens bereits Saisontor Nummer vier für Rapp.

Marco Friedl bringt den Ball von links mit einem herrlichen Ball um die Viererkette herum in den Strafraum. Von rechts läuft Rapp ein und trifft aus kürzester Distanz. Erster Werder-Spieler beim Jubel: Leonardo Bittencourt.

12. Minute: TOOOOOOOOOOOOOOOR für Werder! Nicolai Rapp lässt uns jubeln.

8. Minute: Durchatmen bei allen Werder-Fans. Sandhausens Sturmspitze Sicker hat eine Riesenchance auf dem Fuß, lässt das Ding aber zum Glück ungenutzt.

5. Minute: Wieder Ducksch im Fokus. Mai mit einem langen Ball in die Spitze, den der Stürmer wiederum nur noch mit der (Fuß-)Spitze erreicht. Er spitzelt das Leder Richtung Tor - und verfehlt um einen knappen Meter.

3. Minute: Ein erster guter Spielzug des SVW. Leider fehlt Ducksch bei seiner Ablage am Sechzehner die Genauigkeit, sonst hätte es richtig gefährlich werden können.

2. Minute: Grün gegen Grün. Aber keine Angst, die Spieler sind natürlich zu unterscheiden. Werder spielt im dunklen Auswärtsdress, Sandhausen in einem knalligen Neon-Trikot.

1. Minute: Schiedsrichter Ittrich pfeift das Spiel an.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Anpfiff im Hardtwaldstadion - Leonardo Bittencourt als Kapitän

13.27 Uhr: Aufhorchen, Werder-Fans. Zweitliga-Legende Torsten Mattuschka hat einen ganz speziellen Tipp parat: „Ich sage, Füllkrug trifft heute, wenn er eingewechselt wird. Er macht sogar das entscheidende Tor.“ Da hätten wir mal rein gar nichts gegen einzuwenden.

13.23 Uhr: Und noch einmal Markus Anfang bei Sky: „Es ist natürlich besser, wenn du Ruhe hast und dich auf die Spiele vorbereiten kannst. Wir haben eine schwere Saison, das wussten wir. Durch die hohe Fluktuation und dadurch, dass wir eine junge Mannschaft haben.“ Der Trainer gibt sich dennoch optimistisch.

13.21 Uhr: Clemens Fritz, Leiter Profifußball, am Sky-Mikrofon: „Wir haben alle andere Ambitionen. Zufrieden sind wir nicht, ganz klar. Wir haben einen anderen Anspruch.“

13.16 Uhr: Werders Fans nehmen Niclas Füllkrug dessen Aussetzer jedenfalls nicht übel. Beim Warmmachen gibt es „Niclas Füllkrug“-Sprechchöre - der wiederum applaudiert dem mitgereisten Anhang.

13.12 Uhr: Sandhausens Trainer Alois Schwartz sagte zum Duell mit dem großen Namen Werder Bremen: „Der SV Sandhausen hatte schon viele besondere Spiele“, nannte dazu Vereine wie Köln, Stuttgart, Hamburg. Und nun eben auch Bremen: „Wir wollen zeigen, dass wir mithalten können. Dafür müssen wir viel arbeiten.“

13.08 Uhr: An Einschussmöglichkeiten mangelt es den Grün-Weißen in dieser Situation definitiv nicht. Satte 155 Torschüsse stehen zu Buche. Es mangelt hingegen an der Effektivität, denn daraus resultierten lediglich 14 Tore.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Markus Anfang erklärt die Entscheidung pro Leonardo Bittencourt

13.04 Uhr: Markus Anfang bei Sky: „Leo Bittencourt ist bereit und will. Es ist wichtig, solche Spieler auf dem Feld zu haben, weil gerade erfahrene Spieler wie Ömer und Grosso fehlen.“

13.00 Uhr: Sportchef Frank Baumann fordert heute - indirekt - einen Sieg: „Wir haben jetzt schon zu viele Punkte hergeschenkt. Das müssen wir schnellstmöglich ändern. Sonst wird es eine Saison, in der wir unsere Ziele wieder nicht erreichen.“ Heißt im Klartext: Ein Dreier muss her! Ohne Wenn und Aber.

12.56 Uhr: Schiedsrichter der Partie ist übrigens Patrick Ittrich (Hamburg). Werders Erinnerungen an Ittrich sind jetzt nicht die Allerbesten ... - er pfiff den SVW zuletzt beim Pokal-Aus Anfang August in Osnabrück.

12.53 Uhr: Hier die Aufstellung der Gastgeber: Drewes - Diekmeier, Höhn, Zhirov, Okoroji - Zenga, Bachmann - Ajdini, Ritzmaier, Sicker - Testroet.

12.49 Uhr: Sandhausen hat übrigens nur neun Treffer erzielt - und bereits 21 Gegentore kassiert. Zuletzt setzte vor heimischem Publikum eine empfindliche 1:6-Pleite gegen Darmstadt. Da muss für Werder also was gehen heute.

12.45 Uhr: Zur Ausgangssituation: Werder ist Elfter mit 14 Punkte aus zehn Spielen. Vier Siege, zwei Unentschieden, vier Niederlagen stehen zu Buche. Bei Sandhausen sind es nur acht Zähler. Damit ist der SVS Drittletzter.

12.41 Uhr: Werders Trainer scheint jedenfalls nicht nachtragend sein. Und insgeheim vielleicht sogar auf eine Explosion beim einstigen Hoffnungsträger zu setzen: „Ich bin froh darüber, dass Niclas uns wieder zur Verfügung steht. Vor allem, weil wir dadurch im sportlichen Bereich eine weitere Möglichkeit haben. Er ist ein Spieler, der mit seiner Qualität dazu beitragen kann, dass wir Spiele gewinnen.”

12.38 Uhr: Die zweite heißdiskutierte Personalie der Woche ist ebenfalls dabei - zumindest im Kader: Niclas Füllkrug. Drei Tage wurde der Stürmer vom Trainingsbetrieb freigestellt, nachdem er sich im Anschluss an die Darmstadt-Niederlage einen Fehltritt geleistet hatte. Die Sache wurde intern aufgearbeitet und ist geklärt. Deswegen reiste Füllkrug mit nach Sandhausen.

12.35 Uhr: Anfang hatte angesprochen auf Bittencourt vielsagend formuliert: „Leo bringt eine gewisse Erfahrung mit und kann andere mitreißen. Er brennt, er will spielen. Wir müssen nur einschätzen, wie weit er körperlich ist. Wir haben aktuell aber ein sehr gutes Gefühl bei ihm.“ Scheinbar ist der 27-Jährige schon wieder in einer körperlich sehr guten Verfassung. Und kann unserem SVW heute frisches Leben einhauchen. Hoffentlich.

12.33 Uhr: Er bringt ihn tatsächlich! Markus Anfang wirft Leonardo Bittencourt ins kalte Wasser. Nach seinem Sechs-Minuten-Comeback in Darmstadt darf „Leo“ heute direkt von Beginn an ran. Dafür rutscht der zuletzt nicht überzeugende Mitchell Weiser aus der ersten Elf.

Werder Bremen gegen SV Sandhausen im Live-Ticker: Die Aufstellungen sind da - Markus Anfang bringt Leonardo Bittencourt von Beginn an

12.30 Uhr: Die Werder-Aufstellung: Zetterer - Agu, Veljkovic, Mai, Friedl - Gruev, Schmidt, Rapp - Bittencourt, Schmid - Ducksch.

12.26 Uhr: In wenigen Minuten wird die Aufstellung offiziell bekanntgegeben. Wir sind gespannt, ob Trainer Markus Anfang eine Überraschung parat hat - oder doch die vermutete Elf ins Rennen schicken wird.

12.22 Uhr: Moin liebe Werder-Fans! Heute geht es am 11. Spieltag der 2. Liga für die Grün-Weißen um ganz, ganz wichtige Punkte beim SV Sandhausen. Alle Infos findet Ihr hier bei uns im Live-Ticker und natürlich auf deichstube.de - Viel Spaß!

Sandhausen - Der SV Werder Bremen im Live-Ticker gegen den SV Sandhausen: Anpfiff in Sandhausen ist um 13.30 Uhr, der Liveticker startet hier gegen 13.30 Uhr mit den Startelf-Aufstellungen beider Mannschaften. Alle Tore, News und Infos der 2. Bundesliga - alles hier live im DeichStube-Liveticker.

Werder Bremen gegen den SV Sandhausen - der Vorbericht:

Vor Spiel gegen den SV Sandhausen: Werder Bremen-Trainer Markus Anfang ignoriert die Kritik

Der SV Werder Bremen muss nach einer turbulenten Woche am Sonntag (13.30 Uhr) beim SV Sandhausen zwingend in die Erfolgsspur zurückfinden. Der Vorbericht der DeichStube*.

Bremen – Nachdem Sportchef Frank Baumann mit harten Worten und Unterstellungen auf eine kritische Berichterstattung über Markus Anfang reagiert hatte, setzt der Betroffene selbst mehr auf Ignoranz. Der Coach des SV Werder Bremen gibt zwar zu, dass „eine etwas andere Woche als die Wochen davor“ hinter ihm liege, doch die Kritik an seinem Verhalten lässt er an sich abprallen und richtet den Blick lieber auf das anstehende Gastspiel am Sonntag beim SV Sandhausen. Letzteres ist mehr als nachvollziehbar: Die Partie beim Drittletzten der 2. Liga dürfte richtungsweisend sein. Bei einer Niederlage würde die Stimmung in Bremen wohl endgültig kippen und die Unstimmigkeiten in und um die Mannschaft herum könnten noch mehr zutage treten.

Anfang selbst schätzt die Lage beim Tabellenzehnten bei Weitem nicht so dramatisch ein. „Wir haben eben noch nicht die Kontinuität, die Spiele auf dem gleichen Level zu gestalten. Wenn wir dann die Ergebnisse nicht so abliefern, wie auch wir uns das vorstellen, ist es doch logisch, dass eine gewisse Unzufriedenheit im allgemeinen Umfeld da ist. Wir wollen doch alle erfolgreich sein“, sagte der Coach und fügte noch an: „Dann gibt es eben Themen, die da sind, und Themen, die nicht da sind. Und die müssen wir nicht bearbeiten.“

Werder Bremen gegen den SV Sandhausen: „Dass Kritik aufkommt, müssen wir aushalten können“

Damit meint er – ohne es explizit anzusprechen – wohl vor allem auch den Bericht der DeichStube über Differenzen beim SV Werder Bremen. Es geht um die Taktik, aber auch um die Art der Zusammenarbeit. So soll Anfang nicht nur mit Stürmer Niclas Füllkrug angeeckt sein, sondern auch mit anderen Profis sowie mit Mitarbeitern im Betreuerstab. Das Betriebsklima sei gereizt, ist zu hören. Dem widersprach Baumann schon am Mittwoch deutlich und monierte „Mutmaßungen und falsche Behauptungen“. Der Sportchef forderte zudem, dass die Medien die Mannschaft und den Trainer künftig in Ruhe arbeiten lassen sollen.

Markus Anfang geht mit diesem Thema wesentlich gelassener um. „Dass Kritik kommt, müssen wir auch aushalten können. Meine Arbeit beeinflusst das nicht“, versichert der 47-Jährige. Aus seiner Sicht habe es in dieser besonderen Woche ohnehin nur zwei Themen gegeben. „Zum einen war da der Vorfall mit Niclas, das ist zum Glück in eine gute Richtung gelaufen“, so Anfang. Füllkrug war nach dem 0:3-Desaster in Darmstadt in der Kabine mit Clemens Fritz aneinandergeraten und hatte den Leiter Profifußball dabei offenbar übel beleidigt. Dafür wurde er für drei Tage vom Training suspendiert und musste eine Geldstrafe bezahlen. „Das andere Thema war, dass wir es nach dem richtig guten Spiel gegen Heidenheim nicht geschafft haben, in Darmstadt entsprechend nachzulegen. Das ist schade. Denn ich finde, dass wir die nötige Qualität haben und es auch können“, sagt Anfang: „Diese beiden Themen haben wir abgearbeitet und werden uns jetzt auf den SV Sandhausen konzentrieren.“

Werder Bremen will Sieg gegen den SV Sandhausen: „Wir haben schon zu viele Punkte hergeschenkt“

Dort erwartet der Werder-Coach ein ähnliches Spiel wie in Darmstadt. Doch diesmal soll alles anders werden, es kein drittes desaströses 0:3 nach Dresden und Darmstadt geben. Aber warum eigentlich? Weil der Tabellenzehnte wieder mehr nach vorne denken und den Ball nicht mehr so ängstlich nach hinten spielen will. „Wir sind eine Mannschaft, die viele Torchancen kreieren und viel aufs Tor schießen kann, das zeigen die Statistiken“, hebt Anfang hervor. Und in der Tat: Mit 155 Torschüssen liegt Werder Bremen im Ranking der 2. Liga ganz oben, bei der Effektivität aber nur auf Platz 13. Anfang fordert nun gegen den SV Sandhausen wieder mehr Mut und vor allem auch Aufmerksamkeit. Die Räume, um sich nach vorne zu spielen, seien in Darmstadt durchaus da gewesen. Das habe er den Spielern in der Video-Analyse noch einmal verdeutlicht. Und die Mannschaft sei dabei selbst in die Diskussion gegangen. Die Bereitschaft dieses jungen Teams, sich weiterzuentwickeln sei enorm, so Anfang.

„Wir können in Sandhausen zeigen, dass wir ein Stück daraus gelernt haben, aber wir können keine Ergebnisse planen. Das geht im Fußball nicht. Du kannst einen Konter bekommen und dadurch das Spiel verlieren“, meint der Coach: „Aber du musst mit Überzeugung nach vorne spielen, dann kannst du einen Sieg auch erzwingen.“ Das wird beim SV Sandhausen auch bitter nötig sein. „Es ist schwierig dort zu spielen“, weiß Markus Anfang aus eigener Erfahrung. Drei Mal ist er mit seinen Teams am Hardtwald angetreten. Mit Kiel (1:3) und Darmstadt (2:3) setzte es Niederlagen, mit dem 1. FC Köln feierte er einen 2:0-Sieg. So einen Erfolg könnte nicht nur Anfang, sondern auch Werder Bremen aktuell gut gebrauchen. Denn nach drei Niederlagen und nur einem Sieg in den letzten vier Partien ist der Druck beim Absteiger schon nach zehn Spieltagen ziemlich groß, wie Baumann selbst nach der Darmstadt-Pleite verkündet hatte: „Wir haben jetzt schon zu viele Punkte hergeschenkt. Das müssen wir schnellstmöglich ändern. Sonst wird es eine Saison, in der wir unsere Ziele wieder nicht erreichen.“ (kni) *DeichStube.de ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mediengruppe Kreiszeitung und der WESER-KURIER Mediengruppe sowie ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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