Vorschau für Länderspiele

Messi beim Papst - Shaq will Dante ärgern

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Lionel Messi trifft am Mittwoch mit Argentinien auf die Nationalmannschaft von Italien

Rom - Bei den Länderspielen am Mittwoch treffen viele bekannte Gesichter aufeinander. Lionel Messi wurde vor dem Match gegen Italien noch vom Papst empfangen.

Vor Lionel Messis Begegnung mit dem heiligen Vater waren sich die argentinischen Medien für kein Sakrileg zu schade. „Gott trifft den Papst“, titelte die Tageszeitung Ole blasphemisch vor dem Treffen der argentinischen und italienischen Fußball-Nationalmannschaften im Vatikan mit dem Pontifex - zum Glück aber fand Papst Franziskus am Dienstag während der privaten Audienz im Apostolischen Palast genau die richtigen Worte.

„Auch wenn ihr bekannt seid, bleibt immer Menschen im Sport und im Leben“, mahnte der Heilige Vater vor dem Länderspiel zu seinen Ehren am Mittwoch (20.45) und rief die Spieler auf, Sport als „Geschenk Gottes“ und als Möglichkeit zu erleben, die eigenen Talente zu verwerten.

Im Stadion selbst wird der Fußball-Fan, seit Jahren Ehrenmitglied des argentinischen Ex-Meisters San Lorenzo, aber keinen göttlichen Beistand leisten. „Zum Glück handelt es sich um ein Freundschaftsspiel. Für mich wäre es schwierig zu entscheiden, welche Mannschaft ich anfeuern sollte“, sagte der Papst lächelnd im Saal Clementina.

Alle Weltfußballer seit 1982

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Hilfe von oben könnte offenbar auch das seit Jahren kriselnde England gebrauchen. Die hausgemachten Probleme, auch um Superstar Wayne Rooney, stellten gar die üblichen, martialischen Kampfansagen vor dem Klassiker gegen Schottland (21.00) in den Schatten. Zwar werden wohl gut 20.000 mitgereiste „Bravehearts“ zum ersten Mal seit 1999 das legendäre Wembley-Stadion in seinen Grundfesten erschüttern - wichtiger erscheint aber der Gesundheitszustand des bulligen Stürmers von Manchester United.

„Rooney ist fit. Schon seit Tagen“, äußerte Nationaltrainer Roy Hodgson trocken. Manchesters neuer Teammanager David Moyes hatte das in den vergangenen Tagen allerdings ganz anders gesehen und den vom FC Chelsea umworbenen 27-Jährigen im englische Supercup-Spiel am vergangenen Sonntag gegen Wigan Athletic (2:0) nicht eingesetzt - und Hodgson aufgefordert, Rooney nicht über die volle Distanz einzusetzen.

Für Unruhe sorgte zudem Altstar Rio Ferdinand, der vor dem Nachbarschaftsduell einen drastischen Neuanfang forderte - zur Not durch eine verpasste WM-Qualifikation. „Es braucht jemand mit dicken Eiern, der England am Nacken packt und sagt: Das müssen wir machen und es könnte zehn Jahre dauern, damit es funktioniert“, betonte der 34-Jährige.

Laut des Verteidigers von Manchester United, der im Mai seine internationale Karriere beendete, „würde ich lieber ein oder zwei große Turniere verpassen, wenn ich dann wüsste, dass wir in zehn Jahren eine Identität haben, auf die wir stolz sein können“.

In Basel kommt es indes zum Duell der Triple-Gewinner des FC Bayern. Rekord-Weltmeister Brasilien ist mit Abwehr-Ass Dante und Mittelfeldspieler Luiz Gustavo in die Schweiz gereist, dort wartet Xherdan Shaqiri auf seine große Chance, den Teamkollegen einen ersten Dämpfer auf dem Weg zur Heim-WM zu verpassen.

„Ich weiß, wie ich an Dante vorbeikomme. Aber meistens foult er mich dann“, sagte Shaqiri dem Blick: „Es wäre für mich nicht gut, mit einer Niederlage wieder ins Training nach München zu kommen. Wir wollen die Brasilianer ein bisschen ärgern.“ Den Kader des WM-Gastgebers und Confed-Cup-Siegers für das Duell mit der Mannschaft von Münchens und Borussia Dortmunds Ex-Meistermacher Ottmar Hitzfeld (20.45) führt der in Basel euphorisch gefeierte Superstar Neymar vom FC Barcelona an.

Weil andere Stammspieler des spanischen Meisters drei Tage vor dem Ligastart in der spanischen Elf geschont werden, dürfen sich Bayerns Javi Martinez und Thiago große Hoffnungen auf einen Einsatz im Spiel des Welt- und Europameisters in Ecuador (22.00) machen. Trainer Vicente del Bosque berief für den Härtetest in Guayaquil fünf U21-Europameister.

Den Fußball in den Hintergrund rückte hingegen die Nachricht vom Tod des niederländischen Prinzen Johan Friso. Das Länderspiel in Portugal (21.30) wird das Team von Trainer Louis van Gaal mit Trauerflor bestreiten. Der Bruder von König Willem-Alexander war am Montag an den Folgen eines Hirnschadens, den er bei einem Ski-Unfall im Februar 2012 erlitten hatte, im Alter von 44 Jahren verstorben. Seit dem Unglück hatte Friso im Koma gelegen.

SID

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