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Der Tag, an dem Enkes Lara (2) starb

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Robert Enke und seine Tochter Lara. © Getty

Hannover - Medizinische Hochschule Hannover, die Nacht auf den 17. September 2006, ein Sonntag. Robert und Teresa Enke wachen am Bett ihrer schwer herzkranken Tochter Lara (2).

 Vor Morgengrauen, zwischen vier und fünf Uhr, hört ihr kleines Herz auf zu schlagen – es ist die schwärzeste Stunde im Leben von Robert Enke. Es sind Stunden und Tage, die ihn nie wieder loslassen sollten. In der 20. Schwangerschaftswoche erhielten Robert und Teresa Enke die Schockdiagnose. Der Fötus habe eine Herzanomalie, sagten die Ärzte.

Robert Enke: Deshalb starb seine Tochter Lara

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Das Mädchen werde mit einer Organunterentwicklung, einem hypoplastischen Linksherz-Syndrom, zur Welt kommen. Gleich nach der Geburt wurde die nur 2750 Gramm schwere Lara am Herzen operiert – es folgten zwei weitere Eingriffe. Lara schien auf dem Weg der Besserung. Am 19. März 2006 feierte Robert Enke mit seiner Kleinen auf dem Arm den 1:0-Sieg gegen Köln. „Die lebensgefährliche Phase ist vorbei. Aber richtig gesund wird Lara nie werden“, sagte er damals. Sie musste über einen Schlauch in der Nase ernährt werden, bekam starke Medikamente, die ihr Gehör schädigten. Deshalb wurde sie erneut operiert, am Freitag. In der Nacht zum Sonntag traten Komplikationen auf – wenig später war sie tot.

Trauer um Robert Enke

„Meine Frau hatte es, gerade, wenn Lara auf der Intensivstation lag, doch viel härter“, sagte Robert Enke einmal. „Sie konnte nie weg von Laras Problemen. Ich konnte zwei Tage zu einem Auswärtsspiel.“ Fußballspielen, genau das tat Robert Enke wieder. Zwei Tage nach Laras Tod, am Dienstag, trainierte er wieder. Am Samstag, einen Tag vor ihrer Beerdigung, stand er – auch auf ausdrücklichen Wunsch von Teresa – wieder im Tor, war beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen bester Mann. „Robert hat für kurze Zeit verdrängen können“, sagte sein damaliger Trainer Dieter Hecking.

Gut zwei Wochen später spricht Enke bei der Nationalmannschaft erstmals öffentlich über seine Gefühle, bedankt sich für das Beileid: „Jede einzelne Zuschrift hat uns sehr gefreut und auch ein Stück geholfen.“ Robert und Teresa ließen sich Tattoos mit dem Namen Lara stechen, adoptieren im Mai 2009 die damals zwei Monate alte Leila. „Ich weiß nicht, ob jemand das Leben lenkt.

Aber so viel weiß ich: Man muss sich mit einer Verletzung abfinden, man muss sich damit abfinden, wenn man ein Spiel verliert, und man muss sich damit abfinden, wenn man ein Kind bekommt, das schwer krank ist und stirbt“, sagte Robert Enke. Fast täglich saß er auf einer Bank vor Laras Grab. „Wenn ich dort sitze, komme ich zur Ruhe, aber manchmal tut es auch sehr weh“, sagte Robert Enke. Laras letzte Ruhestätte ist 200 Meter Luftlinie vom Ort entfernt, wo ihr Vater starb.

tz

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