Rückkehr zum alten Wappen

Bernd Wahler ist neuer VfB-Präsident

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Der neue VfB-Präsident Bernd Wahler jubelt am 22.07.2013 in Stuttgart (Baden-Württemberg) nach seiner Wahl.

Stuttgart - Die Weichen sind gestellt: Bernd Wahler ist der neue Präsident des VfB Stuttgart. Eine heftige Delle gab es in der Bilanz. Der VfB kehrt indes zum alten Logo zurück.

Um 23.42 Uhr durfte Bernd Wahler erleichtert strahlen. Der 55-Jährige ist neuer Präsident des VfB Stuttgart. Der Manager des Sportartikelherstellers Adidas erhielt am späten Montagabend bei der Mitgliederversammlung des schwäbischen Fußball-Bundesligisten starke 97,4 Prozent der Stimmen. „Ich will das, das ist eine ganz bewusste Entscheidung“, sagte Wahler, der gemäß der Satzung des Traditionsclubs der einzige vom Aufsichtsrat vorgeschlagene Kandidat für das Amt des Vereinschefs war. Wahler tritt damit die Nachfolge von Gerd Mäuser an, der nach einem zweijährigen Intermezzo beim VfB zum 3. Juni seinen Rücktritt erklärt hatte.

Nicht nur Finanzvorstand Ulrich Ruf hält Wahler für einen Topmann. „Er kann die Speerspitze unseres Teams sein“, sagte Sportdirektor Fredi Bobic, der während der schwülen Veranstaltung auf dem Podium der Porsche Arena wie auch seine Kollegen auf Jacket und Krawatte verzichtete. „Er ist ein Mensch, der sich in der Gruppe einbringt. Er ist sehr offen, er will kommunizieren“, charakterisierte Ruf den neuen VfB-Chef. „Er ist ein guter Typ.“

Lobhudeleien gab es für den Rekordverlust der Schwaben nicht. Ruf verkündete einen Fehlbetrag für das vergangene Geschäftsjahr von rund 9,7 Millionen Euro. „Das ist der höchste Verlust, den wir je hatten“, sagte Ruf. „Mir wären andere Zahlen lieber gewesen.“

Im Geschäftsjahr 2011 hatte der VfB noch einen niedrigen Gewinn von 70 837 Euro vorweisen können. Der Umsatz verringerte sich nun zum Stichtag 31. Dezember 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 7,8 Millionen Euro auf 109,23 Millionen Euro.

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Dennoch konnte der Traditionsclub auch positive Finanzneuigkeiten vermelden. So baute der VfB im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Schulden von 4,7 auf jetzt 2,8 Millionen Euro weiter ab. 2002 hatten sich die Rückstände noch auf 15,8 Millionen Euro belaufen.

In der Debatte um den Ticket-Vertrag mit dem Unternehmen viagogo deutete Ruf indes ein Ende der Zusammenarbeit an. „Der Verein hält Verträge grundsätzlich ein“, sagte der 57-Jährige über den bis zum 30. Juni 2014 gültigen Kontrakt. „Seien Sie gewiss“, richtete sich Ruf aber ausdrücklich an das Plenum, „wir haben Ihre Botschaft verstanden.“ Der VfB hatte Ende des vergangenen Jahres die Zusammenarbeit mit viagogo bekanntgegeben.

Auch im Umfeld des VfB hat es in letzter Zeit Kritik an der Kooperation gegeben. Der FC Schalke 04 hatte erst vor wenigen Wochen eine Zusammenarbeit mit der Online-Plattform zum Zweitvertrieb von Eintrittskarten wieder gekündigt. Diesem Schritt waren heftige Fanproteste gegen die Kooperation vorausgegangen.

In der Wappen-Diskussion beim Meister von 2007 gab es einen Schulterschluss mit den Anhängern. Der VfB kehrt zu seinem alten Logo zurück. 79,9 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für eine Umstellung auf das frühere Symbol aus. Zudem wurde mit einem Votum von 92,1 Prozent eine Satzungsänderung gebilligt. Demnach wird das Wappen künftig im Clubgesetz verankert.

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Mit sportlichen Topleistungen will der VfB wieder für positive Schlagzeilen sorgen. „Der zwölfte Tabellenplatz ist nicht der Anspruch, den wir haben“, sagte Bobic über das Abschneiden in der Bundesliga. „Vor allem die Heimspiele waren enttäuschend.“

Jetzt will der VfB mehr. Aufbruchstimmung soll von diesem schwülen Stuttgarter Abend ausgehen. „Es kann nicht sein, dass wir uns zerfleischen“, forderte Aufsichtsratsboss Joachim Schmidt nach Monaten der Zwietracht mit dem Rückzug von Mäuser und des ehemaligen Chefs des Kontrollgremiums, Dieter Hundt. Die Mitglieder gaben dem 74-Jährigen kurz vor 23.00 Uhr noch einen mit. Im Gegensatz zu seinen Aufsichtsratskollegen entlasteten sie Hundt nicht.

Wahler will nur nach vorne blicken. Dafür ist dem 55-Jährigen die Gemeinschaft besonders wichtig. „Mir sind Worte wie wir und uns lieber als ich“, beteuerte er. Auch daran wird Wahler gemessen.

dpa

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